Handballer gewinnen Krimi

Jugend der SG Degmarn/Oedheim muss sich beim 40:38 den erfahrenen Hallern beugen. Tolle Stimmung in der Schenkenseehalle.

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Die Freude über den letzten verwandelten Siebenmeter zum 40:38 muss raus: Der Haller Steve Däumel weiß, dass damit der Sieg gegen den Tabellenführer feststeht.  Foto: 

Alles ist bereit für einen spannenden Handball­abend. Die Schenkenseehalle ist mit 150 Zuschauern inklusive einigen Trommlern gut gefüllt. Hall strahlt Selbstbewusstsein aus. Degmarn kommt mit der Empfehlung einer bisher verlustpunktfreien Saison. Die TSG beginnt stürmisch und führt 3:1. Doch dann ist der Wurm drin. Beim 4:8 scheint es so, als ob die ersten bereits ihre Köpfe hängen lassen.

Kurzer Durchhänger

Einige Ältere unter den Zuschauern schütteln den Kopf über diesen Leistungsabfall innerhalb weniger Minuten. Rüdiger Hunger, seit Jahrzehnten am Haller Handballsport interessiert, erinnert sich: „Das waren früher schon packende Spiele gegen Degmarn, auch auf dem Großfeld.“ Derweil zeigt die SG auf dem Hallenspielfeld, warum sie vorne steht. Viele junge wendige Spieler halten das Tempo hoch. Die Degmarner profitieren von ihrer guten Jugendarbeit inklusive der Spielgemeinschaft mit der Neckarsulmer SU. Wer aus der Jugend kommt und es dort nicht ins Landesligateam schafft, der kann immer noch bei der SG spielen.

Bei den Hallern sorgen zwischen der 10. und 20. Minute die Ü35-Spieler dafür, dass es plötzlich wieder unentschieden steht. Matthias Teinert trifft vom Kreis, Sebastian Gutbrod in Unterzahl zum 10:10. Die Gastgeber haben sich nun darauf eingestellt, dass die Gäste bei eigenem Ballbesitz umgehend ihren Torwart vom Feld nehmen und dadurch mit einem Mann mehr angreifen. Zur Halbzeit steht es 17:15. Hall hat die Chance auf eine Überraschung.

Im zweiten Durchgang legt TSG-Torwart Jakob Janle, mit 22 Jahren einer der jüngsten Haller auf dem Feld, noch einmal eine Schippe drauf. Er hält einige Bälle, die die Gäste bereits im Tor gesehen haben. Hall bleibt ständig in Führung und wird vom emotionalen Ibai Marizkurrena mitgerissen, der immer wieder für spektakuläre Treffer sorgt. Beim 28:27 ist erstmals rhythmisches Klatschen in der Halle zu hören – was auch an den Aktionen von Steve Däumel liegt, der mit seiner kraftvollen Art immer wieder für Tore aus scheinbar unmöglichen Situationen sorgt.

Dramatische Schlussphase

Es sind noch zehn Minuten zu spielen, das Momentum ist beim Stand von 33:30 eindeutig auf Haller Seite. Aber offensichtlich haben die Schiedsrichter etwas dagegen. Plötzlich legen sie die Regeln sehr eng aus. Innerhalb weniger Sekunden ziehen die Haller drei Zwei-Minuten-Strafen auf sich. Nun spielen drei TSG-Feldspieler gegen sechs Degmarner: ein aussichtsloses Unterfangen. Die Zuschauer ahnen, dass die Führung wechseln wird. Die Gäste kommen auf 32:33 heran. Dann schnappt sich Däumel den Ball, schüttelt seine Gegenspieler mit mehreren Körpertäuschungen ab und trifft zum 34:32. Die TSG-Fans, angeführt von Teammanager Matthias Rieger, schreien sich mit ihren Anfeuerungen fast die Lunge aus dem Hals.

Hall schafft es tatsächlich, diese kritische Phase beim Stand von 34:34 zu beenden. Zwei Minuten vor dem Ende heißt es 37:37, Däumel muss zum Siebenmeter ran. Mit viel Kraft hämmert er den Ball zum 38:37 ins SG-Tor. Als er dies kurz darauf zum 40:38 wiederholt, hat der Tabellenführer seine erste Saisonniederlage kassiert und die Haller haben gezeigt, dass sie mit den Topteams in dieser Liga mithalten können.

„Was für ein Krimi“, waren sich die Handballexperten Rieger und Hunger einig.

TSG: Ibai Marizkurrena (6), Istvan Beres (4/2), Heiko Hornef (4), Sebastian Gutbrod (7), Matthias Teinert (4), Steve Däumel (6/3), Florian Kemmer (4)

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