Mountainbike: „Ich war drei Minuten völlig außer Atem“

Der Braunsbacher Niklas Schehl blickt auf seine erste U23-Bundesliga-Saison zurück. Mit Rang 3 ist der 19-Jährige sehr zufrieden.

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Niklas Schehl beim Mountainbike-Rennen in Enslingen.  Foto: 

Wie bitte?“ Auf der Stirn des 19-jährigen Niklas Schehl bilden sich Falten. Gerade eben hat er erzählt, dass er in der U23-Bundesliga auf dem dritten Gesamtrang abgeschlossen hat – schon das ist eine bemerkenswerte Leistung für einen Mountainbiker, der gerade seine erste Saison in dieser Altersklasse gefahren ist. Im Internet allerdings steht er auf den offiziellen Ergebnislisten auf Rang zwei. „Das lese ich zum ersten Mal. In Freudenstadt gab es bereits die Siegerehrung – und da stand ich als Dritter auf dem Podium.“

Wahrscheinlich ist es lediglich ein Eintragungsfehler. Tatsächlich hat Schehl den zweiten Rang um lediglich acht Zehntelsekunden verpasst. „Ich wusste, dass ich mindestens Fünfter in Freudenstadt werden musste, um Gesamtzweiter zu werden.“ Und das in Freudenstadt auf einem Kurs, „der mir nicht so liegt“, wie Schehl zugibt. „Dort gibt es gleich nach dem Start einen gleichmäßigen, fast fünfminütigen Anstieg. Ich mag es aber lieber, wenn es bergauf unrhythmischer ist.“ Anfangs läuft es gut für den Braunsbacher, der für das Team Bulls fährt. Mit dem späteren Sieger Luca Schwarzbauer fährt er vorneweg, dann ist Simon Schneller, der Zweiter wird, sein Begleiter. Am Berg aber konnte Schehl das Tempo nicht mitgehen. „Die Unterschiede waren minimal, aber über die Runden summiert es sich“, erklärt er. So ist er vor der letzten Runde Sechster. Vor ihm fährt Tobias Eise, den Schehl unbedingt überholen will. Mit bis zu 400 Watt Tretleistung ist Schehl unterwegs. „Ich habe alles gegeben und war noch drei Minuten nach der Zieldurchfahrt völlig außer Atem.“ Acht Zehntelsekunden Vorsprung rettete Tobias Eise ins Ziel, der in der letzten Runde die schnellste Zeit aller Fahrer hinlegte. Schehl wird Sechster, landet auf Gesamtrang drei der U23-Bundesliga.

Konstant gut gefahren

Schehl ist damit der Beste seines Jahrgangs (1998). „Ich empfinde es schon als sehr gute Leistung, weil es zeigt, dass ich konstant gefahren bin.“ Mit seinen Trainern hat er die zurückliegende Saison noch nicht besprochen, da noch internationale Rennen anstehen. Was ihm immer noch weh tut, ist der vierte Platz bei der deutschen Meisterschaft im Sprint der Elite. Dort war er mit Abstand der jüngste Fahrer, gewann alle Vorläufe und das Halbfinale deutlich.

Pech im Finale

Im Finale allerdings fuhr ihm ein Anderer in der ersten 180-Grad-Kurve ins Rad. „Das ist wie beim Billard, wenn man mit viel Schwung eine Kugel anspielt. Ich hatte keine Chance, obwohl ich wie ein Verrückter gebremst habe. Ich habe nicht mal eine Medaille geholt. Der Meistertitel bedeutet nicht nur Prestige: Es gibt mit ihm ein Meistertrikot, Einladungen zu Events und die Sponsoren werden hellhöriger.“

National ist die Saison vorbei, Schehl wird aber noch zweimal in Frankreich auf dem Sattel sitzen. Am kommenden Wochenende feiert er seine Premiere beim Mountainbike-Marathon. In Ornans treffen sich die Weltcup-Fahrer beim „Extreme Sur Loue“. Schehl freut sich darauf. „Dabei sind 84 Kilometer und 3000 Höhenmeter zu bewältigen.“ Der Sieger wird um die vier Stunden benötigen. „So lange bin ich noch nie in meinem Leben am Stück gefahren“, bekennt Schehl.

Von Ornans, das bei Besançon liegt, geht es für den 19-Jährigen direkt weiter an die Côte d‘Azur nach Fréjus. Dort wird er beim Roc d’Azur starten, eines der größten Mountainbikerennen. Rund 4000 Fahrer werden erwartet. Den U17-Wettbewerb dort hat Schehl gewonnen, in der U19 wurde er zweimal Dritter.

Vielleicht kann Schehl bei den Rennen in Frankreich einige UCI-Punkte sammeln. Die helfen ihm in der kommenden Bundesliga-Saison, da die Startplätze nicht nach Vorjahresplatzierungen, sondern nach der Anzahl der UCI-Punkte vergeben werden.

Wenn Schehl aus Frankreich zurückkommt, wird er ein zweimonatiges Praktikum bei der ZEG (Zweirad-Einkaufs-Genossenschaft) in Köln absolvieren. Dann soll ein Studium folgen.

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