100 Jahre Krankenpflege in Langenau

Seit 100 Jahren stellt der Krankenpflegeverein die ambulante Versorgung der Alten und Kranken in Langenau sicher. Gestern feierte die evangelische Kirchengemeinde dieses Jubiläum mit einem Festgottesdienst.

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Eine Ausstellung hat die Feier zum 100-jährigen Bestehen des Krankenpflegevereins in Langenau begleitet. Sie zeigt den Wandel zur Diakoniestation und dem dazugehörigen Förderverein: von den Anfängen bis zur heutigen Tätigkeit - zum Beispiel mit der Pflegedienstleiterung Monika Schmid (rechtes Bild). Fotos: Amrei Groß/Archiv

"Nach der Mitteilung des Vorstands der Evangelischen Diakonissenanstalt in Stuttgart vom 28. Mai des Jahres ist der Bitte um Überlassung einer Gemeindeschwester entsprochen worden und es wäre möglich, die Station vom 1. Oktober an zu übernehmen." Dieser Satz aus einem Gemeinderatsprotokoll vom 12. August des Jahres 1913 markiert die Geburtsstunde der ambulanten Krankenpflege in Langenau. Die evangelische Diakonissenanstalt hielt Wort und schickte eine Krankenschwester nach Langenau, die sich um die Pflege der Alten und Kranken "außerhalb des Spitals" kümmern sollte. Für ihre Unterbringung war im örtlichen Krankenhaus gesorgt.

"Es war ein mutiger Schritt", sagte Rebekka Herminghaus, Pfarrerin und Vorsitzende des heutigen Fördervereins der Diakoniestation, zu Beginn des Diakonie-Festgottesdienstes in der Martinskirche. Der Beitrag für eine Mitgliedschaft im Krankenpflegeverein betrug im Gründungsjahr eineinhalb bis zwei Mark im Jahr. Im Gegenzug konnten die Förderer im Bedarfsfall eine unentgeltliche Versorgung für bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen.

Mit der Gründung der heutigen Diakoniestation im Jahre 1975 wurde der Krankenpflegeverein unter das Dach der Diakonie genommen. In der Stadt gab es von da an einen Förderverein der Diakoniestation Langenau. Der Zweck blieb jedoch: "Wir ermöglichen es der Diakoniestation, ein Angebot über die reine Pflege hinaus zu bieten", sagte Herminghaus. Finanziert werde einerseits die Beratung von Angehörigen pflege- und hilfebedürftiger Menschen, gleichzeitig komme der Beitrag der Förderer aber auch unmittelbar der Pflege zu Gute. Durch die Unterstützung des Fördervereins hätten die Mitarbeiter der Diakoniestation ein wenig mehr Zeit für den Einzelnen, werde die Pflege ein bisschen menschenfreundlicher. Und: "Bei uns wird niemand aus wirtschaftlichen Gründen als Kunde abgelehnt. Wer zu uns kommt und Hilfe sucht, erfährt Hilfe."

Die Predigt hielt Pfarrer Joachim Rückle, der Leiter der Abteilung Theologie und Bildung im Diakonischen Werk Württemberg. Das Gottesdienstopfer war für die Diakoniearbeit bestimmt. Im Anschluss an den Gottesdienst waren alle Besucher eingeladen, in der Martinskirche zu verweilen und in einer kleinen Ausstellung Geschichte und Gegenwart der vielfältigen diakonischen Arbeit zu entdecken.

Im Jubiläumsjahr betreut die Diakoniestation Langenau fast 200 Menschen aus der Stadt und dem Verwaltungsverband Langenau sowie der Gemeinde Beimerstetten. Sie betreibt unter anderem Kranken- und Altenpflege, leistet Nachbarschaftshilfe, unterstützt und berät pflegende Angehörige, betreut im Langenauer Gesundheitszentrum täglich 40 regelmäßige Gäste in der Tagespflege und liefert sieben Tage die Woche 100 Portionen Essen auf Rädern aus.

Vom Krankenpflegeverein zum Förderverein der Diakonie
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