- Sonderveröffentlichung -

Entscheiden in einer komplexen Welt

Ulmer Denkanstöße vom 15. bis 18. März im Stadthaus Ulm

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Kulturwissenschaftler und Kulturmanager Dr. Martin Roth.  Foto: 

Zehn Jahre Ulmer Denkanstöße – dieses Jubiläum war der Stadt Ulm, der Universität Ulm und der Stiftung Bildung und Soziales der Sparda-Bank BW Anlass, ein ganz besonderes Programm mit zahlreichen Höhepunkten zusammenzustellen. Damit verbunden war auch ein neues Erscheinungsbild, das sofort ins Auge fällt. Zum Jubiläums­thema wurde ein entscheidender Aspekt der modernen Lebenswirklichkeit gewählt.

Entscheiden – to make a decision is the toughest/strongest job in the world. Sich entscheiden zu müssen ist harte, ständig zu leistende Arbeit. Natürlich müssen wir uns jeden Tag entscheiden, wann wir aufstehen, was wir essen und anderes – gemeint sind hier aber die markantesten Entscheidungen unseres Lebens wie Berufswahl, Liebesbeziehungen und Gestaltung der Freizeit. „Heirate oder heirate nicht, Du wirst es immer bereuen“, so sagte schon der Philosoph Sören Kierkegaard. Entscheiden kommt von „scheiden, trennen“ und ist daher immer mit Verzicht und folglich mit Schmerz und auch der Angst, nun mit einer falschen Entscheidung leben zu müssen, verbunden. Am Ende des Lebens bleiben nur noch wenige Schachzüge übrig.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Moderne als eine „Epoche der Wahl“ bezeichnet wird. Noch nie hatte der Mensch so viele Optionen der Lebensführung. Doch bleibt er selbst in der Moderne immer hinter seinen unbegrenzten Möglichkeiten zurück, er wird zum „permanenten Versager vor seinen Möglichkeiten“, so der Schriftsteller und Philosoph Sven Hillenkamp. Die Liebe beispielsweise endet im Modus des Vergleichens und damit in dem ständigen Bewusstsein, noch eine bessere Beziehung finden zu können, in Einsamkeit und Sehnsucht.

Die Tragweite von Entscheidungskonflikten und Entscheidungsschwierigkeiten werden in zwei Diskussionsrunden, einmal für das private Leben und dann in berufsspezifischen, lebensrelevanten Kontexten erörtert. Zu Wort kommen ein Richter, eine Rechtsanwältin, eine Ärztin, ein Psychologe, ein Schiedsrichter und ein Schriftsteller.

Entscheiden in der Theorie und Praxis

Den Eröffnungsvortrag hält ein Mann, der sich klar entschieden hat: nämlich von heute auf morgen eine einmalige Spitzenposition aufzugeben. Es ist Dr. Martin Roth, der bis Ende 2016 Direktor eines der renommiertesten Ausstellungshäuser der Welt war, dem Victoria and Albert Museum in London. Er hat unmittelbar nach der Brexit-Entscheidung diese Position ohne Aussicht auf eine noch attraktivere gekündigt.

Der mehrfach ausgezeichnete Unternehmer und Schriftsteller Ernst Wilhelm Händler wird dichterisch in einer Lesung ausführen, wie frei wir wirklich in der gegenwärtigen Welt in unseren Entscheidungen sind.

Den Abschlussvortrag hält Fernsehrichter Alexander Hold, der auch im wirklichen Leben Richter ist. Seine auf SAT 1 ausgestrahlte Gerichtsshow zählt zu den beliebtesten Nachmittagssendungen.

Tolles Kulturprogramm

Neben dem bekannten Theaterstück „Terror“ von Ferdinand von Schirach bildet die vom Gründer des Nachtcafés, Wieland Backes, moderierte Talkrunde einen ganz besonderen Höhepunkt zum Thema: „Mut zur Entscheidung. Wie Menschen ihr Leben in die Hand nahmen“. An persönlichen Schicksalen des Menschen werden weitreichende Entscheidungen des Menschen sichtbar, die er für sich selbst getroffen hat oder die für ihn getroffen wurden. Corinne Hofmann „Die weiße Massai“, Friedrich Schirmer von der Landesbühne Esslingen und drei weitere interessante Persönlichkeiten werden Gäste bei Wieland Backes sein.

Stadt Ulm, Universität sowie die Stiftung Bildung und Soziales der Sparda-Bank BW laden zu den Veranstaltungen, die kostenlos sind, ein. Die Einnahmen aus freiwilligen Spenden kommen der Krebsberatungsstelle Ulm zugute. Weitere Infos unter www.ulmer-denkanstoesse.de

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