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Traurig, traurig. Das war es zumindest Ende 2008, Anfang 2009. Da gingen der Szene in Ulm und Neu-Ulm nämlich ordentlich die Läden aus. Damals gingen im Home die Rollläden runter, die Heidi suchte einen neuen Pächter, der Bahnhof Neu-Ulm hatte bereits dichtgemacht.

Autor: SWP |
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Traurig, traurig. Das war es zumindest Ende 2008, Anfang 2009. Da gingen der Szene in Ulm und Neu-Ulm nämlich ordentlich die Läden aus.

Damals gingen im Home die Rollläden runter, die Heidi suchte einen neuen Pächter, der Bahnhof Neu-Ulm hatte bereits dichtgemacht. Im Dezember 2008 schloss auch noch Bodo Hansen, der Pächter des Salon Hansen im Neu-Ulmer Industriegebiet, seinen Club. Der war acht Jahre lang ein beliebter Raum für Konzerte, Ausstellungen und DJ-Partys gewesen. Doch dann ging es bergab, schlichtweg weil das Publikum ausblieb und zwar aus zwei Gründen: Wegen der Baustelle Bahnhof Neu-Ulm musste man einen ordentlichen Umweg in Kauf nehmen, und das Rauchverbot verdarb vielen das Ausgehen.

Im Frühjahr 2009 schließlich ein weiterer Aufreger für das alternative Publikum: Es hieß, die Pufferbar schließe. Das tat Klaus Erb, der Pächter des Clubs in der Olgastraße im Mai tatsächlich. Warum? "Gründe gab es viele", sagt er heute. Es sei einfach passiert. Damals betrieb er den Club Eden und die Pufferbar gleichzeitig, und "die Pufferbar war immer zu voll, das hat keinen Spaß mehr gemacht, wenn du niemanden mehr kennst".

Das alles ist jetzt fünf Jahre her. Mittlerweile lebt Bodo Hansen in Leipzig. Vor einem halben Jahr sei Hansen mal wieder in Ulm gewesen, er und Erb kennen sich gut, haben beide im Club Eden als DJs aufgelegt. Damals ist diese Idee entstanden: eine Gedächtnis-Party, die den Namen trägt "Pufferbar & Salon Hansen Remember-Party". Sie soll am Mittwoch, 16. Mai, steigen. Und wo bitteschön, da es weder die Pufferbar noch den Salon Hansen gibt? Natürlich im Eden, dem Club in der Karlstraße, der Erb gehört. Pufferbar wie Hansen waren Clubs für Freunde innovativer Konzerte, für Musiker, Tischkickerspieler und all jene, die sich gerne mit diesen Leuten umgeben. Für diese Leute wird es die Gedächtnisparty mit gleich drei Live-Bands gegeben. Zunächst tritt auf: Fredovitch and his One Man Band. Ein Alleinunterhalter? Offenbar, denn wie Erb erklärt, spielt er Schlagzeug, Orgel, Gitarre und das fast alles gleichzeitig. Erb ist überzeugt: "Das hört sich an wie eine Band, das wird toll."

Der Hauptact wird King Khan sein, der Frontmann von The Black Jaspers. Als "schön schräg" und "schon ein Verrückter" beschreibt Erb King Kahn. Der wiederum hat sich selbst den Beinamen "Maharadscha of Soul" verliehen. King Khan wurde als Sohn indischer Einwanderer 1977 in Kanada geboren, musikalisch fühlt er sich in der Punkszene daheim, ebenso im Soul und liebt die Songs eines Allen Ginsberg. Wie gesagt, es hört sich schräg an.

Als dritte Liveband des Abends tritt Bodo Hansen mit dem Musiker Daniel Windisch auf und zwar als Duo unter dem Namen Hansen-Windisch. Sie versprechen eine extrem tanzbare Mischung aus Kraut, New-Wave und Postpunk.

Nach den Konzerten ist noch nicht Schluss. "Dann stehen die Chefs am Plattenteller", sagt Erb. Die Chefs, das sind natürlich er und Bodo Hansen. Als DJ-Team nennen sie sich The Blow. Erbs Musik ist eher gitarrenlastig, Hansen liebt hingegen die Neue Deutsche Welle. Letztlich hören sie auf das, was das Publikum will. beate rose

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