Mit Weltrekord zur Goldmedaille: Haller Michael Sturm erreicht Maximal-Ringzahl 100

Hoch dekoriert kehrt Michael Sturm von der WM der Vorderlader-Schützen zurück. Beim Steinschloss stehend erreicht er einen Weltrekord für die Ewigkeit.

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    Durchsicht der Waffe im elterlichen Garten: Michael Sturm ist zurück von der WM in Ungarn. Foto: 
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    Der Schütze Michael Sturm hat in Ungarn richtig abgeräumt Foto: 
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    Michael Sturm mit seinen Medaillen. Foto: 
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Bescheiden sitzt Michael Sturm im Garten seiner Eltern in Untermünkheim und beobachtet seine beiden Kinder. „Gut, dass unser Sport nicht olympisch ist“, sagt der 31-jährige Maschinenbau-Ingenieur. „Da würde vieles verlorengehen, denn dann würde das Geld dominieren.“

Am Sonntag ging die Weltmeisterschaft im Vorderlader-Schießen im ungarischen Sarlóspuszta zu Ende. Sturm holte zehn Medaillen: fünfmal Edelmetall (2x Gold, 2x Silber, 1x Bronze) mit der Mannschaft, im Einzel hieß die Verteilung Gold, Silber und dreimal Bronze. Sportlich am wertvollsten ist der Weltrekord im Steinschloss stehend über 50 Meter. Sturm kam auf 100 von 100 möglichen Ringen. Seit 2012 hielt Alfred Bailer diesen Weltrekord – mit dem Sturm gemeinsam zur WM nach Ungarn fuhr. „Er hat mir seit längerem diesen Rekord zugetraut“, erzählt Sturm,  „aber ich habe bewusst vor dem Wettkampf tiefgestapelt.“

Der Wettkampfmodus unterscheidet sich vom olympischen Schießen. Es gibt kein Einschießen, sondern jeder darf 13 Schuss abgeben. Die besten zehn kommen in die Wertung. Nach dem elften Schuss fehlte Sturm noch ein Zehner. „Da ging mir schon ein wenig die Düse“, erzählt Sturm. Doch sein Schuss ging in die Zehn. „Endlich“, jubelte Sturm innerlich. Der 13. Schuss war nochmals in der Zehn und wurde gestrichen. Danach folgten Umarmungen der anderen Schützen, auch Bailer gönnte Sturm die neue Bestmarke.

„So ein Rekord für die Ewigkeit hat schon etwas“, sagt Sturm. Er kann nicht mehr übertroffen werden, maximal können andere Schützen mit dem Haller gleichziehen. Wobei Sturm bereits beim Besichtigen der Anlage die guten Bedingungen erkannte: „Man hatte mit der Planierraupe eine komplett neue Anlage in die Landschaft geschoben. Dort, wo wir standen, war alles betoniert. Außerdem war es fast windstill.“ Allerdings gab es kein fließendes Wasser. Dafür konnte das deutsche Team in der benachbarten Hotelanlage wohnen. Die nächste Einkaufsgelegenheit wäre in 25 Kilometern Entfernung gewesen.

Nun ist Michael Sturm zumindest bei den Weltrekorden mit seinem Vater gleichgezogen. Bei den Europarekorden liegt der 63-Jährige noch mit 2:1 vorne. Dieter Sturm hat nun wieder Motivation für den Wettkampfsport bekommen. Er denkt an die Disziplinen liegend und Dienstgewehr. Es könnte also zu einem Duell Vater gegen Sohn kommen.

Allerdings steht davor zuerst die Qualifikation für die EM 2017 in Spanien. „Diese ist schwerer, als dann eine Medaille zu gewinnen“, sagt Michael Sturm.

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