Kleinbrauermarkt in Ulm

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    Kleinbrauerei neben Kleinbrauerei. 13 an der Zahl - wie immer. Auf dem südlichen Münsterplatz ist dieses Wochenende Brauermarkt, ein Tummelplatz für Freunde der Regionalität. Foto: 
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Das Reinheitsgebot wird 500 Jahre alt. Deshalb geht der Kleinbrauermarkt auf dem südlichen Münsterplatz in die Verlängerung und dauert erstmals drei Tage. Vom 22. bis 24 April schenken über ein Dutzend Kleinbrauereien mehr als 50 unterschiedliche Biere aus.

Hopfen, Gerste, Wasser – das ist alles, was Herzog Wilhelm IV. den bayerischen Brauern für die Bierherstellung einst zugestanden hat. Und mehr brauchten sie auch nicht, um ein flüssiges Kulturgut zu brauen, das von den bajuwarischen Sudpfannen aus einen Siegeszug um die Welt antreten sollte. Welche immense Vielfalt an Sorten und Aromen sie diesen Zutaten mittlerweile entlocken, grenzt fast an Zauberei. Doch mit Magie hat dies nicht viel zu tun, sondern mit solider, über Jahrhunderte gewachsener Handwerkskunst. Und manchmal, wenn die Umstände dafür stehen, legen die Braumeister nochmal eine Schippe drauf und brauen ein dem Anlass angemessenes Festbier. Damit beschicken auch die regionalen Kleinbrauereien ihren Markt – das Offenhausener Schlössle etwa legt eigens einen Weizenbock auf. Mit den Erzeugnissen des „Moosbeurer Adlerbräu“ als Gastbrauerei wird das ohnehin reiche Bierspektrum noch ein Stück größer. Da das Gebräu schon damals als Grundnahrungsmittel diente, haben die Biertrinker ordentlich angezogen – früher sogar tagtäglich und nicht nur zum Feierabend, was auch Herzog Wilhelm IV. wusste.


Reise in die weite Welt


Als der 1516 in Ingolstadt das Reinheitsgebot erließ, hatte er nämlich mehr im Sinn als die bloße Zutatenvorschrift. Er erlegte Wirten mehr oder weniger eine Preisbremse auf und schrieb ihnen dezidiert vor, wieviel eine Maß Bier maximal kosten darf, damit das Volksgetränk auch für den kleinen Geldbeutel erschwinglich blieb. „Jeder hat damals Bier getrunken, es ist sogar an Kinder ausgeschenkt worden“, macht Schlössle-Wirtin Christa Zoller deutlich. Geschmeckt hat es Überlieferungen zufolge damals allerdings noch völlig anders. Den gegenwärtig bekannten Biergeschmack gibt es erst seit rund 100 Jahren. Vor 500 Jahren mischte man nicht selten Hirse, Bohnen und Erbsen ins Gebräu. Und wenn es sauer wurde, „veredelten“ Brauer zum Übertünchen das Bier mit Pech und Ochsengalle, im Bedarfsfall mischten sie gerne Schlangenkraut, harte Eier, Ruß und Kreide darunter. Zum Zwecke der Aromabildung kamen Zutaten, wie „Eichenrinde“, „Sumpfporst“ und „Tausendgüldenkraut“ zum Einsatz. Hopfen kannte man vor dem 14. Jahrhundert nicht. Dass sich das im 21. Jahrhundert nachhaltig geändert hat, davon kann man sich wie immer auf dem Kleinbrauermarkt selbst überzeugen. Wer bei der großen Reise in die weite Welt der Biere seine Standfestigkeit behalten will, kann die erprobten „ProBiererle“ im 0,1-LiterGlas nutzen und den Konsum an den Ständen im „ProBierPass“ dokumentieren lassen. Mit sechs unterschiedlichen Stempeln und etwas Glück gesellt sich zum Genuss dann auch noch ein Gewinn, zumal es im Jubiläumsjahr neben Einkehrgutscheinen auch Brauereibesichtigungen für Gruppen bis 15 Personen „abzuräumen“ gibt. Darüber hinaus hat der Cityverein fünf Gutscheine à 50 Euro ausgelobt. Als Unterlage für den Genuss ohne Reue wird an den Ständen auch kulinarisch einiges geboten – von hausgemachter Wurst, Schupfnudeln, Maultaschen und Steaks über Dünnete und gegrillten Hähnchen bis zu Käse-Spezialitäten und vielem mehr. Auch an flankierender Tischmusik wird es an den drei Festtagen nicht fehlen: Am Freitag spielt die Musikkapelle Biberach-Asch auf, tags drauf lässt die Blasmusik Messhofen von sich hören und am Sonntag gehört die Bühne der „Rohrblitz Explosion“.



Info
Kleinbrauermarkt auf dem südlichen Münsterplatz in Ulm (rechts vom Hauptportal): Freitag, 22. April: 16-21 Uhr Samstag, 23. April: 11-21 Uhr Sonntag, 24. April: 11-19 Uhr

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