Anekdoten vom Schach

Auch so kann man sich auf ein Schachspiel vorbereiten: Rund eine Stunde vor Beginn seiner Partie am Freitag gegen den FC Bayern München schlenderte Frank Zeller durch die Ackeranlagen. Das Ziel: Der Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz. "Den wollte ich mir unbedingt anschauen.

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Großmeister Klaus Bischoff sitzt in der FC-Bayern-Jacke am Brett.  Foto: 

Weihnachtsmarkt Auch so kann man sich auf ein Schachspiel vorbereiten: Rund eine Stunde vor Beginn seiner Partie am Freitag gegen den FC Bayern München schlenderte Frank Zeller durch die Ackeranlagen. Das Ziel: Der Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz. "Den wollte ich mir unbedingt anschauen." Rund 15 Minuten vor Spielbeginn war Zeller wieder da. Noch knapper schlappte Li Chao in den Stadtwerke-Saal. Die Eröffnungsreden wurden schon gehalten, da bahnte sich Chinas Nummer 1 den Weg durch die Menschen zu seinem Brett. Getoppt wurde das von den Spielern am darauf folgenden Tag. Um Punkt 14 Uhr sitzt nur Viktor Laznicka bereits am Brett, alle anderen - ob Haller oder Baden-Badener - betreten mit drei Minuten Verspätung den Raum.

Mia san mia - dieses Motto des FC Bayern haben die Schachspieler übernommen. Zumindest steht es auf den Trainingsjacken, die sie bei ihren Spielen anhaben. Auch die vier Sterne leuchten rund ums Vereinsemblem. Bei den Fußballern steht dieser Spruch für den Erfolg, die Schachspieler des FC Bayern haben in diesem Punkt noch Nachholbedarf.

Kaum beginnt am Freitag das Spiel gegen die Bayern, klemmt der Aufzug, der die Zuschauer vom Eingang in den Spielsaal bringen soll. Kurzfristig ist die Hektik groß - am Samstag dürfe das auf keinen Fall passieren. Die Aufregung legt sich schnell: Hausmeister und Mechaniker sind sofort zur Stelle. Keine 20 Minuten später verrichtet das Gefährt wieder seinen Dienst - und auch das ganze Wochenende über.

"Das ist der Wahnsinn!" So lautet der Kommentar von Thomas Heinl zu dem, was aus dem SK Schwäbisch Hall in den vergangenen vier Jahren wurde. Heinl ist nicht irgendwer - er ist derjenige, dem die Haller ihren Aufstieg am 3. April 2011 aus der Landes- in die Verbandsliga zu "verdanken" haben. Am letzten Spieltag, der zentral in Hall ausgetragen wurde, hatte Hall einen halben Brettpunkt Vorsprung auf Erdmannhausen. Der Verfolger gewann damals sein Spiel deutlich 6,5:1,5 gegen Bissingen. Somit war klar, dass Hall gegen Lauffen mit dem gleichen Ergebnis gewinnen musste, um den winzigen Vorsprung zu behalten. Heinl hatte gegen Josef Mudrak zwei Bauern mehr. Der Tscheche riskierte angesichts des Spielstands alles und gewann doch noch die Partie - Schwäbisch Hall holt so tatsächlich den 6,5:1,5-Erfolg. Heinl meint dazu am Samstag lachend: "Absichtlich habe ich damals ganz bestimmt nicht verloren!" Heinl ist pro Jahr immer mindestens auf einem Bundesliga-Spieltag. Die Partie Hall gegen Baden-Baden wollte er sich nicht entgehen lassen.

Lobende Worte findet Sven Noppes, Mannschaftsführer der OSG Baden-Baden. Hall habe mit dem Live-Stream einiges auf die Beine gestellt. Gleichzeitig positioniert er sich als Verfechter von Heimspieltagen. "Der Verband wünscht sich immer wieder eine zentrale Runde." Doch für die Vereine seien diese Heimspieltage auch eine Einnahmequelle, "die man nur ungern verliert".

Li Chao läuft die Zeit davon

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