"Ausrufezeichen im Landkreis Hall setzen"

Der Volleyball-Kapitän Tobias Bauer kennt seine Mitspieler seit zehn Jahren. Das fördert den Zusammenhalt beim SSV Geißelhardt. Für das heutige Relegationsspiel in Leutkirch könnte das entscheidend sein.

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Tobias Bauer (21), Kapitän beim SSV Geißelhardt, hat seinen Volleyball fest im Griff. Er hofft, dass das auch für seine Jungs gilt. Foto: Marc Weigert

Der SSV Geißelhardt spielt im Moment in der Bezirksliga. Seit wann?

TOBIAS BAUER: Seit 2011. Wir haben 2008 ganz unten, in der B-Klasse Nord, angefangen. Unsere Mannschaft kennt sich aber bereits seit zehn Jahren - zumindest der Stamm des Teams. Vor unserem Verein gab es eine ältere Herrenmannschaft, die in der Landesliga gespielt hat. Die hat sich aber vor sechs Jahren aufgelöst. Wir hätten damals in deren Liga spielen können, hätten aber keine Chance gehabt und haben deshalb in der B-Klasse angefangen.

Wie ist der Zusammenhalt in Ihrer Mannschaft?

Der geht definitiv über das Volleyballspielen hinaus. Wir unternehmen viel zusammen, gehen in die Disco, ab und zu etwas trinken oder ins Kino.

Wie oft trainieren Sie? Und bleibt Ihnen noch genügend Freizeit?

Montags und donnerstags ist Training. Und jedes zweite Wochenende haben wir entweder samstags oder sonntags ein Spiel. Viel Zeit für anderes bleibt da nicht.

Wie war es, in der B-Klasse, der untersten Liga, zu spielen?

Wenn man als relativ junge Burschen gegen 40-Jährige spielt, kommt man sich schon komisch vor. Unsere Gegner haben uns aber sehr schnell ernst genommen. Anfangs hatten wir natürlich enorm viel Respekt vor den erfahreneren Spielern. Aber das hat sich nach einer Weile gelegt.

Denkt man sich dann auch mal fiese Spielzüge aus und lässt den Gegner laufen?

Ja, auf jeden Fall, indem man zum Beispiel kurze und schnelle Bälle spielt. So müssen sich die Gegner mehr bewegen.

Was hat sich mit dem Aufstieg in die A-Klasse geändert?

Vom Alter her gab es da keinen großen Unterschied zur B-Klasse, aber die Gegner waren stärker.

Und wie ist es in der Bezirksliga?

Im ersten Jahr waren unsere Ansprüche relativ niedrig. Wir wollten nur den Klassenerhalt schaffen. Dieses Jahr hatten wir aber schon Ambitionen, um den Aufstieg zu spielen. Im Moment sind wir auf Tabellenplatz zwei.

Was ist Ihre Funktion im Team?

Ich bin Mannschaftskapitän und einer von den ,Älteren. Wenn es bei mir schlecht läuft, läuft es auch bei meinen Jungs schlecht. (lacht) Ich muss sie auch mal anspornen. Und es kommt durchaus vor, dass es im Training laut wird. Die Jungs verstehen das aber. Wenn es bei mir nicht so gut läuft, lassen sie mich das umgekehrt aber auch wissen. Trotzdem tut das dem Zusammenhalt keinen Abbruch. Dadurch, dass ich die Jungs schon so lange kenne, weiß ich mittlerweile, wie ich sie anpacken muss.

Der Zusammenhalt ist also das Zünglein an der Waage in der Relegation?

Ja, so kann man das sagen. Wenn jeder weiß, der andere gibt 100 Prozent, klappt es natürlich viel besser. Unser Trainer Michael Kurz hilft uns außerdem mit seiner Erfahrung und stellt die Mannschaft gut auf das Spiel ein.

Ein gewisser Druck ist jetzt aber schon vorhanden?

Auf jeden Fall. Ich merke, die Jungs sind konzentrierter bei der Sache. Wir wissen alle, dass wir jetzt kein Spiel mehr verlieren dürfen.

Wo findet das heutige Relegationsspiel statt?

In Leutkirch. Das ist eine Fahrt von zweieinhalb Stunden. Für uns ist es bisher das weiteste Auswärtsspiel. Weil wir dann im Bezirk Süd spielen, kommen wir weiter herum.

Wie viele Mannschaften werden dabei sein?

Es sind sechs Mannschaften und zwei davon können aufsteigen.

Wird es nach dem Aufstieg eine lange Nacht geben?

Ja, wahrscheinlich schon. Aber nicht in Leutkirch, sondern in Geißelhardt oder Schwäbisch Hall.

Nehmen Sie sich für den Montag frei?

Nein, eher nicht. Eventuell spontan. Aber ich habe ja noch den Sonntag zum Ausruhen.

Sollten Sie heute gewinnen, spielen Sie mit der SG Waldenburg in der Landesliga. Rufen Sie dann bei den Waldenburgern an?

Da halten wir uns zurück. Die Waldenburger werden das selbst merken, weil sie ja auch mitgekriegt haben, dass wir aufsteigen könnten.

Gibt es zwischen Geißelhardt und Waldenburg eine Rivalität?

So kann man das nicht sagen. Jeder will gewinnen und im Landkreis Hall ein Ausrufezeichen setzen. Bisher wurde mehr über Waldenburg berichtet. Jetzt wären wir gleichgestellt, was ein Riesenerfolg für uns wäre.

Die Fragen stellten Olga Possewnin und Guido Seyerle.

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