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Das eigene Kraftwerk auf dem Dach – Geld sparen und dabei die Umwelt schonen

Sanieren&Modernisieren: Sonnige Aussichten für zuhause

Zauberwort regenerativ: Die Vorräte an fossilen Energieträgern gehen zur Neige. Erdgas, Erdöl und Kohle stehen nicht unbegrenzt zur Verfügung. Der Atomausstieg ist beschlossene Sache.

Bei der Suche nach Alternativen haben Techniker die Sonne als Energiespender entdeckt. Sie schickt uns über das Jahr gesehen immerhin die 15.000-fache Energiemenge auf die Erde, die die Menschheit aktuell verbraucht. Nach einem ersten, eher zaghaften Anlauf – angestoßen durch die Ölkrise Anfang der 70er Jahre –, die Sonnenenergie zu nutzen, boomt die Solar- und Photovoltaikbranche mittlerweile. Auch große Mineralölfirmen und die Energieversorger befassen sich neuerdings intensiv mit der Nutzung von Sonnenenergie. Im Gegensatz zu konventioneller Energieproduktion ist Sonnenenergie abgasfrei, geräuschlos und umweltfreundlich. Für die Nutzung werden zwei unterschiedliche Systeme angeboten: Photovoltaikanlagen und Solarthermieanlagen. Photovoltaikanlagen wandeln Sonnenenergie in Elektrizität um. Solarthermie ist dagegen ein System, dass die Wärme aus der Sonnenergie auf ein geschlossenes System überträgt und zum Heizen und zur Wassererwärmung genutzt wird. Ein Vier-Personen-Haushalt kann seinen jährlichen Strombedarf mit einer Photovoltaik-Fläche von ca. 30 m² decken. Die Kosten einer kompletten Photovoltaik-Anlage liegen etwa bei 400 bis 700 Euro pro m² Fläche, je nach Produkt und Gestaltung. Die Lebensdauer der Module wird auf ca. 30 Jahre geschätzt.

Keine Abgase, keine Geräusche: Solar ist doppelt gut

Mit einer Solarthermieanlage wird die Sonnenenergie thermisch genutzt, das heißt, es wird Wärme gespeichert. Solarthermieanlagen eignen sich vor allem für die Brauchwassererwärmung. Aber auch die Heizung kann durch die Sonne unterstützt werden. Um hier eine spürbare Energieeinsparung zu erreichen, muss das Haus einen sehr guten Wärmeschutz haben. Sonnenkollektoren haben heutzutage einen Wirkungsgrad von bis zu 85 %. Der Energiedeckungsgrad einer Solaranlage schwankt zwischen 20 % im Dezember und 95 % im Juli; übers Jahr verteilt produziert eine Solaranlage 60 % des Energiebedarfs zur Bereitung von warmem Wasser. Pro Person kann man mit 1 bis 2 m² Kollektorfläche und einem Speichervolumen von 60 bis 120 l rechnen. Im Hochsommer kann bei voller Sonneneinstrahlung auf die Nachheizung des Wassers verzichtet werden. Eine Solaranlage kostet, je nach Produkt und Montageart, 1.000 bis 3.000 Euro pro m². Um die Gewinnung alternativer Energien zu beschleunigen, haben sich die Politiker einiges einfallen lassen. Solarthermie- und Photovoltaikanlagen werden durch diverse Programme des Bundes, der Länder und der Kommunen gefördert. Bei der Installation von Solarthermie- oder Photovoltaikanlagen ist das Fachwissen des Dachdeckerbetriebs gefragt. Nur, wenn die Anlagen fachgerecht angebracht wurden, ist eine optimale Energiegewinnung garantiert. Bei Solaranlagen ist eine Indachmontage, also eine in die Dachfläche integrierte Anlage, eine Aufdachmontage oder eine Einbindung in die Fassade möglich. Ebenso wie die Photovoltaikanlage, sollte eine Solarthermieanlage idealerweise gegen Süden ausgerichtet sein und im Optimalfall einen Winkel zwischen 20° und 50° haben. Auch mit Ausrichtungen gegen Süd-Ost oder Süd-West werden noch gute Erträge erzielt.

Installation nur vom Fachmann

Zur Gestaltung bieten sich verschiedene Bauarten in Dach und Fassade an. Bei Steildächern ist eine Aufdachmontage oder, was sich insbesondere bei Neubauten oder Neudeckungen anbietet, eine Dachintegration, als ganze Fläche oder als Solardachziegel, möglich. Die Dachintegration übernimmt neben der Stromerzeugung auch die Schutzfunktion und ersetzt damit die konventionelle Dachdeckung. Bei Flachdächern ist eine Aufständerung anzuraten, denn die Anlage steht idealerweise in einem Winkel von 30° zu der Horizontalen. Aber auch bei Flachdächern kann die Anlage in die Dachabdichtung integriert werden. Gegebenenfalls ist dann eine größere Fläche erforderlich, um genügend Ertrag zu erzielen. Bei allen Möglichkeiten der Gestaltung ist es wichtig, dass die Anlage nicht durch Bäume, benachbarte Gebäude, Antennen oder ähnliches beschattet wird, denn dies kann erhebliche Energieverluste mit sich bringen.

Autor: CLAUDIA WOHLHÜTER | 18.02.2012

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