DSV-Analyse

Weniger Verletzungen im Skisport

Planegg.  Schwere Verletzungen auf der Piste sind zurückgegangen. Der Deutsche Skiverband (DSV) stellte jetzt die neuesten Unfallanalysen vor.

Der Skiunfall des ehemaligen Thüringischen Ministerpräsidenten Dieter Althaus jährt sich bald zum ersten Mal. Der Politiker war damals auf der Piste mit einer Skifahrerin zusammengestoßen, die Frau starb.

Denkt man an die Berichterstattung danach, so bleibt der Eindruck: die Unfallzahlen sind in den vergangen Jahren gestiegen, die Leute fahren viel schneller und riskanter. Zahlen der Ski-Unfallanalyse aus dem Winter 2008/2009 der Auswertungsstelle für Skiunfälle (ASU) der Arag-Versicherung, die gestern in Planegg bei München vorgestellt wurden, bestätigen dies nicht. Im Gegenteil: Es gibt weniger Verletzungen im Skisport. Etwa 49000 Deutsche verletzten sich laut Hochrechungen im vergangenen Winter beim Skifahren. Seit Erhebung der Daten 1979/80 ist das ein Rückgang von mehr als 50 Prozent. Auch die Zahl der Kollisionsunfälle ist laut ASU rückläufig.

"Es gibt auch nicht mehr Kopfverletzungen", sagte Arag-Vertreter David Schulz. Die Zahl schwanke seit Jahren zwischen zehn und zwölf Prozent der Verletzten. Am häufigsten kämen nach wie vor bei Männern Schulter- und bei Frauen Knieverletzungen vor. Um die Sicherheit beim Skifahren noch weiter zu erhöhen, führt die Stiftung Sicherheit im Skisport (SIS) in diesem Winter in Kooperation mit dem Verband Deutscher Seilbahnen und Schlepplifte (VDS) ein Pistengütesiegel für deutsche Skigebiete ein. Um diese Auszeichnung zu erhalten, müssen die Abfahrten angemessen in blaue (leichte), rote (mittelschwere) und schwarze (schwere) Pisten eingeteilt sein und so gut markiert werden, dass auch der Fremde sich sofort zurechtfindet. Die tägliche Kontrolle, Warnungen und Absicherungen spielen ebenso eine Rolle wie der Pistenrettungsdienst. 13 Anträge aus deutschen Skigebieten liegen laut DSV-aktiv-Geschäftsführer Norbert Höflacher bereits vor. Ab dem 15. Dezember soll geprüft werden. Vorausgesetzt, es liegt bis dahin genügend Schnee.


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Autor: IRIS HILBERTH | 04.12.2009

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