„Das wollten wir alle“

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Gute Laune beim Training: Frank Herr und der WGL-Nachwuchs mit Speeren.  Foto: 

Früher hat Frank Herr Fußball gespielt. Durch seine Tochter kam er zur Leichtathletik – und fand Gefallen daran. Mittlerweile stößt er gerne die Kugel und leitet zusammen mit Frauke Dowerk die Leichtathletik-Abteilung der WGL Schwäbisch Hall. Er freut sich auf diesen Samstag, denn dann findet zum ersten Mal seit 28 Jahren in Schwäbisch Hall wieder eine Kreismeisterschaft statt – dank der Sanierung des Hagenbachstadions.

Wie stark ist das Kribbeln vor dem Wettkampf?

Es ist natürlich etwas Besonderes, dass wir nach fast 30 Jahren wieder einen Wettkampf organisieren dürfen. Wir sind ein bisschen unerfahren, zum Glück haben wir einige „alte Hasen“ als Trainer, die uns unterstützen. Aber es passiert in der Vorbereitung immer wieder Unerwartetes, da uns ab und zu etwas fehlt.

Was zum Beispiel?

Für den Weitsprung benötigt man bei Meisterschaften spezielle Wettkampfbretter für den Absprung. Das sind die mit Plastillin, wie man sie von Olympischen Spielen kennt. Ich habe schnell im Internet bestellt, damit wir mindestens eines verwenden können. Außerdem fehlen Bänder zum Markieren der Sektoren bei den Wurfdisziplinen. Aber das ist logisch, da wir ja lange keine Wettbewerbe organisiert haben.

War für Sie klar, dass Sie nach der Renovierung des Hagenbachstadions Wettkämpfe ausrichten werden?

Natürlich. Das wollten wir alle. Die einhellige Meinung war: Sobald wir dürfen, machen wir‘s. Bei der LADV (Leichtathletik Datenverarbeitung, Anm. d. Red.) muss man einen solchen Wettbewerb mindestens acht Wochen vorher anmelden. Damit die Zeiten auch für die Bestenlisten gewertet werden können, haben wir auch eine elektronische Zeitnahme organisiert.

Eigentlich wollten Sie schon früher im Jahr im Hagenbachstadion einen Wettkampf austragen …

Das stimmt. Aber den Stabhochsprungwettbewerb mussten wir leider absagen und haben dann auch keinen Ausweichtermin gefunden. Wir möchten ihn aber gerne im kommenden Jahr nachholen.

Was für Wettbewerbe bekommen die Zuschauer heute zu sehen?

Für die U16 und U14 richten wir einen Vierkampf aus. Der umfasst einen 100-/75-Meter-Lauf, Weitsprung, Hochsprung und Kugelstoßen/Ballwurf. Die unter 12-Jährigen haben drei Disziplinen: 50-Meter-Lauf, Weitsprung und der Ballwurf mit dem 200 Gramm schweren Schlagball.

Wenn Sie sich im Stadion umblicken – ist es so geworden, wie Sie beziehungsweise die Leichtathleten es sich gewünscht haben?

Es ist sehr schön, dass es renoviert wurde, schließlich war es am Ende mit den ganzen Löchern in der Laufbahn kein Zustand mehr. Wir hätten uns gewünscht, dass der Kugelstoßanlage mehr Platz eingeräumt worden wäre. Es darf im Prinzip keiner mehr als 20 Meter stoßen. Und auf der Gegengeraden gibt es nur vier Bahnen.

Ist das ein Problem?

Nein und ja. Natürlich ist das für den Trainingsbetrieb völlig ausreichend, aber es bedeutet, dass wir nur Wettbewerbe bis zur U16 auf württembergischer Ebene ausrichten dürften. Aber klar ist: Das ist Meckern auf höherem Niveau (lacht).

Was bedeutet das neue Stadion allgemein für die WGL Hall?

Es macht ganz eindeutig mehr Spaß! Wir trainieren auf höherem Niveau, gerade und auch in den technischen Disziplinen. Da die Unicorns nun ihren Kunstrasenplatz haben, kommen wir mit ihnen auch nicht mehr ins Gehege. Auch die Kinder verhalten sich ganz anders.

Inwiefern?

Sie bemerken natürlich auch den großen Unterschied. Nach den Sommerferien haben wir einen enormen Zulauf. Montags sind bis zu 40 Kinder da.

Sie selbst sind auch als Trainer dabei. Früher haben Sie Fußball gespielt. Wie kam es dazu, dass Sie jetzt die Kugel stoßen und den Diskus werfen?

Auslöser war meine Tochter Manuela (die mittlerweile bei der WGL erfolgreich Stabhochsprung betreibt, Anm. d. Red.). Aber von den Wurfdisziplinen war ich schon immer fasziniert. Also habe ich es ausprobiert. Nach meiner Knie-OP kann ich zwar nicht mehr Speerwerfen, aber Kugelstoßen und Diskuswerfen.

Heute werden Sie in verschiedenen Funktionen gefordert sein. Mit wie vielen Startern der WGL Schwäbisch Hall rechnen Sie?

Um die 25 werden wohl dabei sein.

Da wird auch auf der Tribüne einiges los sein, wenn Verwandte und Freunde dabei sind.

Das wäre schön, wenn die Tribüne gut gefüllt wäre. Leichtathletik zieht im Normalfall nicht mehr so stark, aber wir feiern ja hier eine Premiere!

Geburtstag: 4. Oktober 1965
Geburtsort: Schwäbisch Hall
Wohnort: Schwäbisch Hall
Familienstand: verheiratet
Beruf: Kraftwerkstechniker
Hobbys: Leichtathletik
Bisherige Stationen: seit 2011 WGL Schwäbisch Hall, zuvor Fußball (Sportfreunde Hall und SC Steinbach)
Größte sportliche Erfolge: Bezirksmeister (Fußball), 4. Platz bei den baden-württembergischen Meisterschaften 2014 (Diskus), 2015 und 2016 3. Platz (1,5 kg Diskus, Senioren)

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