Dreikönigslauf: Röser und Mockenhaupt gewinnen

Keine Überraschungen lieferte der Haller Dreikönigslauf in diesem Jahr. Sowohl bei den Frauen als auch bei den Herren siegten die Favoriten.

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Florian Röser hat seinen Titel-Hattrick vollendet. Er gewann den Haller Dreikönigslauf auch schon 2015 und 2016 souverän. Nach 31:32 Minuten passiert er den Zielstrich auf dem Marktplatz. Sein Betreuer eilt sofort zu ihm und reicht ihm eine Trainingsjacke, eine lange Hose und Tuch, mit dem Röser seine verschwitzten Haare abdeckt und auch eine Mütze.

„Es war heute wirklich schwer, die Muskulatur warm zu bekommen“, sagt der Sieger zu den äußeren Bedingungen. Zwar scheint die Sonne den ganzen Nachmittag und zumindest im Ziel herrscht praktisch Windstille, aber dennoch bewegt sich die Lufttemperatur im Bereich von -8 Grad. „Selbst während des Laufens kühlt man ab“, beschreibt Röser. Trotz seiner Handschuhe habe er kalte Finger gehabt. Unter diesen Umständen sei es nicht möglich, wirklich schnelle Zeiten zu laufen, meint der Konstanzer. Dennoch sei er zufrieden mit seiner Leistung.

Ausgepumpter Zweiter

Als Zweiter erreicht der für den SC Bühlertann startende Danny Schneider den Haller Marktplatz – ausgepumpt im wahrsten Sinne des Wortes. Auf allen vieren und zusammengekrümmt schnappt der Überraschungssieger von 2005 im Zielbereich nach Luft. Als er kurze Zeit später wieder zu Atem kommt, erzählt er, dass er wahrscheinlich noch nie bei so einem kalten Wetter einen Wettkampf bestritten hat. „Ich bin zufrieden mit dem Podest, das war schon mein Ziel“, sagt Schneider, der seit einem Dreivierteljahr wieder läuft und dieses Jahr die Deutsche Meisterschaft der Senioren über 10 000 Meter im Blick hat.

Kurz hinter Schneider überquert Ulrich Königs die Ziellinie als Dritter. „Ich war lange mit Danny Schneider gleichauf“, sagt Königs, „aber bei Kilometer sieben hat er nochmal das Tempo verschärft.“ Dadurch sei der Kampf um Platz zwei entschieden gewesen. „Ich habe gemerkt, dass er langsamer wurde“, erzählt Danny Schneider. „Respekt für Danny, er hat das gut gemacht“, zollt ihm Königs Tribut. „Die Atmung war bei der Kälte kein Problem für mich, aber auf der zweiten Runde hat mir die Energie gefehlt“, so Königs. Dennoch sei er mit dem dritten Platz voll zufrieden. „Ich kann dieses Jahr auch die Flower-Ceremony auf dem Rathausbalkon genießen“, schmunzelt Königs. Im Vorjahr, als er Zweiter wurde, musste er wegen der Erschöpfung noch gestützt werden.

Dass Röser am Dreikönigstag nicht zu schlagen es wird, kristallisiert sich schon sehr früh heraus. Bereits nach rund zwei Kilometern hat er einen großen Vorsprung. Am Ende der ersten Runde, die er in 15:40 Minuten läuft, liegt er bereits 45 Sekunden vor Schneider und Königs. Nach zehn Kilometern nimmt Röser dem Zweiten Schneider eineinhalb Minuten ab, dem Dritten Königs sogar rund zwei Minuten. Wie sehr Röser an diesem Tag in seiner eigenen Liga läuft, verdeutlicht eine Aussage des Zweitplatzierten: „Der Florian ist einfach eine Granate“, so Danny Schneider. „Ich habe relativ früh gemerkt, dass ich allein bin“, sagt Röser, der erst im November 2012 mit dem Laufen angefangen hat. „Ich hab` davor Fußball gespielt. Nachdem ich mich schwer verletzt hatte, habe ich mir eine Sportart ohne Zweikämpfe gesucht.“ Bei seinem ersten Dreikönigslauf 2014 wurde der Student der Wirtschaftswissenschaften „nur“ Vierter und musste sich die Flower-Ceremony noch von unten ansehen. „Das hat mich damals angespornt. Ich wollte auch mal da oben stehen“, gesteht Röser. Mittlerweile ist er schon dreimal oben auf dem Balkon mit Blumen gefeiert worden, jeweils als Sieger.

Mockenhaupt souverän

Als Siegerin steht Sabrina Mockenhaupt auf dem Rathaus-Balkon. Im vergangenen Jahr hat sie den Dreikönigslauf noch auf Krücken am Streckenrand verfolgen müssen. Dieses Jahr dominiert sie die Frauen-Konkurrenz mit 35:38 Minuten. „Ich kam nicht auf Betriebstemperatur“, sagt Mockenhaupt nach dem Rennen. Bis Kilometer sieben habe sie ihre Hände nicht warm bekommen. Zum Ende der Strecke habe sie das Tempo etwas rausgenommen. Ihr Vorsprung auf die Zweite Katja Wölfl und die Dritte Isabell Großkopf ließ das ohne weiteres zu. Und wie war die Stimmung auf der Strecke? „Die war wieder richtig toll“, erzählt Mockenhaupt. Auch sie sei wohl noch nie bei so kalten Temperaturen an den Start gegangen. „Da war es schon gut, dass ich heute etwas Langes angezogen habe“, sagt die dreifache Olympia-Teilnehmerin und mehrfache deutsche Meisterin, die bei ihren vorherigen Starts nur dünn bekleidet loslief.

In solchen Momenten macht es extrem Spaß

Hier die Ergebnisse des 32. Dreikönigslaufs in Schwäbisch Hall


Die Entscheidung beim Gesundheitslauf über fünf Kilometer fällt erst auf den letzten hundert Metern. Ralf Kempf von der Firma Optima und der Nürnberger Niklas Wulf liegen am Schiedgraben noch Kopf an Kopf, als Kempf das Tempo verschärft. Wulf kann nicht mehr kontern und muss sich geschlagen geben. „Nach zwei bis drei Kilometern war ich dann gut drin“, sagt Sieger Ralf Kempf, dessen eigentliche Sportart der Triathlon ist. Die Atmosphäre sei super gewesen, vor allem an den Brücken habe es Spaß gemacht. Für Wulf war es nach 2016 schon wieder der zweite Platz. Im Vorjahr musste er sich Kay-Uwe Müller geschlagen geben. Bei den Damen gewann Lena Bauer mit einer Sekunde Vorsprung vor Laura Blümel und Rebecca Kimmich.

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