Reha-Verein wagt sich mit der "Donauwelle" in neue Gewässer

Der Reha-Verein für soziale Psychiatrie unterstützt psychisch Kranke auf vielfältige Weise. Das Projekt "Donauwelle" im Fischerviertel ist seit Juni am Start und beschäftigt Menschen mit und ohne Handicap.

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Gaby Fischer und Heiner Schrottenbaum vom Reha-Verein mit königlichen Insignien: Die "Donauwelle" in der Fischergasse 15 zeichnet sich nicht durch Schaumkronen aus, sondern dort werden mit großem Erfolg Allzweckbehälter in Kronenform verkauft. Sie kommen von einer Berliner Behinderten-Werkstatt.  Foto: 

Seit einem halben Jahr ist das romantische Fischerviertel um eine Attraktion reicher: In der Fischergasse 15 hat ein Geschäft eröffnet, das - was Optik, Waren und Verkaufspersonal anbelangt - einzigartig ist. Die Wände wurden von der freien Bühnen- und Kostümbildnerin Marianne Hollenstein effektvoll gestaltet, das Sortiment wird in Behinderten-Einrichtungen gefertigt - und die Mitarbeiter haben ein oder kein Handicap.

"Wir haben einen ersten Erfolg zu verzeichnen. Wir können ab Januar eine Mitarbeiterin mit Handicap fest im Laden anstellen. Und sie wird tariflich entlohnt", zieht Heiner Schrottenbaum, Geschäftführer des Reha-Vereins für soziale Psychiatrie Donau-Alb eine Halbjahres-Bilanz der "Donauwelle". Und die Chefin der "Donauwelle", Gaby Fischer sagt: "Es ist eine Herausforderung hier zu arbeiten. Ich habe Gelassenheit gelernt." Die gelernte Industriekauffrau spricht von tollen Momenten, "dann, wenn der Laden boomt und viele Leute hier sind. Da freue ich mich ganz arg."

Doch noch befindet sich Gaby Fischer mit ihrem Team - von Januar an sind es vier Mitarbeiter/innen - in der Experimentierphase. Die namengebenden "Donauwellen"-Muffins, die von der Ergotherapie des Rehavereins gebacken werden, haben schon ihre Stammkunden gefunden. Genauso auch die Gemüsequiche. Was den Kaffee anbelangt, soll das "Zum-Mitnehmen"-Geschäft ausgebaut werden.

Apropos Kaffee: der zum Verkauf angebotene, mehrfach mit Preisen ausgezeichnete "Samocca", wird aus einer Behinderteneinrichtung angeliefert, der Samariter Stiftung in Oberkochen. Wie überhaupt die ganzen Waren - von den chicen Umhängetaschen über die Kissenhüllen bis zum Holzobjekt - einen sozialen Produktionshintergrund haben. Der Verkaufsschlager der "Donauwelle", bunte Allzweck-Behälter in Kronenform, wird zum Beispiel in den Mosaik-Werkstätten für Behinderte in Berlin gefertigt. Die edlen Holztabletts und Topfuntersetzer wiederum sind "homemade", sie stammen aus der Werkstatt des Reha-Vereins. Weitere Zulieferer aus der Region sind die Donau-Iller-Werkstätten der Lebenshilfe und das RAZ (Regionales Ausbildungszentrum Ulm). Auch die Aktion 100.000 und Ulmer helft, die den Reha-Verein regelmäßig bezuschusst, bietet diverse Artikel an: Schirme mit Ulm-Motiv etwa.

"Die ,Donauwelle' ist mehr als ein Laden", sagt Gaby Fischer. Sie und ihr Team sind voll im Einsatz, wenn es darum geht, neues Terrain zu erschließen. "Wir haben schon ein Marimbaphon-Konzert veranstaltet, und es gibt Überlegungen, eine Theateraufführung mit Behinderten und Nichtbehinderten zu veranstalten", berichtet sie.

Einmal im Monat wird künftig ein veganer Kochkurs angeboten, bei dem Brotaufstriche und anderes rein Pflanzliches gezaubert wird. "Wir sind offen für Anregungen aus der Kundschaft", wirft Schrottenbaum einen Blick in die Zukunft.

Reha-Verein und "Donauwelle"

Gründung und Zweck Der Reha-Verein für soziale Psychiatrie ist vor 32 Jahren ins Leben gerufen worden. Ziel des Vereins ist, psychisch Kranken dabei zu helfen, so weit wie möglich auf eigenen Beinen zu stehen. Ob soziale, medizinische oder berufliche Rehabililitation: Der Verein betreibt in Ulm und Heidenheim diverse Einrichtungen und beschäftigt rund 160 Mitarbeiter. Mehr über den Reha-Verein im Internet unter www.rehaverein.de

Projekt "Donauwelle" Der Laden "Donauwelle" in der Fischergasse 15 in Ulm ist Dienstag bis Freitag jeweils von 11 bis 18 Uhr geöffnet, samstags von 13 bis 18 Uhr. Das Geschäft hat nach den Feiertagen wieder von Mittwoch, 7. Januar, an offen.

Lust, mitzuarbeiten?

Die "Donauwelle" braucht Unterstützung. Neben einer Kraft auf 450 Euro-Basis sind auch ehrenamtliche Helferinnen und Helfer gesucht. Die Chefin der "Donauwelle", Gaby Fischer, freut sich auf Interessenten. Sie können sich entweder per Telefon unter (0731) 88008234 oder per E-Mail bei ihr melden: g.fischer@rehaverein.de

SWP

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