Ergenzinger Pfingstturnier: „Wir vertreten den gesamten Verein“

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Nicht gesetztSÜDWEST PRESSE: Herr Garcia, am Samstag geht’s endlich los. Überwiegt die Vorfreude auf das Pfingstturnier oder haben Sie Angst vor den Gegnern?
Chris Garcia: Dass man ein wenig nervös ist, ist völlig normal. Bei uns im Team überwiegt aber klar die Vorfreude. Gegen solche Gegner zu spielen, ist ein toller Saisonabschluss. Das sind die besten Matches in der Runde. In der Mannschaft war das Pfingstturnier in den vergangenen Wochen das bestimmende Thema.
Sie haben ja bereits im letzten Jahr mitgespielt. Welche Erfahrungen
haben Sie gegen die internationale Konkurrenz gesammelt?
Am Anfang war es sehr ungewohnt, vor allem körperlich konnte ich, zumal ich damals im jüngeren Jahrgang war, kaum mithalten. Aber wir haben uns daran gewöhnt und gute Leistungen gezeigt.
Obwohl das Aus bereits in der
Vorrunde kam?
Ja, aber wir haben in einem Spiel eine Halbzeit lang kein Gegentor kassiert. Man muss sich gegen solche Gegner an kleinen Erfolgen orientieren. Ich glaube, dass der Verein sehr mit den Leistungen zufrieden war. Zumal wir viele Tore nach Standards und nicht aus dem Spiel heraus kassiert haben.
Nun stellt Ergenzingen die einzigen A-Junioren beim Bitzer-Cup, die anderen Teams treten mit den B-Junioren an. Wird das Ergebnis deshalb nochmals besser?
Vor allem körperlich wird das mit Sicherheit ein Vorteil sein. Wenn man einen jüngeren Spieler aus der U17 mit einem älteren der U19 vergleicht, liegen da immerhin drei Jahre dazwischen. Andererseits werden die Teams natürlich spielerisch wieder sehr stark sein, viele von ihnen wie der VfB Stuttgart oder Espanyol Barcelona stehen auch in der Liga ganz weit vorne.
Ist der Gegner aus Spanien derjenige, auf den man sich als Spieler am meisten freut?
Es ist ein großer Name aus einem Land, in dem toller Fußball gespielt wird. Außerdem ist es für mich und meinen Vater als Trainer schon etwas besonderes, weil wir selbst spanische Wurzeln haben. Meine Tante wird als Betreuerin die Spieler von Espanyol begleiten, ich selbst und zwei Mitspieler werden das Team vom Flughafen in Basel abholen.
Wie war denn bei Ihrem ersten
Turnier der Austausch mit den gegnerischen Spielern? Unterhält man sich dabei auch über die unterschiedlichen Trainingsmethoden?
Das eher weniger. Aber wir haben im vergangenen Jahr mit den Mainzern geredet, sie gefragt, wie sie die Abende hier in Ergenzingen verbringen.
In der Vorrunde spielt Ihr Team gegen Stuttgart, Basel und Barcelona. Wie passt man die Spielweise an die starken Gegner an?
Wir werden natürlich erst einmal versuchen, hinten kompakt zu stehen. Das ist klar. Denn gegen diese spielerisch top-ausgebildeten Mannschaften ist es kaum möglich, selbst das Spiel zu gestalten. Daher werden wir darauf hoffen, den ein oder anderen guten Konter zu fahren. Und wenn wir hinten sicher stehen, können wir selbst unser Spiel aufziehen.
Was kann man sich in kurzer Zeit von den anderen Teams abschauen?
Gegen Wolverhampton war beeindruckend zu sehen, wie sich die Mitspieler vor dem Anpfiff pushen und aufheizen. Da hörte man immer wieder lautstarke „Come on boys“-Anfeuerungen. Sich so auf ein Spiel einzustimmen, haben wir gleich versucht zu übernehmen.
Spüren Sie großen Druck, weil Sie als Heimmannschaft auflaufen?
Überhaupt nicht. Auch für uns steht der Spaß im Vordergrund. Man muss realistisch sein: Das sind schwere Spiele, in denen wir uns keine allzu großen Hoffnungen auf Siege machen sollten. Das heißt aber nicht, dass wir nicht diszipliniert und hoch motiviert auftreten. Denn die Leistung muss vor heimischem Publikum stimmen. Viele Spieler, die letztes Mal dabei waren, wissen wie toll die Atmosphäre ist – das ist Motivation genug. Da brennt viel Feuer in jedem Spieler.
Gilt die Disziplin auch abends? Wie schwer wird es für junge Männer wie Sie sein, bei dem großen Volks-Gäufest nicht erst um 3 Uhr nachts aus dem Zelt zu gehen?
Alle Spieler haben so viel Lust auf das Turnier, dass keiner einen negativen Ausreißer haben möchte. Schon im vergangenen Jahr war jeder pünktlich beim Treffpunkt, die Disziplin hat sich durchs ganze Turnier gezogen.
Gibt es denn einen Aufpasser?
Unsere Trainer werden mit drei Führungsspielern klären, bis wann wir unterwegs sein dürfen. Aber jedem Spieler ist von alleine klar: Wir vertreten an diesen Tagen den gesamten Verein TuS Ergenzingen. Als Spieler auf dieser Ebene hat man nur in den beiden A-Jugend-Jahren die Chance, gegen so starke Mannschaften zu spielen. Da muss man sich beim Feiern auch mal zusammenreißen.
Chris Garcia im Kurzporträt
Der Kapitän der A-Junioren des TuS Ergenzingen ist 18 Jahre alt und macht gerade sein Abitur an der Beruflichen Schule in Rottenburg (Wirtschaftsgymnasium). Chris Garcia spielt seit der frühen Jugend für den TuS Ergenzingen und hat „keineswegs vor, daran etwas zu ändern“. Im nächsten Jahr möchte Garcia in der ersten Mannschaft angreifen. Allerdings verpasst er die Vorbereitung, weil er zu dieser Zeit im Ausland ist. „Danach aber möchte ich versuchen, mich auch bei den Aktiven durchzusetzen.“
