SK Hall startet mit zwei Siegen und einer Niederlage in die Saison

Wenn Großmeister Schach spielen, wundern sich Schach-Amateure häufiger. Beim Dreifach-Spieltag des SK Hall gab es viel Kopfschütteln - und faszinierende, weil außergewöhnliche Taktiken zu sehen.

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Sie gelten als die "Rock'n'Roller" im Weltklasse-Schach: Der Ungar Richard Rapport (links) gewinnt für die SG Solingen die Partie gegen Halls Li Chao.  Foto: 

Li Chao ist für seine unkonventionelle Spielweise bekannt. Schon zu Beginn des Schach-Marathons am Freitag zeigt der chinesische Großmeister wieder mal sein außergewöhnliches Talent. Der SK Hall spielt gegen Aufsteiger SK Erfurt, Chao an Brett eins gegen Evgeny Romanov. Nach nicht allzu vielen Zügen hat Chao zwei Bauern weniger, bei den übrigen Figuren herrscht Gleichstand. Draußen im Foyer der Stadtwerke blicken die Schach-Kiebitze fast schon ungläubig auf die Leinwand, auf der die Partien angezeigt werden. "Bei uns würde man sagen: Gib auf", ist zu vernehmen. "Typisch Li Chao", ist die Antwort. Am Samstag kommentiert Halls Internationaler Meister Frank Zeller live das Geschehen, blickt aber auch auf Li Chaos Partie zurück: "Er hatte zwei Bauern weniger, stand aber aktiver - eigentlich unglaublich." Tatsächlich gewinnt Li Chao seine Partie, steuert einen Punkt zum Haller 6:2-Erfolg gegen den Aufsteiger bei. Den letzten Zähler macht der Israeli Evgeny Postny, der enormes Ausdauervermögen zeigt: Rund sieben Stunden sitzt er gegen Oliver Mihok am Brett und entscheidet ein schwieriges Endspiel für sich.

Die SG Solingen ist Halls Gegner am Samstag. Die Solinger möchten gerne den Status "Rekordmeister" alleine behalten - die OSG Baden-Baden ist auf einen Titel herangekommen. Entsprechend hat sich die SG verstärkt. Das bekommt auch der SK Schwäbisch Hall zu spüren. An den hinteren Brettern ist Solingen von der Elo-Zahl betrachtet im Vorteil, doch entschieden wird der Vergleich an den Spitzenbrettern. Li Chao hat mit Richard Rapport einen angriffslustigen Gegner. Der ungarische Großmeister gilt als spektakulärer Spieler - und beweist das gegen Chao. Er setzt komplett auf Angriff und gewinnt. Da auch Tigran Gharamian an Brett zwei dem Solinger Markus Ragger unterliegt, reicht Anthony Wirigs Sieg an Brett sieben nicht. Die restlichen Partien enden remis, Schwäbisch Hall verliert 3,5:4,5. Solingen schickt damit ambitionierte Grüße Richtung Baden-Baden.

Am Sonntag ging es für Hall noch gegen die SG Trier, die in der vergangenen Saison noch den direkten Vergleich gewonnen hatte. Diesmal aber waren die Haller zu stark: Sie gewannen mit 5:3. Li Chao und Tigran Gharamian spielten remis, der 16-jährige Chinese Jinshi Bai unterlag genau wie Frank Zeller. Dafür siegen Postny, Mathieu Cornette, Peter Michalik und Anthony Wirig.

Dem SK Schwäbisch Hall steht nun eine lange Pause bis zum nächsten Bundesliga-Kampf bevor. Erst am 12. und 13. Dezember sitzt die Mannschaft wieder an den Brettern - und wieder ist es ein Heimspiel. Zu Gast werden dann die Schachfreunde Berlin und USV TU Dresden sein.

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