Seelisch Kranke stützen

Wenn die Psyche krank ist, kann allein der Alltag für die Betroffenen zur Herausforderung werden. Ob in der Wohngruppe oder ambulant daheim: Das Diakonische Werk Neu-Ulm bietet flexible Hilfe.

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  • Plauderei in der Küche der Wohngruppe: Steve (20) unterhält sich mit Jessi di Spirito, die bei der Diakonie ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert. Fotos: Matthias Kessler 1/2
    Plauderei in der Küche der Wohngruppe: Steve (20) unterhält sich mit Jessi di Spirito, die bei der Diakonie ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert. Fotos: Matthias Kessler Foto: 
  • Corinna Deininger leitet die Abteilung Sozialpsychiatrie der Diakonie Neu-Ulm. 2/2
    Corinna Deininger leitet die Abteilung Sozialpsychiatrie der Diakonie Neu-Ulm. Foto: 
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Die Auswirkungen seelischer Auffälligkeiten sind vielfältig: Menschen mit schizophrenen Psychosen haben Wahrnehmungsprobleme, wie etwa das Gefühl, verfolgt zu werden. Wer an einer bipolaren Störung leidet, bewegt sich wiederum in einem Zustand zwischen Euphorie und der Sehnsucht, zu sterben. Und manche(r) ist durch Sucht und Drogen vollkommen aus dem Gleichgewicht geraten. Woher immer auch die seelische Schieflage rührt: Betroffene haben es schwer, ihr Leben wenigstens einigermaßen in Griff zu bekommen.

Doch psychisch kranke Menschen werden nicht alleingelassen. Die sozialpsychiatrischen Projekte des Diakonischen Werks Neu-Ulm sind dazu da, den Aufenthalt in einer Klinik zu vermeiden. "Unsere Hilfe wird immer stärker benötigt. Vor acht Jahren waren zwei Mitarbeiter im Einsatz, heute sind es 15", sagt Corinna Deininger, Abteilungsleiterin für Sozialpsychiatrie beim Diakonischen Werk Neu-Ulm. Noch liegt ihr Büro im Gebäude Friedenstraße 26, wo auch diverse Wohngruppen und die Verwaltung der Ambulanten Jugendhilfe untergebracht sind.

"Hier ist es viel zu eng. Zwei Schreibtische für 15 Mitarbeiter. Wir freuen uns, dass wir im April in größere Räume über der Post in der Gartenstraße umziehen konnen", sagt die Diplom-Sozialpädagogin. Sie ist froh darüber, dass die Aktion 100 000 und Ulmer helft den Umzug finanziell bezuschusst. So müsse man sich bei der Anschaffung von PCs und Möbeln nicht auf die primitivste Lösung einlassen.

In der Gartenstraße gibt es nicht nur mehr Platz, es werden auch bisher außerhalb situierte Stellen unter einem Dach zusammengeführt - wie etwa die Tagesstätte für Psychiatrieerfahrene, die bisher in der Reuttier Straße ansässig ist.

Ob in der betreuten Wohngruppe oder in der Tagesstätte: Das Credo der Sozialpsychiatrischen Hilfe des Diakonischen Werks Neu-Ulm ist, dass Menschen mit schweren seelischen Problemen so selbstständig und eigenverantwortlich wie möglich leben können. Das gilt für den jungen Mann, der unter den Auswirkungen der Droge Crystal Meth leidet genauso, wie für den zwischenzeitlich trockenen Alkoholiker im Rentenalter.

Beim Ambulanten Betreuten Wohnen beispielsweise können die Klienten bis zu zehn Stunden wöchentlich unterstützt werden. Was bedeutet: Mitarbeiter der Diakonie Neu-Ulm begleiten die psychisch kranken Menschen zum Arzt, helfen im Umgang mit Ämtern und Behörden - und sind eine Stütze beim Einkaufen.

Wer besonders stark gefördert werden muss, kann das Angebot des Sozialpsychiatrischen Wohnverbunds in Anspruch nehmen. In Wohngruppen und Einzelappartements werden die Bewohner intensiv betreut, wenn notwendig, ist das Fachpersonal auch rund um die Uhr erreichbar.

Die Sozialpsychiatrische Hilfe der Diakonie Neu-Ulm

Ambulante Unterstützung Momentan werden 60 psychisch kranke Menschen in ihren eigenen Wohnungen betreut. Weitere zehn Männer und Frauen nutzen das Angebot des Ambulant Betreuten Wohnens. Sie leben in diversen Wohngemeinschaften in Illertissen und Neu-Ulm.

Stationäre Betreuung 19 psychisch kranke Menschen, die auf besonders intensive Unterstützung angewiesen sind, werden im Wohnheim rund um die Uhr versorgt. Dieses Angebot ermöglicht ein weitgehend autonomes Leben und vermeidet manchen Klinikaufenthalt.

Das Team 30 Menschen, umgerechnet 15 Vollzeitstellen, kümmern sich um 89 Klienten. Zum Personal gehören Fachkräfte der Sozialpädagik, Heilerziehungspflege und Ergotherapie genauso wie je eine FSJ-lerin und BA-Studentin sowie Verwaltungsmitarbeiter und ein Hausmeister.

SWP

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