"Auf einmal waren die Zuschauer da"

Die Anspannung steigt bei den Handballern der TSG Hall. Am heutigen Samstag kommt es zum Spitzenspiel beim TV Mosbach. Auch der 21-jährige Jan Stephan hält diese Partie für richtungsweisend.

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Herr Stephan, am zweiten Spieltag hat die TSG den TV Mosbach mit 34:22 abgeschossen - es war nur einen von zwei Mosbacher Niederlagen. Damals hätte man sich nicht vorstellen können, dass in der Rückrunde der Erste gegen den Zweiten spielt.

JAN STEPHAN: Es ist ein besonderes Spiel und wir sind uns bewusst, dass es bei weitem nicht so leicht wie im Hinspiel werden wird. Damals fehlte Mosbach der starke Kreisläufer. Ihn müssen wir genau wie den Rückraum in den Griff bekommen. Dann haben wir gute Chancen. Wir wollen nicht in die Relegation, wir wollen als Erster aufsteigen.

Am Anfang der Saison tat sich die TSG auswärts sehr schwer. Erst im vierten Spiel gelang der erste Sieg, seitdem läuft es. Was war los?

Ich glaube, wir waren einfach nicht energisch genug, viel zu lässig. Unterbewusst haben wir vielleicht gedacht: Lasst die Gegner nur kommen.

Gab es ein Aha-Erlebnis, in Folge dessen die Mannschaft aufgewacht ist?

Das war nach dem Spiel in Willsbach (Hall verlor am 3. Spieltag mit 19:20, Anm. d. Red.). So eine Partie sieht man nicht so oft. Willsbach war klar unterlegen, doch in der 2. Halbzeit haben wir wieder nachgelassen, Larifari gespielt.

Was waren die Konsequenzen aus der Niederlage?

Wir haben eine ordentliche Ansage von Trainern, Betreuern und Spielern bekommen. Letztlich haben wir uns alle zusammengesetzt und uns geschworen: So geht es nicht weiter! Seitdem sind wir erfolgreich.

Woran merken Sie, dass alle an einem Strang ziehen?

Das fängt schon bei der Art, wie wir uns aufwärmen, an. Da ist viel mehr Zug drin. Dann die Kabinenansprachen: Wir sind auch nach der Halbzeit voll konzentriert, lassen nicht nach. Wir alle haben ein Ziel: Die Rückkehr in die Landesliga. Mit diesem Kader können wir dort auf jeden Fall mithalten, das hat die Rückrunde in der vergangenen Saison deutlich gemacht.

In Mosbach und für den Rest der Saison wird Sebastian Henze wegen seiner Weltreise fehlen. Im ersten Spiel der Rückrunde hat Moritz Nothdurft auf dessen Position gespielt.

Moritz kann überall spielen, er hat es technisch einfach drauf. Es ist grandios, was er macht. Außerdem haben wir auch Ibai (Mariz Kurrena, Spanier in Diensten der TSG, Anm. d. Red.), der ebenfalls diese Position spielen kann. Das ist unser großer Vorteil: Wir können rotieren, sind somit schwer auszurechnen.

Seit dieser Saison sind es in der Schenkenseehalle deutlich mehr Zuschauer, der Fan-Bus mit 50 Plätzen nach Mosbach ist seit eineinhalb Wochen ausgebucht. Was ist los bei den Haller Handballern?

(lächelt) Das ist der Verdienst von Matthias Rieger (ehemaliger TSG-Handballer, Anm. d. Red.). Er hat die Facebook-Gruppe "8ter Mann" gegründet, um uns zu unterstützen. Er macht klasse Videos, klasse Fotos und sorgt als Trommler gemeinsam mit Mirko Penz für Stimmung in der Schenkenseehalle. Es ist fantastisch.

Wann haben Sie und die übrigen Spieler gemerkt, dass sich etwas tut?

Gleich zu Saisonbeginn gegen Weinsberg. Auf einmal waren die Zuschauer da. Es ist eine große Motivation für uns.

2012 kamen Sie nach Hall. Wie leicht fiel es Ihnen, sich in die Mannschaft zu integrieren?

Sehr leicht - und doch war es eine krasse Umstellung. Die Spieler kennen sich schon seit vielen Jahren. Dazu kommt Trainer Andreas Henze, der weiß, wie man ein Team aufbaut und führt. Ich hatte so etwas noch nicht erlebt und profitiere davon. Ich fühle mich sehr wohl und habe viel Erfahrung dazu gewonnen.

Sie haben bei der HSG Neckartal maximal in der Bezirksklasse gespielt, wechselten nach Schwäbisch Hall zu einem Landesligisten. Wie groß war der Sprung?

Spielerisch ist das ein ganz anderes Niveau, so etwas hatte ich davor noch nie gesehen. Die SG Bottwartal beispielsweise war ein Team, das gefühlt nur mit ehemaligen Zweitligaspielern angetreten ist. Anfangs hatte ich meine Bedenken, habe zunächst in der zweiten Mannschaft gespielt. Da ich regelmäßig im Training war, kam ich in den Kader der ersten Mannschaft.

Und dort wollen Sie bleiben. . .

(lacht) Natürlich, der Ehrgeiz ist da. Leider muss ich einige Trainingseinheiten ausfallen lassen, da ich während meiner Ausbildung blockweise in Baden-Baden in der Schule bin. Im Mai sind meine Abschlussprüfungen. Wie es danach weiter geht, weiß ich noch nicht. Ich fühle mich bei den Handballern und in Hall sehr wohl. Eigentlich will ich hier nicht weg.

Die Fragen stellte Hartmut Ruffer.

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