Winter leuchtet mit Rekord
Ulm. Neujahrsempfang der SÜDWEST PRESSE im Winterzelt: Es sprach Lothar Späth - und es wurde ein Rekordergebnis verkündet: 690 906 Euro waren es anfangs für die Aktion 100 000 - und am Ende gar noch mehr.
Hans-Jörg Wiedenhaus, als Chefredakteur der SÜDWEST PRESSE neben Oberbürgermeister Ivo Gönner einer der beiden Schirmherren der Aktion 100 000 und Ulmer helft, hatte am Samstagabend das neue Höchstergebnis von 690 906 Euro kaum verkündet, da war die Spendensumme schon wieder obsolet, weil übertroffen.
Wie das? Nun, Thomas Brackvogel, Geschäftsführer der Neuen Pressegesellschaft (NPG) und der SÜDWEST PRESSE fand, dass "derart krumme Zahlen nicht akzeptabel sind". Brackvogel legte also im Namen der NPG 5000 Euro drauf, rief zu weiteren spontanen Spenden auf, so dass die 700 000-Euro-Marke noch am Abend geknackt war. An die 30 000 Euro kamen nochmals zusammen. Weil der Kassensturz im Detail aber erst heute erfolgt, werden wir das endgültige Ergebnis der 41. Auflage der Aktion 100 000 und Ulmer helft morgen bekannt geben. Das Geld geht komplett an Spendenempfänger, die ihre Schecks heute in unserer Galerie überreicht bekommen.
Geschehen ist dies alles beim ersten "Winterleuchten", einem Neujahrsempfang der etwas anderen Art, der den Aktionsabschluss bildete - und zur Charity-Nacht geriet. Fürs "Winterleuchten" waren im Hof des Firmengeländes beheizte Zelte aufgestellt worden, in denen Zimmerwärme herrschte - trotz Draußenkälte von minus 20 Grad. 200 Gäste fanden sich ein zu dieser Premiere, die unter dem Leitmotiv "Optimismus" stand, wozu Alt-Ministerpräsident Lothar Späth was zu sagen hatte. Wer den Ulmer Ehrenbürger Späth als Redner einlädt, kann trotz Schuldenkrise, Umweltkatastrophen und einer Krise in Berlin, "die manche Mücke zu einem Elefanten wahrhaft präsidialen Ausmaßes aufgeblasen hat" (Brackvogel), nicht trübsinnig sein. Es gelte, so der NPG-Chef, sich der eigenen Stärken zu besinnen: zupackende Zuversicht, Mut und gute Laune.
Späth begann mit einem Bonmot: "Optimismus ist keine Schande." Freilich gewinne man in Deutschland oft den Eindruck, man geniere sich seiner Erfolge. "Alle Welt lobt die Deutschen - außer sie sich selbst." Ulm nahm Späth von dieser Art der falschen Bescheidenheit aber aus. Das Geheimnis des neuen deutschen Wirtschaftswunders sieht Späth darin, dass Unternehmer und Gewerkschaften gemeinsam ein Höchstmaß an Arbeitszeitflexibilität geschaffen hätten, um die Stückkosten drastisch zu senken und sich damit im internationalen Wettbewerb zu verbessern.
"Winterleuchten" - das hieß unter Regie des Intendanten Andreas von Studnitz freilich auch große Bühne mit Ensemble-Mitgliedern des Theaters Ulm wie der Mezzosopranistin Kinga Dobay und dem Bariton Kwang-Keun Lee. Aber auch Piano- und Populärmusik mit Joe Fessele und Olimpia Casa sowie zum mitreißenden Finale mit Vollblut-Musikerin Ariane Müller und der Vollblut-Sängerin Julia Gámez Martin.
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Autor: BEATE ROSE HANS-ULI THIERER | 06.02.2012
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