Vize-Olympiasieger Boll beim Tischtennis-Showturnier in Hall

Der FM-Munzer-Cup ist ein Turnier, das in fünf Städten ausgespielt wird. Am Mittwoch in Hall gewinnt wie an den zwei Vortagen Timo Boll. Doch es geht nicht nur um Leistungssport, sondern auch um Show.

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450 Zuschauer in der Haller Schenkenseehalle werden am Mittwochabend von Timo Boll, Jan-Ove Waldner und Co. Bestens unterhalten.  Foto: 

Die Show ist vorbei, die sechs Tischtennis-Profis sitzen im Sonneck in Gottwollshausen und warten um 23 Uhr auf ihr Abendessen. "Timo hat verdient gewonnen", sagt Jan-Ove Waldner mit einem Lächeln. "Er ist der Beste."

Der 49-jährige zweimalige Weltmeister und erfolgreichste Tischtennisspieler aller Zeiten sagt das ohne Neid. Mit den flinken Beinen des Deutschen kann er nicht mehr mithalten. Waldner lebt nicht mehr spartanisch. Sein Bauchansatz zeigt, dass er nicht austrainiert ist. "Aber es ist der Wahnsinn, wie gut er mit dem Schläger umgehen kann", sagt Josef Ehleiter vom Veranstalter SV Gailenkirchen. "Sonst könnte er mit solchen Tischtennis-Größen nicht mehr mithalten." Waldner hat vor den 450 Zuschauern in der Schenkenseehalle trotzdem zwei Niederlagen in der Vorrunde bezogen.

Aber Waldner mit seinem extrem feinfühligen Tischtennis-Händchen ist auch für die Show zuständig. Beim Duell mit Persson wechseln die beiden mehrfach kurz die Plattenseite und rennen hinter dem Ball her. Der Schwede Waldner hüpft sogar einmal mitten ins Publikum und schlägt von dort aus einen Ball zurück. Als er erkennt, dass die Niederlage kommen wird, spielt er zweimal den Ball mit dem Kopf. Die 450 Zuschauer sind begeistert, lachen und klatschen laut. So etwas wollen sie sehen: Spitzensport gepaart mit Spitzenshow.

An der Platte daneben duellieren sich Steffen Mengel (deutscher Meister 2013) und der Nigerianer Quadri Aruna (Afrikameister). Das Wort "duellieren" kann man dabei ernst nehmen. Extrem schnelle Ballwechseln zeigen, wie gut die beiden ihre Sportart beherrschen. Der 26-jährige Aruna könnte in Zukunft noch für einige große Erfolge in Frage kommen.

Aber den größten Applaus heimst erst der Athlet ein, der danach an die Platte tritt: Timo Boll. Nach seiner Lebensmittelvergiftung in Baku ist Boll zwar noch etwas blass um die Nase. Aber er lächelt viel und winkt vor sowie nach der Partie freundlich ins Publikum. Boll versteht es, an Spielgeschwindigkeit noch eine Schippe draufzulegen. Er hat seine Gegner im Griff. Erst wenn sich ein zu eindeutiger Sieg abzeichnet, lässt Boll ein klein wenig nach. Das reicht locker, um mit zwei Siegen ins Finale einzuziehen. Beim Gang in die Pause sieht man aber, dass sich der 34-Jährige angestrengt hat. Trotzdem bleibt er freundlich, als sofort Autogrammjäger auf ihn zukommen.

Eine halbe Stunde später steigt das Finale Boll gegen Persson, das der Olympia-Zweite klar dominiert. Nur ganz zum Schluss, als der Sieg Bolls praktisch feststeht, gibt es noch etwas Show für die Galerie. Um 22.15 Uhr ist wie geplant Schluss. Der Show-Tross zieht weiter.

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