Daumendrücken für die Heimat

Am Donnerstag beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien. Die Vorfreude bei Fans steigt - auch bei Familie Melo Guerra Trumpp aus Hall. Sie werden zwei Nationen anfeuern - Deutschland und Brasilien.

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  • Bei Familie Melo Guerra Trumpp aus Starkholzbach gibt es zu Hause beide Flaggen: die deutsche und die brasilianische. Der 16-jährige Patrick wird die eine trotzdem ein wenig stärker schwenken als die andere. 1/2
    Bei Familie Melo Guerra Trumpp aus Starkholzbach gibt es zu Hause beide Flaggen: die deutsche und die brasilianische. Der 16-jährige Patrick wird die eine trotzdem ein wenig stärker schwenken als die andere. Foto: 
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"Vamos juga bem air cara, da o melhor!" So feuern Nadjane Melo Guerra Trumpp und ihr Sohn Patrick die Fußballteams während der Weltmeisterschaft an. Auf Deutsch bedeutet dies: "Auf gehts Leute, spielt gut und gebt euer Bestes!"

Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien: Für Nadjane Melo Guerra Trumpp und ihren Sohn Patrick ist das etwas Besonderes. Denn die Familie hat brasilianische Wurzeln. Nadjane Melo Guerra Trumpp wurde dort geboren: in der Hafenstadt Recife im Nordosten des Landes. Sie lernte ihren deutschen Mann seinerzeit in Brasilien kennen, wo dieser Urlaub machte. Danach folgte sie ihm. Seit 1994 lebt sie in Deutschland.

Sohn und Tochter wurden in Deutschland geboren. Die Familie unterhält sich zu Hause auf Deutsch und Portugiesisch. "Manchmal wechseln wir sogar mitten im Gespräch die Sprache", erzählt Patrick Melo Guerra Trumpp. Nur der Vater spricht kein Portugiesisch, versteht jedoch inzwischen einiges.

Familie Melo Guerra Trumpp aus Starkholzbach hat noch viele Verwandte in Brasilien. Sie kennt das Land, in dem die deutsche Elf bald um den höchsten Titel kämpfen wird.

Brasilianisches Klima könnte deutsche Spieler belasten

"Im Nordosten von Brasilien ist es sehr warm und es gibt viele Inseln. Im Süden ist es eher etwas kühler, außerdem gibt es dort viele Deutsche und sogar ein Oktoberfest wie in München", erzählt die 45-jährige Nadjane Melo Guerra Trumpp. Sogar in ihrer Heimatstadt Recife wird die deutsche Nationalmannschaft ein Spiel gegen die USA bestreiten: am Donnerstag, 26. Juni, um 18 Uhr deutscher Zeit.

Kritik übt die Familie, vor allem die in Brasilien geborene Mutter, daran, wie viel Geld für den Bau von Fußballstadien in ihrer Heimat ausgegeben wird - dabei fehle es an Medizin und an Ärzten. "Dieses Land ist so schön, aber es ist dort eben nicht einfach. Es fehlt vor allem an Geld. Ich finde es sehr verschwenderisch, dass Milliarden von Euros in Fußballstadien gesteckt werden und die Bildung und Gesundheit des Landes vernachlässigt wird."

Und wem drückt die deutsch-brasilianische Familie aus Hall nun die Daumen? Die Mutter ist weder für Deutschland noch für Brasilien, am wichtigsten sei es, dass das Spiel schön ist, erzählt sie. Ihr Sohn feuert Brasilien etwas stärker an als Deutschland, da er sich als Brasilianer fühlt und dort später auch einmal studieren möchte. Er war schon vier Mal in Brasilien und liebt das Wetter dort. "Den Winter in Deutschland brauche ich aber trotzdem." Gute Chancen auf den Sieg hätten sowohl Deutschland als auch Brasilien, meint der 16-Jährige. "Brasilien wird trotzdem etwas besser als Deutschland abschneiden, denn die deutsche Mannschaft hat ja im Moment leider mit vielen kranken Spielern zu kämpfen." Auch das Klima sei für die Deutschen problematisch. Außerdem sei es ein Ansporn für Brasilien, dass die Weltmeisterschaft im eigenen Land stattfinde. Trotzdem hofft er, dass die Deutschen alles geben und schöne Spiele zu sehen sein werden. "Die Fußball-Weltmeisterschaft findet immerhin nicht jeden Tag in unserem Heimatland statt."

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