Die Organspende

Organspende ist die Weitergabe von lebenswichtigen Organen an kranke Menschen. In einigen Fällen sind Spenden von Lebenden möglich. Doch meist werden Organe kurz nach dem Tod eines Spenders Bedürftigen implantiert. Eine persönliche Entscheidung zur Organspende erspart Hinterbliebenen die Frage, was im Sinne des Verstorbenen wäre.

Im Transplantationsgesetz von 1997 sind die rechtlichen Bedingungen für Organspenden geregelt. Voraussetzung für eine Transplantation ist der Hirntod. Dieser wird laut Bundesärztekammer als „Zustand des irreversiblen Erloschenseins der Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms“ definiert. Die Herz-Kreislauffunktion und die Beatmung erhalten die Ärzte künstlich, damit die Organe weiter durchblutet werden. Sonst würden diese absterben und könnten nicht mehr implantiert werden.

Gespendet werden dürfen Organe und Gewebe. Dafür entnehmen Ärzte einem Spender während einer Operation diese Körperteile und setzen sie einem anderen Menschen ein. Der medizinische Begriff dafür ist Transplantation, was im Lateinischen Verpflanzung bedeutet.

Auch lebende Menschen können spenden. Diese „Lebendspende“ ist aus medizinischen Gründen aber oft nur für enge Familienangehörige möglich. Für eine Lebendspende kommen nur Organe in Frage, die der Spender ohne größere Beeinträchtigungen entbehren kann, etwa eine Niere oder Knochenmark. Kommerzieller Organhandel wird weltweit geächtet. Doch in Entwicklungsländern wird er von kriminellen Organisationen betrieben.

Kommt eine verstorbene Person für eine Organspende aus medizinischer Sicht in Frage, muss geklärt werden, ob solch ein Eingriff in ihrem Sinne wäre. Liegt dazu keine schriftliche Willenserklärung vor, entscheiden die Angehörigen über eine Einwilligung. Dies kann sehr belastend sein. Klarheit schafft, wer zu Lebzeiten einen Organspendeausweis ausfüllt. Darin wird festgehalten, ob der Inhaber mit einer Organspende generell einverstanden ist, sie generell abgelehnt oder die Spendenbereitschaft auf einzelne Organe beschränkt. Die Entscheidung, Organe zu spenden, können Menschen ab 16 Jahren eigenständig treffen. Organspendeausweise sind in vielen Arztpraxen, Apotheken und über die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) erhältlich. Die Vorlage eines Organspendeausweises kann im Anschluss heruntergeladen und ausgedruckt werden.

Mit Hilfe von Organspenden kann das Leben schwerkranker Menschen verlängert werden. Komplizierte Behandlungen wie die Dialyse können dank einer Organtransplantation entfallen. Doch der Bedarf an Organen ist höher als die Zahl der Spenden. Laut der Deutschen Stiftung Organspende (DSO) warten 12.000 Menschen auf ein neues Organ. Allein der Bedarf an Nieren sei dreimal so hoch wie die Anzahl der gespendeten Organe. Europaweit liegt Deutschland nach Informationen der DSO bei der Organspende auf dem fünftletzten Platz: Insgesamt kämen hierzulande auf 13 Organspender pro eine Million Einwohner und Jahr. Den höchsten Anteil an Spendern in Europa habe Spanien: mit 35 Spendern pro Million Einwohner.

In Umfragen, so der Krankenversicherer Debeka, sprächen sich 60 Prozent der Deutschen zwar prinzipiell für die Organspende aus. Doch im Jahr 2004 hätten nur etwa 20 Prozent aller potenziellen Spender ihren Wunsch schriftlich oder mündlich geäußert. Müssen die Angehörigen eine Entscheidung treffen, stimmen sie meist gegen eine Spende.

Die Entscheidung Angehöriger über eine Organspende findet in einer Extremsituation statt. Meist bleibt kaum Zeit, das Für und Wider abzuwägen. Manche Menschen haben den Wunsch, ihren Angehörigen nach der Transplantation noch einmal zu sehen. Der Anblick des Leichnams mit Spuren eines medizinischen Eingriffs am Körper ist aber für viele schwer zu ertragen. Im Nachhinein kann solch eine Situation zu psychischen Belastungen führen.

Gegner der Organspende kritisieren den Hirntod als sicheres Zeichen des eingetretenen Todes: Entgegen der üblichen Definition des Todes durch Atem- und Herzstillstand sind bei einem Hirntoten die meisten Organe noch funktionsfähig. Es ist nicht sicher, ob Hirntote Schmerzen empfinden können, deshalb bekommen sie vor der Organentnahme eine Narkose.



Weitere Informationen zum Thema:

Vorlage: Organspendeausweis zum Ausfüllen und Ausdrucken [PDF, 75 KB]

0800 - 90 40 400: Infotelefon Organspende der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Informationsplattform zur Organspende der BZgA :Stellt Informationen rund um das Thema Organspende bereit

Webseite der Stiftung Lebendspende :Setzt sich für eine standardisierte Nachsorge von Lebendspendern ein und informiert über den Ablauf einer Lebendspende

Webseite der Deutschen Stiftung Organtransplantation :Koordiniert bundesweit Organspenden und -transplantationen

Webseite der Kritische Aufklärung über Organspende e.V.
Elterninitiative, die über die negativen Aspekte von Organspenden informiert


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