„Ein sehr gutes Zeichen“

Wolfgang Feuchter ist sich sicher, dass seine Geißelhardter Volleyballer einen möglichen Abstieg verkraften können.

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Seit mehr als vier Jahrzehnten hat sich Wolfgang Feuchter dem Volleyball verschrieben. Erst war er selbst aktiv, seit 1999 ist er Abteilungsleiter des SSV Geißelhardt. Dessen Männer schweben vor dem letzten Spieltag an diesem Wochenende in Abstiegsgefahr. Und auch die anderen höherklassig spielenden Teams SG Waldenburg (Männer) und TSG Hall (Frauen) können noch absteigen. Daraus will Wolfgang Feuchter aber keinen Trend ableiten.

Herr Feuchter, der SSV Geißelhardt muss beim Letzten MTV Ludwigsburg 3 drei Punkte holen. Gleichzeitig darf der ASV Botnang 2 in seinen beiden Heimspielen maximal einen Satz gewinnen – nur dann erreicht Geißelhardt die Relegation. Wie realistisch ist dieses Szenario?

Wenn uns diese Saison eines gelehrt hat, dann, dass nichts unmöglich ist. Eine kleine Chance sehe ich für uns durchaus. Nach dem letzten Spiel gab es eine Szene, die mir gefallen hat.

Welche?

Spieler, Trainer und Betreuer saßen zusammen – ausnahmslos alle – und haben über die Saison geredet. Das ist ein sehr gutes Zeichen. Alle haben die Bereitschaft signalisiert, in der Bezirksliga weitermachen zu wollen. Sicher kann man nie sein, schließlich gibt es private oder berufliche Gründe, dass ein Spieler den Verein verlässt, aber wir haben gute Chancen, nächste Saison mit der gleichen Mannschaft antreten zu können.

Man will also den „möglichen Schaden“ beheben...

Ja. Sie wissen, dass sie ein bisschen zu wenig gemacht haben. Eigentlich ist das eine Mannschaft, die in der Landesliga im oberen Drittel mitspielen kann.

Wer unbedarft auf die Tabelle schaut, der könnte meinen, dass Geißelhardt die Relegation sicher hat. Doch der Letzte ist eine so genannte Stützpunktmannschaft, deren Spiele zwar gewertet werden, die aber weder ab- noch aufsteigen kann. Diese Teams gibt es bis zur 2. Bundesliga. Wie sieht man als Vereinsvertreter diese Mannschaften, in denen junge Talente spielen?

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Natürlich wird das Tabellenbild verzerrt. Normalerweise haben Stützpunktmannschaften keine Heimspiele. Wir haben für die in unserer Liga spielende Rottenburger Mannschaft auch einen Heimwettkampf organisiert. Betrachtet man aber den Volleyball allgemein, sind solche Teams schon eine gute Sache. Wir wollen ja, dass die Jugend eine Chance bekommt.

Zumal vom SSV Geißelhardt schon mehrmals Spieler zu solchen Ausbildungsmannschaften kamen.

Und von dort haben es einige in höherklassige Teams geschafft. Andi Weißer hat in der 2. Bundesliga gespielt, Thomas Waldbüßer in der Oberliga. Aktuell spielen Marian Epple und Mario Schmidgall bei den Young Volley Stars, der Ausbildungsmannschaft des VfB Friedrichshafen in der 2. Bundesliga. Immerhin bekommen wir als Stammverein der Spieler dafür einen kleinen Obolus. Es ist nicht viel, aber eine Geste, dass man die Heimatvereine dieser Spieler nicht vergisst.

Wie bewerten Sie die augenblickliche Situation, dass alle höherklassigen Teams der Region, die Männer des SSV Geißelhardt und der SG Waldenburg sowie die Frauen der TSG Hall, in Abstiegsgefahr sind?

Einen allgemeinen Trend möchte ich davon nicht ableiten. In Geißelhardt gibt es seit mehr als 30 Jahren höherklassigen Volleyball, die Damen spielten früher in der Oberliga. So etwas ist für einen Dorfverein sehr schwierig zu halten, aber dank unseres Jugend-Unterbaus bin ich mir sicher, dass wir noch lange höherklassig dabei sein werden. So wurde unsere U20 männlich aktuell Bezirksmeister und steht auch im württembergischen Pokalfinale. Waldenburg macht in meinen Augen einen fast noch besseren Job.

Worin sehen Sie dort die Gründe?

Die SG hat den Vorteil durch die angeschlossene Sportschule und hat einen Top-Unterbau. Selbst wenn die Männer in die Relegation müssten, bin ich mir sicher, dass sie den Klassenerhalt schaffen. Die Frauen der TSG Hall habe ich in dieser Saison nicht häufig gesehen. Dort scheint mir der Jugend-Unterbau  nicht so stark ausgeprägt zu sein. Aber insgesamt betrachtet war die Region immer höherklassig vertreten.

Die Frauen des SSV Geißelhardt haben früher Oberliga gespielt, dann zog der Verein freiwillig in die B-Klasse zurück. Nun könnten die Frauen in die Bezirksliga aufsteigen.

Zwar stehen unsere Frauen auf Rang 3 der A-Klasse, aber der Zweite TV Niederstetten 2 hat nicht für die Relegation gemeldet. Wir haben das getan und uns auch für die Ausrichtung beworben. Es wäre schön, wenn das klappt.

Beachvolleyball ist sehr populär, so dass der klassische Volleyball vielleicht momentan bei Jugendlichen nicht so beliebt scheint. Kann man das an den Zahlen der gemeldeten Teams in den unteren Klassen festmachen?

Betrachtet man die A-Klasse der Männer, in der statt der geplanten neun nur sieben Teams spielen, könnte man das meinen. Aber dem ist nicht so. Denn es gibt auch noch die Freizeitliga. Bezieht man die Meldungen dieser Teams mit ein, ist die Gesamtzahl nahezu gleich geblieben.

Was unterscheidet die Freizeit- von der regulären Liga?

Es wird auf zwei statt auf drei Gewinnsätze gespielt und es gibt auch weniger Spieltage. Zudem muss man mindestens zwei Frauen einsetzen. Für Vereine, die zu wenige Männer oder Frauen für ein eigenes Team haben, ist das eine gute Lösung. Denn sie bleiben beim Volleyball – und das ist von immenser Bedeutung. Meistens sind das nämlich für den Verein wichtige Menschen, die im Hintergrund mithelfen. So bleibt das Vereinsleben intakt.

Geburtstag: 3. Januar 1956
Geburtsort: Storchsnest/Mainhardt
Wohnort: Geißelhardt
Familienstand: verheiratet, zwei Kinder
Beruf: Industriekaufmann
Hobbys: Volleyball, Ski, Wandern
Bisherige Stationen: seit 1971 SSV Geißelhardt
Größte sportliche Erfolge: als Spieler Meister in der A- und B-Klasse (Aktive und Mixed), als Abteilungsleiter Oberliga (Frauen), Bezirkspokalsieger, Landesliga (Männer)

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