Donaufest - auch für die Jugend?

Folklore, Kulinarisches und Musik. Eine Menge geboten ist auf dem Donaufest. Auch für Jugendliche? Unser Mitarbeiter Moritz Clauß (18) hat geprüft, ob sich ein Besuch lohnt.

Vor dem Besuch des Donaufests lohnt sich ein Blick auf die Webseite donaufest.de, auf der unter anderem das vollständige Programm der Veranstaltung zu sehen ist. Dabei sticht die kinderfreundliche Gestaltung ins Auge: Allein am vergangenen Sonntag waren von den 19 Veranstaltungen sechs speziell für Kinder. Für Jugendliche wurde beim ersten Durchlesen deutlich weniger geboten. Deshalb habe ich mich an besagtem Sonntag auf den Weg gemacht, um nach Ständen und Aktionen des Donaufests Ausschau zu halten, die für mich und meine Altersgruppe geeignet sein könnten.

Ein wenig wie ein Mittelaltermarkt

Auf dem Markt der Donaustädte und -regionen angekommen, taucht man sofort in das rege Festtreiben ein. Es ist viel los zwischen den unglaublich vielen Ständen, die sich entlang der Donau am Ulmer Flussufer aufgereiht haben und so folgt man quasi automatisch – von der Menge getrieben – dem länglichen Rundgang um diesen Teil des Festgeländes. Neben Geschirr und anderen Keramiken gibt es Kleidung, Gebrauchsgegenstände, Kinderspielzeug und viele weitere Produkte der Handwerkskunst aus den Donauländern zu bestaunen. Dabei überwiegt der Anteil der traditionellen Erzeugnisse, die teilweise den Eindruck eines Mittelaltermarkts erwecken. Für Musiker wie mich – ich spiele Trompete – ist hier vor allem die große Auswahl an selbst gemachten traditionellen Instrumenten sehr interessant: Es gibt vor allem viele verschiedene Flöten und Pfeifen, aber auch Schlag- und Streichinstrumente sowie eine Sammlung handgemachter Drehleiern.

Lautschrift auf der Bühne

Die Neu-Ulmer Seite des Festmarkts geht verstärkt auf das leibliche Wohl der Besucher ein. Zudem befindet sich dort die Green Danube Stage, auf der zweimal täglich junge Bands aus den Donauländern moderne Musik aller Arten zum Besten geben. Am Sonntag sind dort die Jungs der Ulmer Hip-Hop-Gruppe Laufschrift aufgetreten, die neben ihren zwei Frontmännern eine vollständige Liveband vorzuweisen hatte. Mit unterhaltsamen, aber vor allem auch sozialkritischen Texten ging es auf der Bühne richtig zur Sache und auch das Publikum hatte seinen Spaß am Auftritt der Band, ließ sich jedoch nur schwer zum Mitmachen animieren. Das mag unter anderem daran gelegen haben, dass die Menge nur zu einem kleinen Teil aus Jugendlichen, hauptsächlich aber aus neugierigen älteren Leuten und Familien mit kleinen Kindern bestand. Ein paar der wenigen anwesenden Jugendlichen versicherten mir jedoch, dass der Auftritt von Shazalakazoo (Belgrad) im DonauSalon am Samstag auch bei unserer Altersgruppe ein voller Erfolg gewesen sei.

Fazit: Das Programm des Donaufests ist sicher nichts für jeden Jugendlichen, aber doch für viele von uns. Auf der Green Danube Stage und im DonauSalon gibt es jedenfalls das passende musikalische Angebot für unsere Altersgruppe – selbiges zu nutzen, liegt an uns selbst. Auch ein Besuch auf dem Markt der Donaustädte lohnt. Kaufen würde ich wegen der Preise wohl eher nichts. Aber wenn ich mehr Geld hätte, dann sicher.

Einige Highlights des Donaufest-Programms:
Blanoz: Dienstag ab 20 Uhr gibt es TripHop und Elektronic aus Bukarest live auf der Green Danube Stage beim Edwin-Scharff-Haus.
Get Well Soon: Konstantin Kropper spielt am Donnerstag mit großem Live-Ensemble auf dem Ulmer Marktplatz. Beginn: 19 Uhr
Nasekomix: Die bulgarische Underground-Band spielt am Donnerstag ab 20 Uhr auf der Green Danube Stage in Neu-Ulm.
Miss Platnum: Balkan R’n’B aus Rumänien fern von Ethno. Am Freitag, 3. September, ab 19 Uhr auf dem Ulmer Marktplatz.


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Autor: MORITZ CLAUSS, 18 Jahre | 31.08.2010

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