Irre Schlussphase für Haller Handballer

Die TSG-Handballer führen im Derby gegen die HSG Hohenlohe lange souverän. Am Ende verspielen die Haller aber den Sieg und müssen sogar noch um das Unentschieden zittern.

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Jakob Janle streckt sich: Der Torhüter der TSG zeigt eine starke Leistung, auch wenn dieser Siebenmeter im Tor landet.  Foto: 

Handball kann ein schöner, aber auch grausamer Sport sein. Am Ende wussten beide Teams zunächst nicht, ob sie einen Punkt gewonnen oder verloren hatten. Denn dieses Spiel nahm in der Schlussphase geradezu irrwitzige Wendungen – selbst nach der Schlusssirene noch.

45 Minuten lang war es ein normales Handballspiel. Überraschend war lediglich, dass der Außenseiter Hall das Spiel bestimmte und nicht nur zur Pause völlig verdient mit vier Toren vorne lag (17:13), sondern diesen Vorsprung nach dem Wechsel sogar noch ausbaute. Das hatte verschiedene Ursachen: Jakob Janle hielt im Tor gleich mehrere schwierige Bälle, im Haller Angriff lief der Ball gut, der Abschluss glückte meist. So stand es zur Freude der Haller Zuschauer in der mit rund 150 Zuschauern ordentlich gefüllten Schenkenseehalle 28:21 nach rund 45 Minuten. Dann begannen 15 denkwürdige Minuten.

Eine Zwei-Minuten-Strafe brachte Halls Trainer Lutz Rheinsberg mächtig auf die Palme. Im übertragenen Sinne blieb er eine ganze Weile dort oben, schimpfte, gestikulierte. Die gesamte Haller Bank war in Aufruhr. Vielleicht spürten alle auf der TSG-Bank, dass die HSG Hohenlohe nicht gewillt war, sich in die Niederlage zu fügen. Sie suchte nun schnell den Abschluss und traf auch. Im Angriff waren die Haller zunehmend ratlos. „Da merkte man, dass uns die Erfahrung fehlt. Meine Zwei-Minuten-Strafe war auch nicht unbedingt förderlich“, bekannte TSG-Trainer Lutz Rheinsberg. Die Unparteiischen hatten nach einer gewissen Zeit genug von Rheinsbergs Tiraden und gaben ihm die Strafe.

Das brachte die HSG nun noch näher heran (28:24). Gleich zwei aufgerückte Verteidiger deckten Josip Kozul und Sebastian Gutbrod kurz. Das wirkte. Hall verlor das Konzept und nach und nach die Führung. Der Spanier Ibai Marrizkurrena versuchte, das Spiel der Haller zu ordnen, doch auch ihm sah man an, dass er angespannt war. Kurz vor Schluss glich die HSG zum 35:35 aus. Dann erhielt Hall einen Siebenmeter, den Istvan Beres verwandelte.

Doch erneut kamen die Gäste zum Ausgleich. Mit knapp 20 Sekunden auf der Uhr hatten die Haller aber noch Zeit für einen Angriff. Doch mit einem Abschluss wurde es nichts, die Schiedsrichter entschieden auf Stürmerfoul. Wutentbrannt brüllte Marrizkurrena „Hostia“ durch die Halle. Die Unparteiischen verstanden aber eine persönliche Beleidigung (Idiota) und zeigten dem Spanier die rote Karte. Die neuen Regeln besagen, dass eine solche Strafe einen Siebenmeter für den Gegner nach sich zieht. Fünf Sekunden vor dem Ende hatte die HSG die Chance, erstmals in Führung zu gehen. Krachend schlug der Ball am rechten Pfosten ein und sprang heraus. Aus, Unentschieden. Ibai Marrizkurrena suchte danach noch die Schiedsrichter auf, die ihm zu der roten noch die blaue Karte gezeigt hatten. Dies bedeutet, dass ein Bericht geschrieben und der Spanier gesperrt wird. Doch Marrizkurrena konnte sie davon überzeugen, dass „Hostia“ keine Beleidigung ist. Daraufhin zogen die Schiedsrichter die blaue Karte zurück. „Das ist wichtig für uns“, meinte Rheinsberg. Denn noch steckt die TSG tief unten drin. Mit Leistungen wie bis zur 45. Minute allerdings sollte sie die Klasse halten können.

TSG Hall: Jakob Janle, Benjamin Adam (beide Tor), Alex Bendl (1), Lucas Breitner (4), Josip Kozul (8), Ibai Marizkurrena (4), István Beres (5/3), Felix Nietzsch­mann, Florian Kemmer (6), Sebastian Gutbrod (5), Niklas Zünkler, Matthias Teinert (3)

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