Punktewahnsinn auf der Auwiese

Die Unicorns können sich auf ihre starke Offense verlassen. Mit 65:53 bezwingt Hall den starken Aufsteiger aus Ingolstadt. Reihenweise Touchdowns auf beiden Seiten.

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Der Bediener der kleinen, provisorischen Anzeigentafel im Optima-Sportpark hatte am Samstag mehr zu tun gehabt wie bei einem gewöhnlichen Football-Spiel. Reihenweise erzielten beide Teams die Touchdowns, was den Spielstand in die Höhe trieb. Nach einem Offensiv-Spektakel setzten sich die Haller Unicorns mit 65:53 gegen den starken Aufsteiger Ingolstadt Dukes durch.

Womit sich die Unicorns-Defense des Öfteren in diesem Spiel auseinandersetzen sollte, wurde gleich im ersten Angriffszug der Dukes deutlich: Die Oberbayern wollten den Überraschungseffekt ausnutzen und setzten gleich zu Beginn einen Trickspielzug ein. Quarterback Rick Webster spielte einen kurzen Pass zur Seite auf Wide Receiver Jan Hochschild, der als verkappter Quarterback dann den Pass nach vorne den anderen Receiver Lorenz Regler warf. Regler lief mit dem Ball ohne große Mühe in die Endzone zum Touchdown, was die frühe 7:0-Führung für die Gäste nach 20 Sekunden bedeutete.

Die Haller Offense schaffte im Anschluss zwar zwei First Down, leistete sich aber einen Fumble. Diesen Ballgewinn gab aber Ingolstadt sofort wieder ab, da Unicorns-Linebacker Nick Alfieri eine Interception bis fast in die gegnerische Endzone tragen konnte. Den Pass von Unicorns-Quarterback Marco Ehrenfried „ins dritte Stockwerk“, so Stadionsprecher Axel Streich,  plückte sich Receiver Aurieus Adegbesan in gewohnter Manier (7:7). Noch fünf Minuten zeigte die Anzeigentafel im ersten Viertel an, als Nathaniel Robitaille seinen ersten Touchdown des Spiel markierte (14:7). Zum Ende des Spielabschnitts erhöhten die Unicorns noch mit einem Kick auf 17:7.

Die Dukes griffen zu Beginn des zweiten Abschnitts  wieder in die Trickkiste:  Seitenpass zu einem Reiceiver, der den Vorwärtspass auf Jan Hochschild anbringt. Nächster Touchdown für Gäste, die allerdings den Extrapunkt verfehlen, weil der Snap nach hinten misslingt (17:13). Das fehlerbeladene zweite Viertel erfuhr seine Fortsetzung mit einer Interception von Ehrenfried und einem misslungenen Punt der Dukes, was die Haller an die 22-Yard-Linie brachte. Nach einem 20-Yards-Pass auf Robitaille vollendete Runningback Jerome Manyema mit einem kurzen Lauf den erfolgreichen Drive zum 24:13.

Ingolstadt hatte aber wieder eine Antwort über das Passspiel parat. Receiver Richard Samuel erzielte den Touchdown, den die Dukes – wieder mit Trickspielzug – mit einer Two-Point-Conversion abrundeten (24:21). Kurz vor der Halbzeitpause bauten die Haller jedoch ihren Vorsprung mit einem Touchdown von Adegbesan wieder auf zehn Punkte aus (31:21).

Wer nun gedachte hatte, dass der Neuling aus Bayern in der zweiten Hälfte abbaut, sah sich getäuscht. Immer wieder gelang es Quarterback Webster die Lücken in der Haller Verteidigung zu finden und die Pässe an den Mann zu bringen. Das Laufspiel bei den Dukes war praktisch nicht existent, aber dennoch stellte Ingolstadt die Unicorns-Defense vor große Probleme mit ihren Pässen. Die Haller Offensive spielte hingegen variabler und setzte viel häufiger auf den Lauf, obwohl mit Maurice Schüle einer der Runningbacks mit einer Fingerverletztung noch in der ersten Hälfte verletzt ausschied.

