10. Bühlerzeller Winterlauf: Müller und Müller gewinnen über 10-Kilometer-Distanz

Der Winterlauf macht seinem Namen alle Ehre: Während sich eine Rekordteilnehmerzahl von rund 300 Athleten auf die Strecke macht, stürmt und schneit es in Bühlerzell. Sie erlaufen eine Rekordspende.

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Was macht bloß den Reiz aus, am Bühlerzeller Winterlauf teilzunehmen? Am Samstag hat es 0 Grad, es windet, und der Regen geht kurz vor dem Start um 14 Uhr in Schnee über. Im Radio heißt es in den Verkehrsnachrichten: "Es wird empfohlen: Wer nicht unbedingt fahren muss, der sollte sein Auto stehen lassen und öffentliche Verkehrsmittel benutzen."

Über 300 Athleten gehen an den Start

Doch die über 300 Athleten haben nicht vor, das Auto zu nehmen. Sie wollen bei einem Wetter, bei dem man nicht einmal seinen Hund vor die Türe schickt, rund um Bühlerzell laufen. Die Strecken sind zwischen 4,5 Kilometer (Walking) und zehn Kilometer lang. Schon vor dem Start freuen sich die Veranstalter des Benefizlaufs: 350 Meldungen sind eingegangen, so viele wie noch nie. Im vergangenen Jahr war es 134. Das hat verschiedene Gründe. "Es gibt einige Firmen, die ihre Mitarbeiter zum Lauf anmelden und die Startgebühr als Spende sehen", berichtet Mario Meinel vom Veranstalterteam. Ein paar von diesen Firmenläufern hat offensichtlich das schlechte Wetter abgeschreckt. Und dann ist da noch die Sache mit der Homepage. "Wir hatten eigentlich vereinbart, dass es für die Frühbucher bis 4. November ein kostenloses T-Shirt gibt", so Meinel. Aber dann wurde vergessen, dieses Angebot von der Lauf-Homepage zu nehmen, so dass noch die Sportler, die sich später angemeldet hatten, ebenfalls das Recht auf ein Shirt hatten. Der Kleidersponsor legte ohne Murren einfach noch einige Shirts drauf. Dies ist sowieso ein Phänomen in Bühlerzell: Die Spendenbereitschaft ist groß. Eine Privatperson, die nicht genannt werden will, verdoppelt nach dem Lauf den eingenommen Gewinn. So dürften über 5000 Euro für die Krebshilfe und das Haller Kinderhospiz zusammen gekommen sein.

Auch die meisten Sportler hinter den Top 10-Läufern sehen es ein wenig lockerer. Sie rennen mit einem Lächeln auf den Lippen um 14.15 Uhr los. Die Verspätung resultiert aus den vielen Nachmeldungen.

Kay-Uwe Müller aus Ilshofen lässt von Anfang an bei seinem ersten Winterlauf-Start nichts anbrennen und rennt vorne weg. "Ich hatte Günter Seibold anfangs im Auge", berichtet der Sieger nach 34.41 Minuten - dies ist allerdings kein Rekord. Mehr als zwei Minuten nimmt er dem Crailsheimer Seibold auf den zehn Kilometern ab. Matthias Schwarz aus Braunsbach folgt mit einer Minute Differenz als Dritter.

Die Siegerin hört ebenfalls auf den Nachnamen Müller, ist allerdings nicht verwandt mit dem Gewinner. Christina Müller hieß bis zu ihrer Hochzeit im September Woltmann und holt am Samstag ihren zweiten Sieg in Bühlerzell. "Es ist super, dass wir so viel Spendengeld zusammenbekommen haben", sagt die Westheimerin. "Aber während des Laufens denke ich nur daran, wie ich möglichst schnell ins Ziel komme."

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