"Chance auf Olympia ist gering"

Nicht viel Zeit am Strand haben Stefan Scheufele und Maxie Hopfinger verbracht. Sie waren mit den deutschen Leichtathleten auf Teneriffa.

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Sven Knipphals (Mitte) mit den Physiotherapeuten Stefan Scheufele und Maxie Hopfinger. Knipphals gewann Silber mit der Staffel über 4x100-Meter bei den Leichtathletik-Europameisterschaften 2014 in Zürich. Privatfoto  Foto: 

Zwei Wochen Sonne, Sand und 25 Grad im Januar - das hört sich nach einem schönen Urlaub an. "Stimmt, wir hatten mal ein paar Stunden frei. Ansonsten war viel Arbeit angesagt", berichtet Stefan Scheufele von der Zeit auf Teneriffa.

Der 43-Jährige gehört zum Physiotherapeuten-Pool des Deutschen Leichtathletik-Verbands (DLV). Erstmals dabei war Maxie Hopfinger, die kurz vor der Prüfung zur Sporttherapeutin steht. Sie kommt aus Ilshofen und hat im Crailsheimer Zweitligateam Fußball gespielt. Kurzfristig ergab sich die Möglichkeit zur Mitarbeit.

Die Trainingseinheiten wurden im Fußballstadion von Playa de las Americas durchgeführt. "Für uns war das gut, denn es war relativ windstill", berichtet Scheufele. "Sonst behandeln wir oft in düsteren Hotelzimmern." Mit dabei war das komplette deutsche 25er-Sprintteam sowie zehn Athleten aus Sprungdisziplinen. Sie wurden von insgesamt fünf Physiotherapeuten betreut. Für diese übernimmt der DLV die Kosten und sie erhalten als Honorar einen niedrigeren Tagessatz. Der Alltag sah wie folgt aus: Morgens drei Stunden Behandlungen während der Trainingseinheiten, nachmittags noch einmal zwischen 16 und 19 Uhr. "Die Probleme der Athleten nahmen aufgrund der Belastung von Tag zu Tag zu", berichtet Hopfinger. Deshalb wurde auch zeitweise noch abends im Hotel weiterbehandelt. Lediglich sonntags war frei, aber trotzdem mussten dann einige Athleten getaped werden.

Scheufele, der in früheren Jahren Mitglieder der deutschen Ski-Nationalmannschaft behandelte, hat so ein langes Trainingslager noch nie erlebt: "Man lernt die Leute näher kennen, auch die Trainer. Dabei merkt man, dass die olympische Saison ansteht." Die Hochleistungssportler würden akribisch arbeiten. Ernährung, Aufwärmphase, Regeneration, Eisbäder und die Arbeit mit der Blackroll würden genau geplant. Hürdenläufer Gregor Traber habe beispielsweise den Olympia-Endlauf über 110 Meter im Blick.

Ab dem 23. April werden Scheufele und Hopfinger die Athleten drei Wochen lang im Trainingslager in Orlando behandeln. In den USA stehen neben dem Training einige Olympia-Qualifikationsläufe an. Und wie schätzt Scheufele seine Chance auf Rio ein? "Der DLV nimmt nur vier Physios mit. Meine Chance ist daher gering."

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