Absolventen noch ohne Job-Sorgen

49 Unternehmen haben sich für den so genannten „Career Day“ am kommenden Donnerstag, 22. November, an der Universität Ulm angesagt (Forum Uni Ost/11 bis 16 Uhr).

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Unter ihnen namhafte Konzerne ebenso wie Mittelständler und kleinere Firmen. Damit verzeichnet die inzwischen 13. Karrierebörse für Nachwuchsakademiker aus den Ingenieurwissenschaften, der Informatik und Physik einen neuen Ausstellerrekord. Und eine Premiere ebenfalls: Erstmals flankiert die Rekrutierungsmesse ein attraktives Rahmenprogramm, unter anderem mit Vorträgen und Bewerbertrainings.
„Ulm ist für uns ein sehr attraktiver Standort“, weiß denn auch Jürgen Wiest, Doktorand bei Professor Klaus Dietmayer im Institut für Mess-, Regel- und Mikrotechnik der Uni und Leiter des Arbeitskreises Industriekontakte (AKIK), der den Career Day im Auftrag der Fakultät für Ingenieurwissenschaften und Informatik organisiert. „Dabei mussten wir noch mehreren interessierten Unternehmen aus Platzgründen absagen“, bedauert der 29-Jährige. Ungeachtet diverser Negativbotschaften aus der Wirtschaft also noch keine Job-Sorgen?
„Trotz leicht schwächelnder Konjunktur sind unsere Absolventen aus den Ingenieurwissenschaften und der Informatik auf dem Arbeitsmarkt sehr begehrt und können häufig unter mehreren Stellen auswählen“, sagt Professor Dietmayer, derzeit auch Dekan der Fakultät. Schließlich belege nicht zuletzt die erneut sehr hohe Beteiligung am Career Day das große Interesse der Industrie. Wobei Ulm an Bedeutung und Attraktivität auch für Nachwuchskräfte sogar noch gewinnen werde, durch die Ansiedlung der Firma Continental nämlich sowie der Tochterunternehmen von Audi und BMW auf dem Oberen Eselsberg, „zusätzlich zum Daimler-Forschungszentrum als Standort für modernste Automobilelektronik und Fahrerassistenzsysteme“.
Daraus resultierten nicht nur sehr gute Möglichkeiten zu Forschungskooperationen: „Wir werden dieser Entwicklung auch künftig in der Ausbildung unserer Studierenden Rechnung tragen, durch entsprechende Vertiefungsangebote etwa“, erklärt der Wissenschaftler. Weitere und ganz neue Chancen werden sich AKIK-Chef Wiest zufolge zudem durch die wichtige Rolle Ulms im Bereich der Elektromobilität auftun: „In der Batterieforschung ist das schon der Fall, bei Fahrerassistenzsystemen zeichnet sich das definitiv ab.“ Und nicht zuletzt dürften sich mit den neuen Forschungseinrichtungen der Automobilkonzerne in Ulm beste Perspektiven für Nachwuchsleute ergeben, auf den Gebieten Fahrzeugelektronik und Infotainment vor allem und für Ingenieure ebenso wie für Informatiker. „Ein Blick in das Ausstellerverzeichnis zeigt, dass aber auch Nachrichtentechniker weiter gefragt sein werden“, meint Wiest.
Nun, ob Elektro- oder Informationstechnik, Informatik oder Physik, die Unternehmen sind wie stets mitnichten auf Absolventen allein fixiert. „Für unsere Projekte sind wir ständig auf der Suche nach Nachwuchs in Form von Werkstudenten, Praktikanten, Bachelor und Master für Abschlussarbeiten, aber auch als Direkteinstieg“, verrät etwa Diane Migulla von der Daimler TSS GmbH in Ulm, einer hundertprozentigen IT-Tochter der Daimler-AG, die ihre Dienstleistungen in Form von Entwicklungen, Services und Beratung ausschließlich innerhalb des Konzerns anbietet.
„Den Studierenden die verschiedenen Arbeitsfelder in unserem Software-Unternehmen näher bringen“ will die ebenfalls in Ulm ansässige Nuance Communications Deutschland GmbH, wie es Ilona Alexandra Holtz vom nach eigener Aussage „Hidden Weltmarktführer im Bereich Sprachtechnologie“ formuliert. „Vielen Ulmer Bürgern kein Begriff und doch benutzen sie unsere Software-Lösungen jeden Tag“, so Holtz nicht ohne Stolz und nennt als Beispiele Texteingaben im Mobiltelefon sowie Spracheingaben bei der Fahrzeugnavigation oder beim Telefonbanking. Weiteres Ziel: „Wir wollen mit interessierten Standbesuchern die Entwicklung in diesem Zukunftsmarkt diskutieren.“
Zukunft in Form von Software-Entwicklung und Technikforschung also. Damit bestätigt die Personalmanagerin Uni-Dekan Dietmayer: „Unsere Master-Absolventen finden vornehmlich den Berufseinstieg bei industriellen Marktführern im Bereich Forschung und Entwicklung“, berichtet der renommierte Fahrzeugforscher, weiß indes auch von „guten Einstiegschancen für Bachelor-Absolventen“. Allerdings: „Weit über 80 Prozent von ihnen streben den Master an“, macht der Professor deutlich.
 
