Söflingen stößt mit Zugängen auf geteiltes Echo
Mit ihren jüngsten Spieler-Verpflichtungen kommen die Handballer der TSG Söflingen offenbar nicht bei allen Vereinen in der Region gut an.
Die Kaderplanungen des Handball-Drittligisten TSG Söflingen für die kommende Saison schreiten voran. Gestern, einen Tag nach der 24:29-Pokalniederlage in Horkheim, gab der abstiegsgefährdete Klub die Verpflichtung von Rückraumspieler Janis Bauer von der HSG Langenau/Elchingen bekannt. Der Rückkehrer, der von 2007 bis 2010 bereits in Söflingen im Einsatz war, ist innerhalb einer Woche der zweite Neuzugang für die nächste Spielzeit. Am Wochenende hatte TSG-Manager Uli Gebhard Tim Graf vom TSV Blaustein verpflichtet.
Der Giengener Janis Bauer war im Juni 2010 zur HSG gegangen, um in der Baden-Württemberg-Oberliga Spielpraxis zu sammeln. Künftig soll er den linken Rückraum der tief im Abstiegssumpf steckenden Söflinger verstärken. In Langenau hat sich Janis Bauer zu einem Leistungsträger entwickelt. Doch Gebhard hofft, dass der Wechsel zum Lokalrivalen dort auf Verständnis stößt. "Erfreulicherweise haben sich die Verhältnisse zwischen seinem jetzigen und dem künftigen Verein in den letzten Jahren so verändert, dass ein Spielerwechsel nicht prinzipiell als feindlicher Akt gesehen wird", sagt der Söflinger Sportdirektor.
Und die HSG Langenau/Elchingen sieht dem Abgang von Janis Bauer tatsächlich gelassen entgegen. "Das kam nicht überraschend für uns. Schließlich wollen die Söflinger, falls sie absteigen, die Nummer eins in der Region bleiben", sagt HSG-Trainer Jörg Baresel. Bei dem Baden-Württemberg-Oberligisten ist die Situation in Sachen Klassenerhalt ebenfalls noch ungeklärt. Dennoch feilen die Verantwortlichen schon am neuen Kader. "Wir haben sicherlich einige Spieler im Blick, die auch für Söflingen interessant sind. Da entscheidet vor allem, wer sich bei welchem Verein mehr Spielpraxis erhofft", sagt Baresel.
Andere Töne zu den ersten Transfers innerhalb der Region kommen offenbar vom TSV Blaustein. Dort werde der Wechsel von Tim Graf als Angriff gegen die Blausteiner Interessen gesehen, so Gebhard. Das hätten ihm die Verantwortlichen der Handballabteilung so zu verstehen gegeben. Blausteins Trainer Stephan Hofmeister war gestern telefonisch nicht zu erreichen. Gebhard jedenfalls findet eine gewisse Fluktuation unter den hiesigen Vereinen für die Region förderlich. Die TSG Söflingen wehrt sich vor allem gegen den Vorwurf, sie habe die künftige Verstärkung aus Blaustein abgeworben. "Tim Graf ist Ulmer, der Kontakt besteht schon seit Jahren. Und wenn er Blaustein nicht hätte verlassen wollen, wäre er sicher nicht nach Söflingen gekommen." Zumal der TSV den 26-Jährigen selbst vor zwei Jahren vom SC Vöhringen zu sich gelotst hatte.
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Autor: MANUELA HARANT | 09.02.2012
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