TSG Handballerin Schell: Keine Angst vor blauen Flecken

Die 24-Jährige Susan Schell gehört zu den Stützen der TSG-Handballerinnen. Im Interview erklärt sie, warum sie ihren Sport mag und woran es in dieser Saison hapert.

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Rückraumspielerin Susan Schell will den Abstieg der TSG-Handballerinnen aus der Bezirksliga verhindern. Mit erst 24 Jahren zählt sie schon zu den Erfahrenen in ihrem jungen Team.  Foto: 

Als Neuling hat es ein Team meistens schwer, sich in der höheren Liga zurechtzufinden. Bei den Handballerinnen der TSG Hall ist es nicht anders. Mit zwei Siegen aus neun Spielen ist die Mannschaft abstiegsgefährdet. Rückraumspielerin Susan Schell erzählt, woran es hakt.

Frau Schell, am Samstag geht es für Ihre Mannschaft gegen Gundelsheim. Welche Erinnerungen haben Sie an das Hinspiel im Dezember?

SUSAN SCHELL: Wir haben dort knapp verloren (20:22, Anmerkung der Redaktion). Sie sind ungefähr auf unserem Niveau, deshalb können wir sie nun zuhause auch schlagen. Die Niederlage dort lag unter anderem an der Schiri-Leistung. Die Entscheidungen waren ziemlich unausgeglichen. Es gab 19 Siebenmeter, was sehr viel ist für ein Handballspiel. Und davon waren nur sechs für uns.

Was muss im Heimspiel besser klappen, damit ein Sieg herausspringt?

In der Abwehr stehen wir gut, aber im Angriff müssen wir unsere Chancen besser nutzen. Da versieben wir zu häufig.

Ist die schlechte Chancenverwertung ein Grund für die schwierige Saison bislang?

Ja, auch. Dazu kommt, dass wir oft Verletzungssorgen haben. Zum Beispiel hat sich Tamara Hartmann im Spiel in Gundelsheim den Finger gebrochen. Deshalb fällt sie nun aus. Wir müssen immer schauen, dass wir genügend Spielerinnen zusammenbringen.

Weil der Kader der TSG nicht so groß ist …

Ja, genau. Wir haben zwar Carolin Abt dazubekommen, weil sie hierhergezogen ist, aber oft müssen auch Spielerinnen aus der A-Jugend aushelfen. Das ist nicht so einfach für sie, weil der Sprung vom Jugendbereich zu den Aktiven – das ist schon was anderes.

Wie groß ist denn der Unterschied zwischen Kreisliga und Bezirksklasse? Sie sind ja im Sommer erst aufgestiegen …

Das merkt man schon. In der Kreisliga haben wir fast jedes Spiel hoch gewonnen. Jetzt in der Bezirksklasse müssen wir erst einmal schauen, dass wir mit den Gegnern mithalten können.

Ist das Tempo auch höher?

Ja, auf jeden Fall.

Geht es auch härter zu Sache?

Nein, das nicht unbedingt. Das ist überall gleich, denke ich.

Die TSG ist eine sehr junge Mannschaft. Fehlt die Erfahrung im Team?

Das kann natürlich auch sein. Als Sabrina noch gespielt hat, hat sie uns gut geführt  (die erfahrene Sabrina Gnamm hat vor dieser Saison aufgehört, Anm. d. Red.). Wir konnten viel Verantwortung an sie abgeben. Jetzt müssen wir Jungen selbst das ganze in die Hand nehmen, drauf gehen und die Tore machen. Einerseits ist tut uns das gut. Andererseits fehlt vor allem in den kritischen Situationen jemand, der einen kühlen Kopf bewahrt.

Sie selbst sind erst 24 Jahre alt, gehören aber schon zu den Älteren im Team …

Ja, wenn wir im Training Alt gegen Jung spielen, dann steh’ ich schon auf der Seite der Alten (lacht).

Müssen Sie jetzt schon viel Verantwortung übernehmen?

Es müssen alle Verantwortung übernehmen, nicht nur ich.

Im Handball geht’s ja schon sehr körperbetont zu. Haben Sie keine Angst vor blauen Flecken oder schlimmen Verletzungen?

Wenn man Angst vor blauen Flecken hat, dann sollte man kein Handball spielen. Ich sag’ immer: Wer ohne blaue Flecken aus dem Spiel geht, der hat nicht richtig gespielt (lacht). Der Körperkontakt ist eben immer da, das lässt sich gar nicht vermeiden. Aber gerade deswegen ist doch Handball so interessant. Der Sport ist schnell und dynamisch. Deshalb ist er auch so schön anzuschauen, wenn er gut gespielt wird.

Hatten Sie noch keine gravierende Verletzung?

Ich hatte schon zig Verstauchungen und Kapselverletzungen an den Fingern. Zum Glück hatte ich noch nichts Schwerwiegendes. Ich hoffe, das bleibt so. Ich komme aus einer Handballer-Familie, meine Eltern waren beide selbst hier in Hall aktiv. Ich bin quasi in der Halle aufgewachsen. Wenn ich zuhause sage, mir tun die Finger weh, dann sagen sie nur, es ist morgen wieder weg (lacht).

Das Harzverbot beschäftigt viele Handballer. Auch Sie?

In unserer Liga wird komplett ohne Harz gespielt. Ich glaube, in unserer Frauen-Bezirksklasse ist es verboten, aber ich weiß es nicht genau. Unsere Männer beispielsweise harzen in der Schenkenseehalle, aber wir machen es nicht.

Könnten Sie sich vorstellen, nach Ihrer Spielerkarriere dem Handball verbunden zu bleiben?

Ich denke schon. Wenn es zeitlich passt, dann könnte ich vielleicht bei der Jugendarbeit mitmachen. Aber mein Karriereende ist noch lange nicht in Sicht.

Was ist noch möglich für die TSG in dieser Saison?

Unser Ziel ist auf jeden Fall der Klassenerhalt. Wir sind ein junges und flexibles Team, weil wir es gut ausgleichen können, wenn jemand fehlt. Und wir sind auch motiviert, dass wir den Nichtabstieg schaffen.

Geburtstag: 14. Juli 1992
Geburtsort: Schwäbisch Hall
Wohnort: Schwäbisch Hall
Familienstand: ledig
Beruf: Studentin der Gesundheitsförderung und Prävention in Schwäbisch Gmünd (Master)
Hobbys: Sport allgemein, Reisen, Freunde treffen
Bisherige Stationen: TSG Schwäbisch Hall
Größte sportliche Erfolge: Aufstieg in die Bezirksklasse 2016

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