Kickboxen: Ein Sieg reicht für den Titel

Andrea Orosz hat auf der Rückfahrt aus San Marino einen neuen Gürtel im Gepäck: Sie ist Weltmeisterin im Kickboxen nach Thai-Art. Ganz zufrieden ist sie aber nicht - sie hätte gerne öfter gekämpft.

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Andrea Orosz posiert mit dem Weltmeistergürtel. Privatfoto

Andrea Orosz hat es geschafft: Sie ist Weltmeisterin im Kick-Boxen nach Thai-Art in der Klasse bis 60 Kilogramm - doch brauchte sie dafür nur einen Sieg. Der Reihe nach: Am ersten Tag der WM stand das klassische Kickboxen auf dem Programm. Oroszs Gegnerin war die aktuelle Weltmeisterin aus Italien. "Sie hatte keine Technik, aber attackierte wie verrückt. Da wusste ich, dass ich den Kampf kaum gewinnen werden würde", berichtet Orosz. Tatsächlich stuften die Kampfrichter die Attacken der Italienerin höher ein als das technisch versiertere Kickboxen der Hallerin. Orosz verlor und war reichlich sauer. Der dritte Platz half da nicht darüber weg. Am kommenden Tag sollte noch die Konkurrenz im Leicht-Kontakt, bei der die Schläge und Tritte nicht durchgezogen werden, stattfinden. Sie meldete sich dafür an, doch es kam anders: Der kleine Weltverband Iaksa entschloss sich eine weitere Voll-Kontakt-Kickbox-Turnier durchzuführen. Diesmal nach Thai-Art, bei der Tritte nicht nur gegen den Oberkörper, sondern auch gegen den Oberschenkel erlaubt sind. Es gab vier Teilnehmerinnen: Orosz verprügelte die erste Gegnerin so sehr, dass der Ringrichter dazwischenging. Orosz gewann deutlich, hätte 20 Minuten später den nächsten Kampf gehabt, wartete im Ring vergebens: "Der Ringrichter sagte, es gebe ein Problem. Die anderen beiden Teilnehmerinnen wollen nicht gegen mich antreten", berichtet Orosz. Die Leistung der Hallerin war zu beeindruckend, so erhielt sie direkt den WM-Gürtel. "Ich bin stolz - und habe doch ein bisschen ein schlechtes Gewissen", bekennt sie. Sie hätte ihre Fähigkeiten gerne öfter dem Publikum präsentiert.

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