INTERVIEW

"Südamerika klingt nach Abenteuer"

Ein Jahr ins Ausland? Viele Schüler wollen nach Südamerika. Warum das so ist, sagt Monika Los (27), Pressesprecherin der Austauschorganisation AFS.

Viele Schüler wollen gerne ins Ausland. Aber überschätzen sich 16-Jährige nicht selbst, wenn sie tausende Kilometer von zu Hause entfernt zur Schule gehen wollen, oft ohne die Landessprache zu beherrschen?

MONIKA LOS: Nein. Die Schüler sind regelrecht in die Familien eingebunden, sie leben dort wie ein weiteres Kind. Ich spreche aus eigener Erfahrung, da ich vor zehn Jahren als 17-Jährige in Venezuela war. Man lebt bei der Gastfamilie, nimmt die Kultur intensiv auf, lernt die Sprache und lebt in allen Bereichen sehr behütet.

Momentan scheint es einen Trend zu geben, dass es viele Schüler nach Südamerika zieht. Können Sie das bestätigen?

LOS: Absolut. In unserer Organisation haben wir in diesem Sommer zum ersten Mal den Fall, dass mehr Schüler nach Südamerika als nach Nordamerika reisen und dort ein Jahr lang bleiben.

Was sind die Gründe dafür?

LOS: Vielen Jugendlichen geht es um die Sprache. Heutzutage wird an vielen Schulen Spanisch als Fremdsprache angeboten. Das wollen die Schüler vertiefen, deswegen sind jene Länder für viele so interessant, in denen Spanisch gesprochen wird wie Bolivien, Paraguay, Argentinien.

Wohin gehen Schüler selten?

LOS: Nach Osteuropa und das, obwohl unsere Organisation gemeinsam mit der Baden-Württemberg-Stiftung dafür interessante Stipendien anbieten, so dass Schüler nur 1300 Euro im ganzen Jahr zahlen müssten. Nach Südamerika zu gehen, klingt für viele nach Abenteuer. Osteuropa ist nah, viele glauben, dass sie die Kultur kennen.

Info ASF steht für „American Field Service“ und ist eine gemeinnützige Organisation, die weltweit Schüleraustausch für 15- bis 18-Jährige anbietet. Die Preise dafür liegen zwischen 5000 und 10 000 Euro, in denen Reisekosten enthalten sind.


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Autor: BEATE ROSE | 03.08.2010

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