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Klangbad-Festival - ungewöhnlich, schräg und spannend

Heute, Sonntag, ist der dritte Tag des Klangbad-Festivals in Scheer bei Sigmaringen. Um 17.15 Uhr spielen Nufa, um 19 Uhr Gustav und zum Abschluss dieses kleinen, feinen, ungewöhnlichen Festivals A Hawk and a Hacksaw. Am Samstag begeisterten FM Einheit, Jimi Tenor und DJ Marcelle.

Autor: CLAUDIA REICHERTER |
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Dieses Festival ist anders als die meisten anderen Sommer-Open-Airs. Das liegt nicht nur daran, dass es sich mitten in einem beschaulichen kleinen Dorf bei Sigmaringen auf einer in die Donau ragenden Halbinsel, und dort neben einer Haupt- und einer Zeltbühne auch noch im Innenhof und den Kantinen einer ehemaligen Papierfabrik abspielt. Noch liegt es vordergründig daran, dass die Besucher im Zelt ebenso wie ums große Lagerfeuer auf Sofas Platz nehmen. Der wichtigste Unterschied zu Veranstaltungen wie Southside, Summerjam oder Summerbreeze ist: Dort gibt es vorrangig Musik zu hören, die der Festivalbesucher schon bestens kennt und einfach gern mal live um die Ohren gehauen bekommen will. Hier hingegen? Experimentelles, Verspieltes, Schräges, manchmal Sphärisches, Abgehobenes. Aber dennoch Hochklassiges und weitgehend Tanzbares. 

Deshalb heißt das dreitägige Festival wie die in Scheer ansässige Musikproduktionsfirma "Klangbad". Veranstaltet wird es vom Verein "Stiftung kreative Impulse - Musik und Kunst in Oberschwaben" sowie zahlreichen ehrenamtlichen Helfern.

Am Samstag des mittlerweile siebten Klangbad-Festivals haben unter anderem Ex-Einstürzende-Neubauten-Presslufthammerschwinger FM Einheit mit Klangbad-Label-Mitbegründer und Ur-Krautrocker Hans Joachim Irmler sowie der finnische Multiinstrumentalist Jimi Tenor mit seiner Band Kabu Kabu für das Schräge und Hochklassige auf der zwischen Weidenbüschen liegenden Hauptbühne gesorgt. FM Einheit und Irmler lieferten sich ein faszinierendes Klangduell, das sie mit verschiedenen Werkzeugen  bis hin zur Bohrmaschine an einer überdimensionalen Metallfeder und am Computer erzeugten. Nur ein Sommergewitter ist schöner und beängstigender zugleich. Jimi Tenor hingegen bot erstklassig Nu-Jazziges mit Afro-Beat, Percussion und Bläsern, und das Ganze im exzentrischen Samtmantel mit Andy-Warhol-Brille.

  

Im Hinterhof der einstigen Papierfabrik Scheer ein paar Gassen weiter jagten zum Abschluss des zweiten Festivaltags die beiden Soundtüftler des Tanz-Acts Incite technoid-scharfe Beats in die kühle Albsommernacht, und DJ Marcelle heizte einen Stock höher dem Tanzvolk mit herzhaft HipHoppigem ein.

Heute, Sonntag, geht es in Scheer weiter: unter anderem mit Aquaserge aus Südfrankreich mit dem Sound der späten 60er Jahre (ab 14.30 Uhr im Zelt), dem akustischen Minimal-Musik-Duo Fifity-Fifty (16 Uhr), den Klangbad-Stammgästen Nufa (17.15 Uhr auf der Hauptbühne), der Wiener Sängerin und Laptop-Künstlerin Eva Jantschitsch alias Gustav (19 Uhr) und der Balkan-Combo A Hawk and a Hacksaw aus New Mexico (20.30 Uhr).

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