Vielseitiges Begleitprogramm
 
„Den Career Day für die Besucher noch attraktiver und informativer zu gestalten“, nennt AKIK-Chef Jürgen Wiest als Motivation für das erstmals in diesem Zusammenhang angebotene Begleitprogramm. In der Tat versprechen die vom International Office und vom Career Service der Uni organisierten und unter anderem vom Wirtschaftsministerium des Landes unterstützten Veranstaltungen wertvolle Erkenntnisse und Erfahrungen. Dies auch, zumal in Englisch abgewickelt, für die internationalen Interessierten. „Do you schpiek Deutsch?“ etwa soll die Unternehmens- und Arbeitskultur speziell in Baden-Württemberg vermitteln. Freilich hat die Attraktivität eine Kehrseite: Das eine oder andere Angebot ist bereits ausgebucht. Insofern empfiehlt sich für Interessierte vorab ein Blick auf die Webseiten.
 
Dekan dankt dem AKIK
 
„Im Namen der Fakultät danke ich dem AKIK sehr herzlich für die perfekte Organisation“, lobt Dekan Professor Klaus Dietmayer schon im Vorfeld die Aktivitäten der Hochschulgruppe. Eigener Aussage zufolge versteht sie sich als Schnittstelle der Universität zu Unternehmen der Elektro- und Informationstechnik. Wobei sich die Arbeit der auch als VDE-Hochschulgruppe auftretenden Nachwuchswissenschaftler nicht auf den „Career Day“ beschränkt. „Wir organisieren ja auch Exkursionen, Seminare und andere Veranstaltungen“, macht ihr Leiter Jürgen Wiest deutlich. Davon profitierten neben den Teilnehmern auch die Organisatoren selbst. „Durch wertvolle Projekterfahrungen“ zum Beispiel oder durch den Umgang mit Partnern aus Wirtschaft und Industrie. „Das stärkt das Selbstbewusstsein und hilft im späteren Berufsleben“, ist Wiest überzeugt. Die Kontaktbörse hat der Doktorand übrigens gemeinsam mit Jonathan Bechter, Marc Schmid, Andreas Hämmerle und Markus Horn vorbereitet.
 
 
 
Eröffnung mit OB Ivo Gönner
 
Offiziell eröffnen werden den Career Day um 10.45 Uhr Ulms Oberbürgermeister Ivo Gönner, Professor Ulrich Stadtmüller, Vizepräsident der Uni für die Lehre, und Professor Klaus Dietmayer, Dekan der Fakultät für Ingenieurwissenschaften und Informatik (Multimediaraum, Forschungsgebäude N27)
  
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