Kollege Fußballfan - Was heimische Unternehmen dulden

Nicht jeder hat Feierabend, wenn um 18 Uhr unserer Zeit Spiele der Fußball-WM angepfiffen werden. Doch Fernsehen am Arbeitsplatz ist nicht immer erlaubt. Heimische Betriebe verweisen auf Gleitzeit.

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Der Kollege findet seine Unterlagen nicht mehr. Wie auch? - unter all den schwarz-rot-goldenen Girlanden auf seinem Schreibtisch! Das Telefon nimmt er nicht ab. Den Griff zum Hörer verwehren ihm die Miniatur-Nationalflaggen aller an der WM teilnehmenden Nationen. Aber nicht nur deshalb ist der Chef nicht gut auf den Kollegen Fußballfan zu sprechen. Das liegt vielleicht auch daran, dass dieser Kunden nur noch mit Schal und im Trikot der Nationalmannschaft empfängt. Anzug und Krawatte hat er abgelegt - und das soll bis zum Finaltag so bleiben.

Freilich, das beschriebene Beispiel ist fiktiv und überzogen. Aber vielen stellt sich die Frage: Fernsehen, Radiohören, Fanartikel am Arbeitsplatz - was erlaubt der Chef und was nicht?

Casual Friday im Trikot

Bei einer Umfrage in heimischen Betrieben werden die Parallelen deutlich. In vielen Unternehmen haben Mitarbeiter Gleitzeit. Sie können sich ihre Arbeit so einrichten, dass sie zu Beginn der Spiele schon daheim oder beim Public Viewing sind. "Wir haben flexible Arbeitszeiten. Insofern liegt es bei den Mitarbeitern und den Regelungen innerhalb der Teams, wie die Anwesenheit der einzelnen Teammitglieder während der Fußball-Weltmeisterschaft gehandhabt wird", teilt Halls größter Arbeitgeber, die Bausparkasse, mit. Beim Ilshofener Spezialmaschinenbauer Bausch+Ströbel endet die Kernarbeitszeit um 15.30 Uhr - Arbeit und Fußball lassen sich somit koordinieren. Mitarbeiter der Spätschicht haben die Möglichkeit, die Spiele im nahe gelegenen Flairpark-Hotel anzusehen. Dort werden alle Spiele gezeigt. Dazu müssen sie aber ausstempeln.

Arbeiten im Nationaltrikot - beim Haller Flugzeugsitzeentwickler Recaro Aircraft Seating ist dies in Ausnahmefällen zulässig. "Bei uns gibt es einen Dresscode - das betrifft nicht nur die Mitarbeiter mit Kundenkontakt, sondern zum Beispiel auch die Kollegen in der Produktion. Es wäre aber denkbar, dass Mitarbeiter ohne Kundenkontakt eventuell am Casual Friday im Trikot erscheinen", teilt Recaro mit.

Auch bei der Bausparkasse sieht man dieses Thema gelassen. "Da vertrauen wir den Mitarbeitern. Natürlich sollte man während seiner Arbeitszeit entsprechend seiner Termine, Aufgaben und seiner Position angemessen gekleidet sein. Wenn ein Kollege Kundentermine hat, erwarten wir, dass er sich passend kleidet", teilt das Unternehmen mit.

Sicherheit vor Fußballschmuck

Sicherheit am Arbeitsplatz geht vor allem in der Produktion vor Fußballschmuck. Das ist auch bei Recaro oberstes Gebot. Nichts spreche aber gegen ein Fähnchen der Lieblingsmannschaft, wenn es die Arbeit nicht behindert. Bei Bausch+Ströbel bleibt es jedem Mitarbeiter überlassen, seinen Arbeitsplatz mit Fußball-Utensilien zu schmücken. Allerdings legt das Unternehmen Wert darauf, dass Sicherheitsvorschriften eingehalten werden - etwa an Maschinen.

Schwierig wird es beim Thema Radio und Fernsehen - dies störe Kollegen, beeinträchtige die Aufmerksamkeit und Sicherheit. Bei der Bausparkasse, Recaro sowie Bausch+Ströbel ist beides nicht erlaubt. Recaro hält allerdings eine Ausnahme für möglich: "Es kann sein, dass wir es - sollte sich im Finale eine interessante Konstellation ergeben - auf der großen Leinwand in der Produktionshalle einrichten, dass unsere Mitarbeiter das Spiel im Unternehmen anschauen können. Dies hat es in der Vergangenheit bei Recaro schon gegeben."

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