Tumulte auf der Matte

Die RG Hall/Wüstenrot verliert in Meimsheim nach einem umstrittenen Kampfverlauf mit 14:16. Ein Teil des Duells wird im Freien ausgetragen.

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Daniel Dietrich (rot) gehört zum Kader der RG Hall/Wüstenrot in der Landesliga. Das Bild zeigt ihn in der Vorsaison gegen Remseck. Am vergangenen Wochenende hat Dietrich mit der RG den Auftakt in die neue Saison in Meimsheim verloren.  Foto: 

Die erste und die zweite Mannschaft der RG Schwäbisch Hall/Wüstenrot waren zum Landesliga-Saisonauftakt beim TSV Meimsheim zu Gast. Die Gastgeber wollten ihren Zuschauern etwas Außergewöhnliches bieten und bauten die Matte im Freien vor der Halle auf. Für die erste Begegnung zwischen den beiden zweiten Mannschaften (Bezirksklasse) waren die Bedingungen dann auch ganz annehmbar, trotz der etwas frischen Temperaturen. Da Dennis Warkentin sein Gewicht nicht hatte, gingen die Punkte an Meimsheim. So punkteten Abdollah Ghasemi, Dennis Wolf, Silianos Vassiliadis und Harri Schuhmacher für die RG II und siegten mit sicheren 28:12 Punkten.

Feuchtigkeit nimmt zu

Auch zu Beginn des Hauptkampfes der ersten Mannschaften schien noch alles in Ordnung. Aaron Heib zeigte in der 75-Kilo-Klasse (Freistil) sein Können und besiegte Elia Löw klar nach Punkten. Alpay Yalcin besiegte Luca Leon Scholz auf Schultern. Zu dieser Zeit begann es zu dämmern und es wurde feucht. Auch Andrej Beifus siegte nach sechs Minuten und brachte drei Punkte ein. Schon jetzt wurde deutlich: Die Luft war zu feucht und die Matte wurde mit fortdauernder Kampfzeit rutschiger. Erste Proteste von der RG wurden laut. Mirco Rodemich hatte mit Kai-Uwe Riedel einen bärenstarken Gegner. Rodemich zeigte gegen den routinierten Meimsheimer, der sich ab und an unsportlich verhielt, eine Superleistung und gewann mit 10:8.

Doch schon jetzt wurde deutlich, dass die Ringer auf der Matte keinen festen Stand mehr hatten. Die Matte war permanent mit einer feuchten Schicht belegt. Die Proteste der RGler häuften sich. Daniel Dietrich hatte in der Klasse bis 98 Kilo mit Jens Mack einen starken Gegner und musste auf die Schultern. In der Klasse bis 66 Kilo wurde es dann offensichtlich. Der Kampf hatte ausgeglichen begonnen. Der für die RG ringende Ramazan Ali Zadah kämpfte engagiert gegen Alexander Blech, musste im Kampfverlauf aber eine technische Überlegenheit anerkennen. Schon hier kam es zu kuriosen Szenen, in denen die Kämpfer voneinander wegrutschten. Es hatte was von Schlittschuhlaufen.

Die RGler begannen zu kochen, da im Vorfeld schon Beinarbeiten im griechisch-römischen Stil der Meimsheimer nicht geahndet wurden. In dieser Kampfart sind nur Griffe ab Hüfthöhe erlaubt. Nach lautstarken Protesten der Haller kam es zu ersten Tumulten auf der Matte, wo sich zeitweise zehn Mann aufhielten. Der Schiedsrichter entschied dann, den Kampf in der Halle fortzuführen.

Nach kurzem Umbau ging es dort weiter. Die Fehlentscheidungen häuften sich trotzdem. Das betraf auch Waldemar Eremeev, der in der Klasse bis 86 Kilo auf Jascha Winkler traf. Auch bei diesem Kampf kam es zu Regelverstößen durch den Meimsheimer. Trotzdem siegte Eremeev mit 8:4 Punkten. Dimitri Wagner hatte mit Eugen Hogel einen starken Gegner und musste auf die Schultern.

Schuhmacher explosiv

In der Klasse bis 80 Kilo überraschte Tim Schuhmacher. Der Haller zeigte, wie man mit explosivem Ringen siegen kann. Sein Gegner Tobias Herbst konnte Schuhmachers Angriffen nur mit Passivität antworten und verlor mit 1:7 Punkten. So stand es zur letzten Begegnung 14:14.

Obwohl die Gemüter durch den Umzug vom Freien in die Halle „abgekühlt“ hätten sein sollen, kam es während und zwischen diesen Kämpfen immer wieder zu Tumulten aufgrund unverständlicher Schiedsrichterentscheidungen. War es draußen zu kalt, so siedete es in der Halle, bis es zur gelben Karte gegen zwei RGler vom Mattenrand kam. So hatte Hozhabr Zekarat in der Klasse bis 75 Kilo (griechisch-römisch) mit den Entscheidungen des Schiedsrichters schwer zu kämpfen. Obwohl der RGler Marcel Gabriel schwer zusetzte und bis kurz vor der Pause mit 8:5 führte, musste Zekarat fünf Sekunden vor der Pause auf die Schultern. Sein Meimsheimer Gegner hatte aber verbotenerweise die Beine eingesetzt und Zekarat zudem am Hals gewürgt, was eindeutig zu sehen war, weil Zekarat für alle Zuschauer eindeutig einsehbar lag. So kam es, dass der RGler trotz seiner Drei-Punkte-Führung auf die Schultern musste, was zum Endstand von 16:14 für Meimsheim führte.

Gesundheit gefährdet

Fazit: Zum einen ist es klar, dass Vereine ihren Zuschauern etwas Außergewöhnliches bieten wollen. Wenn aber dadurch die Qualität des Ringkampfes und die Sicherheit der Kämpfer aufs Spiel gesetzt werden, sollte früher eingegriffen werden. Zum anderen haben die Schiedsrichter mit den permanenten Regeländerungen sicherlich zu kämpfen. Allerdings waren die Regelverstöße der Meimsheimer zu offensichtlich, als dass man diese nur den neuen Kampfordnungen anlasten könnte. Einige Entscheidungen hatten, für die RGler und ihre mitgereisten Zuschauer, dadurch ein „Gschmäckle“. Was Schiedsrichter Bernd Bosch zu seinen Entscheidungen trieb, war für die Haller Ringer jedenfalls nicht ersichtlich.

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