MEINE SICHT

Das Donaufest ist toll - aber ob ein Fluss verbindet?

Denken wir, wenn wir von Europa sprechen, genauso an die Länder im Osten? Und kann die Donau tatsächlich Identität stiften? Unsere Mitarbeiter haben sich Gedanken darüber gemacht. Oahn Vu, 19 Jahre, findet das Donaufest grandios. Auch wenn sie an der Wirkung der Donau zweifelt.

Wenn ich an „Europa“ denke, assoziiere ich damit automatisch Länder wie Deutschland, Spanien, Italien und Frankreich. So wie mir geht es vielen Jugendlichen. Oft ist uns im ersten Moment gar nicht richtig bewusst, dass auf unserem Kontinent noch andere Länder liegen, wie etwa Rumänien oder Ungarn. Dabei sind diese Länder nicht im Geringsten unattraktiver als Frankreich oder Italien und sind vollwertige Mitglieder Europas.

Ich fühle mich nicht sehr stark mit den osteuropäischen Ländern verbunden. Klar, eigentlich sollte da eine andere Mentalität herrschen. Doch andererseits fühle ich mich auch nicht mit Städten wie Bochum oder Kassel verbunden, allein weil sie wie Ulm in Deutschland liegen. Meiner Meinung nach kommt es eher darauf an, was einer Person an einem Land liegt. Wäre beispielsweise Ungarn das Heimatland meiner Mutter, sähe es schon anders aus und ich würde eine andere Verbindung zu diesem Land haben. Auch wäre es was anderes, wenn ich jemanden aus der osteuropäischen Gegend kennen würde.

Man muss sich nicht zwingend mit anderen euopäischen Ländern verbunden fühlen

Ich denke zwar nicht, dass man sich als Deutscher ohne Weiteres zu anderen europäischen Ländern verbunden fühlt, dennoch glaube ich, dass Europäer zu Europäern einen stärkeren Bezug haben als zum Beispiel zu Asiaten. Das liegt möglicherweise daran, dass die Mentalität der Menschen anders ist.

Das Donaufest soll ein Symbol der Völkerverständigung sein. Alle Länder, durch die der zweitlängste Fluss Europas fließt, sind vertreten. Ich bin zwar etwas skeptisch, ob ein Fluss verbinden kann. Dennoch finde ich: Das Donaufest ist eine grandiose Veranstaltung. Schließlich stellt es in Kooperation mit der Europäischen Donau-Akademie ökologische Projekte vor, mit dem Ziel, unser sauberes Flusswasser genauso rein im Schwarzen Meer ankommen zu lassen – das schweißt die Donauländer zusammen. Vielleicht gewinnt das Event in ein paar Jahren so stark an Popularität, dass es aus dem Stadtleben nicht mehr wegzudenken ist – wie das Nabada.


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Autor: OANH VU, 19 Jahre | 31.08.2010

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