29. Dreikönigslauf: Bühlertanner Danny Schneider wird Dritter - 1832 Finisher

Neues Jahr, neue Sieger: Boris Rein, der Vorjahres-Zweite, gewinnt gestern beim Dreikönigslauf die zehn Kilometer. Bei den Frauen setzt sich die Favoritin Sabrina Mockenhaupt mit neuem Streckenrekord durch.

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Laufsport hat oft ein wenig mit Pokern zu tun. Vor allem der Zeitpunkt der Anmeldung kann die Gegner überraschen. TSG-Abteilungsleiter Florian Schäfer hatte vor vier Tagen noch die Hoffnung, unter die ersten Drei zu kommen. Doch dann melden am Montag so starke Läufer wie der letztjährige Zweite Boris Rein (damals 32.21 Minuten, LV Pliezhausen) und der Heilbronner Holger Freudenberger nach. Und schon sieht die Welt ganz anders aus.

"Ich bin Fünfter, damit gewinnt man keinen Blumentopf", ärgerte sich Schäfer nach 33.41 Minuten im Ziel. "Mit so einer Zeit wäre ich früher vorne gewesen. Aber jetzt kommen Läufer von überall her. Mehr sage ich nicht dazu." Während der TSG-ler im Zielraum nach Luft ringt, strahlt neben ihm die Gewinnerin bei den Frauen, Sabrina Mockenhaupt: "Ich habe vorab nicht gedacht, dass ich so schnell sein werde."

In 29 Jahren steigert sich Finiser-Zahl von 121 auf 1832

In seiner 29. Auflage eilt der Dreikönigslauf von Rekord zu Rekord. Allein schon die Teilnehmerzahl von fast 2000 Sportlern ist überwältigend. Bei der ersten Veranstaltung waren es gerade einmal 121 Läufer. Eine wichtige Verbesserung in diesem Jahr: Die Fünf-Kilometer-Läufer starten mehr als eine Stunde vor den Zehn-Kilometer-Athleten. Dadurch bekommt der Gesundheitslauf mehr Aufmerksamkeit und die Teilnehmer den entsprechenden Applaus der über 2000 Zuschauer an der Strecke. "Der Schotter unterwegs ist schon teilweise recht schwierig", sagt der Fünf-Kilometer-Sieger, Johannes Zahn (Unterrot), im Ziel. "In Hall machen es die Kurven aus. Dass man hier in der eher durchschnittlichen Zeit von 18.58 Minuten gewinnen kann, hätte ich nicht gedacht." Im Vorjahr war der Sieger Lukas Eisele (LG Filder) 16.48 Minuten innerhalb der Haller Kernstadt unterwegs.

Nachdem der Vierfach-Sieger Martin Beckmann bei den Herren über zehn Kilometer nicht mehr antrat, kommen neue Namen ins Spiel. Etwas mehr als 1000 Athleten machen sich um Punkt 14 Uhr am Marktplatz auf den Weg. Vorne laufen die Besten weg, hinter ihnen bildet sich ein Stau. Viele müssen kurz vor der Gelbinger Gasse abbremsen, um nicht auf ihre Vorderleute aufzulaufen. "Es war klar, dass ich gegen Boris keine Chance haben würde", sagt der Heilbronner Holger Freudenberger später im Ziel. "Er wusste, was getan werden musste. Ich musste nach hinten schauen, da ich dringend auf die Toilette musste und deshalb nicht mehr Gas geben konnte." Für Freudenberger (36) wird es wohl der erste und auch gleichzeitig der letzte Dreikönigslauf in Hall gewesen sein, er will ab 2015 nur noch "zum Spaß" laufen - und sein Training weiterer Athleten verstärken. Dazu gehört Isabel Leibfried (22). Sie wird überraschend in 37:31 Zweite.

Die Strategie von Boris Rein: Start, weg und Sieg

Sieger Boris Rein zeigt sich im Ziel selbstbewusst: "Ich dachte, dass ich schon schnell sein würde. Es lief für mich nach der Strategie: Start, weg und Sieg." Der Bühlertanner Danny Schneider steigert sich gegenüber 2013 (7. Platz) um 35 Sekunden und wird Dritter.

Ein neuer Streckenrekord springt bei den Frauen heraus. Zielsprecher Till Schenk - der unter anderem auch den Ironman auf Lanzarote und die Challenge Roth moderiert - ahnt es bereits bei der Zwischenzeit: "Mocki ist auf Rekordkurs." Die 32-jährige wird Deutschland bei der EM in Zürich vertreten und sagte vor dem Dreikönigslauf: "Ich habe im Dezember nicht viel trainiert. Deshalb muss man sehen, was drin ist." Es ist sehr viel drin für den 1,56-Meter-Lauffloh. Die Uhr bleibt nach 34.13 Minuten stehen. Damit ist die Siegerin 16 Sekunden schneller als bei ihrer letzten Teilnahme 2008. Mockenhaupt wird auch in den kommenden zwei Jahren in Hall antreten.

Mit 1832 Gesamt-Finishern ist der Dreikönigslauf in eine neue Dimension gewachsen. Das Organisationsteam wird sich entscheiden müssen, ob es im Jahr 2015 eine neue Rekord-Teilnehmerzahl anstrebt. Oder ob das Motto gilt: Wer sich zu spät anmeldet, läuft nicht mit.

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