Der LITERARISCHE SONNTAG

Gedanken zum Tod

Kurzgeschichten, Gedichte, Essays - das alles findet Ihr am "literarischen Sonntag". Wer auch etwas beitragen möchte, kann eine E-mail schicken an uns schicken: jungesulm@swp.de

Gedanken zum Tod

Der Mensch ist sterblich. Er muss sterben, wann auch immer, einfach sterben und dann? Vielleicht ist es aus. Vielleicht ist es aus, man ist raus, für immer draussen aus dem Leben und hat keine Sorgen mehr. Ist einfach draussen, ohne Erkenntnis, ohne Gedanken, ohne zu schwanken und ohne zu sein. Für die anderen ist man dann gewesen, bloße Vergangenheit und für sich selbst ist man nicht. Ist nicht.
Wie ist es, nicht zu sein? Ein Schlaf, der endlose Schlaf, endgültig und aus? Die letzte Ruhe, doch ruhelos, weil nicht ruhen kann, was nicht ist? Das große Finale, ohne Zurück, doch wenn es soweit ist, stört es nicht?


Ja, wenn es soweit ist, stört es nicht. Es ist egal, ob es aus ist, denn es ist nicht aus. Es ist einfach nicht. Nichts. Vielleicht ist der Tod nicht das Problem. Nicht der Tod, nicht das Nichtsein, sondern das Sein. Obwohl: keiner von uns war immer. Alle sind wir neu hier, neu und wissen all zu gut, wie es ist, nicht zu sein. Denn wir waren nicht. Waren ewig nicht und werden ewig nicht sein. Wir werden gehen, wie wir gekommen sind, ein jeder von uns, und am Ende wird es keine Fragen mehr geben. Keine Fragen mehr, denn die einzige Frage wird beantwortet werden, in dem sie nicht beantwortet wird.

Und dann stellt sich die Frage: was ist besser? Diese Endlichkeit, oder die Unendlichkeit, die oft gepredigt wird? Begreifen kann man beides nicht. Nur, vielleicht muss man nicht begreifen. Muss nicht begreifen, weil nicht begriffen werden kann und dann muss man nicht sterben. Man kann sterben. Oder darf sterben?

Sterben dürfen, das wäre schön. Nicht mit zehn bei einem Autounfall und nicht mit 50 an Krebs. Nicht mit 20 am Blitzschlag und nicht mit 40 an Aids. Nicht mit 15 beim Amoklauf und nicht mit 25 bei einer Messerstecherei. Nicht mit 35 bei einem Flugzeugabsturz und nicht mit 45 bei einer Gasexplosion. Sondern dann, wenn man bereit ist. Fertig auf Erden, alles geregelt, mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Ruhig, ganz ruhig und zufrieden, mit dem Wissen, nicht alles getan zu haben, aber doch am Leben gewesen zu sein. Ja mit dem Wissen, gelebt zu haben.


zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

Sie können noch Zeichen als Text schreiben
Für registrierte Nutzer
Bitte anmelden, um Ihren Kommentar abzuschicken
Für noch nicht registrierte Nutzer
Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.








Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:


Autor: MORITZ CLAUSS  | 09.05.2010

Google 1+

Transporter rast mit hohem Tempo auf Wohnmobil

Langenau Noch unklar ist die Ursache für einen schweren Auffahrunfall am Donnerstag auf der Autobahn 7 bei Langenau, bei dem ein Transporter mit extrem hohem Tempo auf ein Wohnmobil auffuhr. Drei Menschen wurden dabei schwer verletzt, eine Katze wird vermisst.... mehr
Schwerer Unfall bei Brenz

Schwerer Vorfahrtunfall auf neuer Kreuzung bei Brenz

Weil eine Autofahrerin die Vorfahrt nicht beachtete, kam es am Dienstag zu einem verheerenden Unfall auf der neuen Bundesstraße 492: Die Unfallverursacherin wurde lebensgefährlich verletzt.... mehr

Schulbus durchbricht Leitplanke und kippt um

Burgrieden/Rot Der Fahrer eines mit elf Schülern besetzten Schulbuses ist am Donnerstagmittag von der Straße abgekommen, durch eine Leitplanke gebrochen und anschließend im Graben auf die Seite gekippt. Ein Großaufgebot an örtlichen und überregionalen Kräften von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei musste zum Einsatz anrücken.... mehr

Ruf nach Heim ohne Waffen - Memminger Schütze knackte gesicherten Tresorraum seines Vaters

Memmingen/Stuttgart Nach dem Memminger Amok-Alarm fordern Grüne und Opferverbände ein schärferes Waffenrecht. Der 14-Jährige hatte Waffen des Vaters entwendet.... mehr

Fremde Feder - Hans Küng: Papst provoziert Ungehorsam

Auf dem alternativen wie auf dem offiziellen Katholikentag in Mannheim herrschten allgemein Unmut und Frustration über die Verschleppung innerkirchlicher Reformen. Im scharfen Kontrast dazu bereitet Papst Benedikt XVI. für Pfingsten offensichtlich die definitive Versöhnung der katholischen Amtskirche mit den traditionalistischen Piusbrüdern, deren Bischöfen und Priestern vor.... mehr

Feuer bei Firma Knittel in Vöhringen

Vöhringen In dem Abfallentsorgungsbetrieb Knittel in Vöhringen ist am Donnerstag ein Großbrand ausgebrochen. Plastikmüll und Altpapier standen in Flammen.... mehr