SPORT IN DER STADT (4/8)
Longboard: Chillen auf Rollen
Ulm. Nicht alle Bretter mit vier Rollen drunter eignen sich zum Springen und Tricksen. Mit Longboards kann man eher cruisen oder heizen. Timo erzählt euch, wie es funktioniert:
„Bremsen geht nicht“, sagt Timo. Wenn er sein Longboard bergab einfach rollen lässt, gehört immer auch ein bisschen Glück dazu. Abspringen ist bei Tempo 70 zu gefährlich, einen Powerslide, das aprupte Querstellen des Brettes, kann er nicht. Der 32-Jährige zuckt mit den Schultern. Ja, sicher sei das gefährlich. „Einen Downhill sollte man aber eh erst nach zwei bis drei Jahren versuchen“, rät er. Bis man in der Ebene einigermaßen sicher auf dem rollenden Gefährt steht, dauere es etwa eine Saison. „Vom Gefühl her ist ein bisschen wie Snowboarden oder Surfen“, sagt Timo.
Ein Surfbrett für die Straße
Der Krankenpfleger rollt seit acht Jahren auf seinem Brett durchs Leben. Damals haben seine Freunde für das Longboard zusammengelegt. Das Deck ist etwas länger als normale Skateboards und häufig geformt wie ein kleines Surfbrett. So genannte Flexboards, erklärt Timo, seien ideal zum Cruisen. „Die Bretter sind leicht nach oben gewölbt. Durch die Spannung, die entsteht, wenn man drauf steht und sich vom Boden abstößt, bekommt man viel mehr Schwung.“
Rücksicht vor Fußgängern
Auf glatten, ebenen Wegen kann Timo tempomäßig mit einem Fahrrad mithalten. Nur: An Drahtesel und Klingeln haben sich ruhesuchende Donauspaziergänger gewöhnt. Das kratzende Geräusch von Gummirollen auf Asphalt ist für viele noch ungewohnt. Für ihn ist Rücksichtnahme deshalb besonders wichtig: „Man kann nicht einfach von hinten angeprescht kommen und sich dann wundern, wenn Leute sich erschrecken und sauer reagieren“, sagt Timo. Bislang habe er allerdings keine Probleme mit Fußgängern gehabt – oder sie mit ihm.
Longboard Wahnsinn - MyVideo
Downhill: Übung erfroderlich
Timo nutzt das Board hauptsächlich als Fortbewegungsmittel in der Stadt, aber eben auch zum Spaß: bergab. Seine Lieblingsstrecke ist die Busstrecke zur Uni am Eselsberg, weil dort nur wenige Autos unterwegs sind. Dass Downhill-Boarden aber auch ohne Gegenverkehr gefährlich sein kann, musste Timo schon erleben: Während einer Abfahrt zerfetzte eine der Gummirollen förmlich, Timo blieb unverletzt. „Ich habe einfach Glück gehabt.“
Unser Fazit:
Longboarden ist nicht nur cool, weil es anderes ist. Nein: Die "Surfbretter" für die Straße taugen sogar als effektive Fortbewegungsmittel. Ein Longboard kann in der Stadt ein guter Fahrradersatz sein. Aber nur mit etwas Übung, weil gerade bergabfahren gelernt sein. Für ein Longboard sollte man mindestens 150 Euro einplanen.
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Weitere Infos:
Longboards sind länger als herkömmliche Skateboards - meist zwischen 90 und 150 Zentimeter. Je nach Hersteller kann man sich die Flexstufe des Longboards, also wie weit sich das Board durchbiegen lässt, selbst aussuchen. Die Rollen sind größer als bei normalen Skateboards und in zwei Arten erhältlich: Griprollen mit glatter Oberfläche und scharfkantigem Rand und Sliderollen mit angerauter Oberlfäche und abgerundetem Rand. Wer keine Lust auf Cruisen hat, kann auch vier andere Fahrtechniken ausprobieren:
1. Downhhill oder Speedboarden
Bergab können auf dem Longboard bis zu 100 Sachen erreicht werden. Aber Vorsicht, nichts für Anfänger! Downhill will gelernt sein und auch erfahrene Longboarder sollten immer achtsam sein. Denn: Bei 60 km/h können die Räder stark rutschen .
2. Carven
Hier geht's zwar auch bergab, aber nicht, um möglichst schnell zu sein. Beim Carven versucht der Fahrer, Kurven in möglichst tiefer Position auszufahren.
3. Dancing
Für die Techniker: Auf gerader oder leicht abschüssiger Fläche geht`s um Tricks auf dem Brett.
4. Long Distance Pumping
Für Leute mit Durchhaltevermögen: In dieser Disziplin versucht der Longboarder, möglichst lange Strecken auf seinem Brett zurückzulegen.
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Autor: DANA HOFFMANN | 25.08.2010
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