Hall blieb im Laufe der zweiten Hälfte konstant mit zehn Punkten in Führung, wobei die starken Gäste auch immer wieder verkürzen konnten. Für die nötige Entlastung bei Hall sorgte in dieser Phase meistens Nathaniel Robitaille. Der US-Amerikaner fing ziemlich jeden Pass, der in seine Richtung geworfen wurde, um dann auch noch mehrere Gegenspieler abzuschütteln, um noch mehr Raumgewinn zu erzielen – und dies auch bei mehreren Kick- oder Puntreturns.  Nach Robitailles drittem Touchdown gingen die Haller mit 52:38 ins letzte Viertel.

Richtig spannend wurde es im letzten Abschnitt, als die Bayern mit einem Touchdown und Two-Point-Conversion von Richard Samuel auf sechs Punkte rankamen (59:53). Ein weiterer Touchdown mit Extrapunkt hätte die erste Führung der Gäste seit dem ersten Viertel bedeutet. Aber auf die Haller Offense war in diesem Spiel, das mehr als drei Stunden dauerte, Verlass. Marco Ehrenfried fand mit einem 40-Yards-Pass Tyler Rutenbeck zum Touchdown. Nun wollte auch Hall zwei Punkte mehr daraus machen, Joe Joyner konnte aber den kurzen Pass nicht unter Kontrolle bringen (65:53).

Defense greift zu

Vier Minuten vor dem Ende gelang der Unicorns-Defense der langersehnte Stopp. Viel Druck auf den Quarterback, gute Tackles und ein Sack im dritten Versuch brachte den Hallern diesmal schnell den Ball wieder. Die Unicorns-Offense kontrollierte danach die Uhr, lief über Manyema mit dem Ball zu einem First Down, um jedoch 48 Sekunden vor Schluss einen Fumble zu produzieren. Aber auch Ingolstadt leistete sich noch einen Fehler, als Unicorns-Linebacker Daniel McCray den Ball abfing und den hart erkämpften Heimsieg endgültig klarmachte. Es war das spannendste Spiel der Saison im Optima-Sportpark.

Schwäbisch Hall Unicorns –
Ingolstadt Dukes

65:53

Punkte für Hall gesamt: Aurieus Adegbesan (12), Tim Stadelmayr (11), Nathaniel Robitaille (18), Jerome Manyema (12) und Tyler Rutenbek (12).

Zuschauer: 1586

Viertelergebnisse: 17:7 / 14:14 / 21:17 / 13:15 / Final: 65:53

Haller Punkte: 7:7 – Aurieus Adegbesan – 14-Yard-Pass von Marco Ehrenfried (PAT Tim Stadelmayr)
14:7 - Nathaniel Robitaille – 36-Yard-Pass von Ehrenfried (PAT Stadelmayr)
17:7 – Stadelmayr – 23-Yard-Fieldgoal
24:13 – Jerome Manyema – 2-Yard-Lauf (PAT Tim Stadelmayr)
31:21 – Aurieus Adegbesan – 33-Yard-Pass von Marco Ehrenfried (PAT Tim Stadelmayr)
38:27 – Tyler Rutenbeck – 49-Yard-Pass von Marco Ehrenfried (PAT Tim Stadelmayr)
45:35 – Nathaniel Robitaille - 13-Yard-Pass von Marco Ehrenfried (PAT Tim Stadelmayr)
52:38 – Nathaniel Robitaille - 22-Yard-Pass von Marco Ehrenfried (PAT Tim Stadelmayr)
59:45 – Jerome Manyema – 4-Yard-Lauf (PAT Tim Stadelmayr)
65:53 – Tyler Rutenbeck - 39-Yard-Pass von Marco Ehrenfried (CON failed)

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