Maestro's Memorial haben ihr Album-Debüt "Weight of our Words" produziert

Sie rockten bereits beim Frequency-Festival in St. Pölten oder unplugged in Amsterdam: Nun haben "Maestro's Memorial" ihr erstes Album "Weight of our Words" veröffentlicht und sind bereit für weitere Live-Taten.

Wer die besten Infos über die Ulm-Regio-Band „Maestro’s Memorial“ finden will, der liegt erstaunlicherweise im Online-Soundpark des österreichischen Kult-Rundfunksenders FM4 richtig.

Von dieser Plattform schafften es die Musiker ins Line-up des wichtigsten Festivals im Nachbarland, das Frequency – im Vorprogramm der großen Vorbilder Radiohead. Und nachdem man sogar bei Clubgigs in Amsterdam im Unplugged-Format punkten konnte, ist nun Zeit fürs erste Album.

Das dauerte, denn bei „Maestro’s Memorial“ entstehen die meist sehr komplexen Songs nicht im Schnelldurchlauf, wie Andreas Miehle betont: „Wir sind keine Band, die in einer Probe ein Lied schreiben kann. Da ist die Grundidee, dann wird nach Sounds gesucht, geschaut, was mit den Instrumenten so geht, dann die Breaks eingebaut.“ Die Band will nicht so leicht zu fassen sein. „Die Mischung macht’s. Wir kommen musikalisch aus den unterschiedlichsten Richtungen – vom Jazz, Metal, Singer/Songwriting.“

Der Spagat könnte kaum gewagter sein. So rieben sich die Hörer der frühen Myspace-Seite der Band auch verwundert die Ohren. Akustische Gitarrenmusik im Easy-Listening-Format traf auf Rockmusik mit wabernden Echo-Sounds. Zumindest in diesen epischen Andeutungen konnte man den Stammbaum der jungen Band erahnen. Schließlich waren Mitglieder der Band zuvor bei „Raudur Sol“ aktiv gewesen.

Hatte man sich hier an die Vorgaben des Raudur-Masterminds Viktor Nordir halten müssen, geht’s jetzt im Band-Geflecht um Feingefühl und Kompromisse, denn die Schnittmenge macht’s. Die akustischen Roots treffen auf Sounds, die Vorbilder wie „Sigur Ros“ oder „The Album Leaf“ nicht verhehlen wollen.

Bei den Schubladen für den Sound wird’s dennoch schwierig. „Indie-Shoegaze-Alternative“ fasst Johannes das satt mit inhaltsstoffen gefüllte Stilgebräu zusammen, auch eine Spur Progressive sei durchzuhören. „Aber mit diesem Begriff kann kaum jemand etwas anfangen. Und es wäre blöd, Leute nur wegen Genre-Begrifflichkeiten auszuschließen. Zu uns kommen auch Metalfans und Disco-Schnecken.“

Die Idee, ein Album aufnehmen zu wollen, reifte bereits nach dem ersten Auftritt im Rahmen der Landesgartenschau in Neu-Ulm. „Da hatten wir nur vor sieben Leuten gespielt, der Toningenieur hat aber so gute Aufnahmen gemacht, dass wir sie als Demo verwenden konnten“, erzählt Gitarrist Johannes Zantow. Bei der Suche nach einem Studio erinnerten sich die Musiker an den Soundmann, kontaktierten ihn und nahmen in Reutlingen auf. „Schließlich ist ein Album ja der Traum von jedem Musiker, der es ernst meint.“ Gemastert wurden die Stücke in Martin Schmitts „Toninfusion“-Studio, der die Songs des Albums auch im Netz über „Music Injector“ vertreibt. Ob bei amazon oder iTunes, die Stücke sind weltweit zu haben.

Den Traum, aus dem zeitintensiven Hobby einen Beruf zu machen, leben die Musiker von „Maestro’s Memorial“ durchaus vernünftig. „Den naiven Rockstar-Traum kennt ja fast jeder, der Musik macht. Ich studiere und für mich ist die Band der beste Ausgleich. Ich würde allerdings auch alles hinwerfen, wenn das mit der Musik klappt“, sagt Andreas, der noch immer von den Gigs in Amsterdamer Clubs und auf der Open Stage des Frequency zehrt, auf die die Band übrigens über ein Publikumsvoting kam.

Nun sollen in diesem Sommer noch einige Konzerte gespielt werden. Dort wird dann auch das Album „Weight of our Words“ zum Kauf angeboten. udo eberl

Info

Die nächsten Auftritte von Maestro’s Memorial: 12. Juni im Club Schilli und am 27. August im Neu-Ulmer Glacis, jeweils ab 20 Uhr. Mehr Infos unter www.maestros-memorial.de


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Autor: UDO EBERL | 28.05.2010

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