Der Weltmeister fährt zur WM

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft siegt im Gastspiel bei Verfolger Nordirland souverän 3:1 und qualifiziert sich für die Endrunde 2018 in Russland.

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Volltreffer im Windsor Park: Sebastian Rudy (7. v. l.) erzielte das 1:0 für die deutsche Auswahl.  Foto: 

Dem freundlichen Ordner am Eingang zur Tribüne im Windsor Park blieb kurz die Spucke weg. „Er setzt Sané auf die Bank, unglaublich“, so befand der Nordire, während er auf das Blatt mit den Aufstellungen blickte. Dann schüttelte er den Kopf. „Bei uns wäre er der beste Spieler.“ Leroy Sané, Linksaußen von Manchester City, dem Tabellenführer der englischen Premier League, wirbelt seit Wochen in Hochform. Doch den Platz in der Nationalelf belegte beim vorletzten Gruppenspiel in der Qualifikationsrunde für die WM 2018 zunächst der Kollege Julian Draxler.

In dem Gastspiel bei Verfolger Nordirland musste Bundestrainer Joachim Löw auf bewährte Kräfte wie Manuel Neuer, Sami Khedira und Mesut Özil verzichten. Auch fehlten ihm die Torjäger Mario Gomez und Timo Werner, als zentraler Angreifer begann der Hoffenheimer Sandro Wagner. Die Anhänger der seit vier Jahren in Heimspielen ungeschlagenen Gastgeber  versuchten die deutsche Elf mit ohrenbetäubendem Lärm einzuschüchtern.

Rudys Traumtor

Löws Mannschaft schien von der aufgeheizten Atmosphäre jedoch eher stimuliert. Angeführt von Regisseur Toni Kroos übernahm der Weltmeister sofort das Kommando. Nach nur zwei Minuten gingen die Deutschen in Führung: Sebastian Rudy hämmerte den Ball aus knapp 18 Metern stramm in die rechte Gabel. Drei Minuten später hatte Wagner den zweiten Treffer auf dem Fuß. Eine Flanke von Joshua Kimmich fasste er aus kurzer Distanz ab, doch Torwart Michael McGovern konnte mit einem starken Reflex abwehren.

Pech hatte Wagner, als er Kimmichs präzise Flanke knapp eine Viertelstunde später an den linken Pfosten köpfte. Die Deutschen dominierten, sie schienen hoch motiviert und gingen entsprechend entschlossen zur Sache. Die Versuche der Nordiren, mit schnellen Gegenstößen dagegen zu halten, bereiteten der deutschen Abwehr keine größeren Schwierigkeiten.

In der 24. Minute bekam der agile, wie aufgedreht agierende Wagner sein Erfolgserlebnis.  An der Straumraumkante löste er sich von dem Gegenspieler, legte sich den Ball selbst ein bisschen vor und drosch ihn mit dem linken Fuß unhaltbar in die linke Ecke des Tores – 2:0 für Deutschland. Die Mannschaft um Kapitän Thomas Müller attackierte weiter, sie hielt das Tempo hoch und hatte einige Gelegenheiten, noch vor der Halbzeit nachzulegen.

Es fiel auf, dass  neben Wagner speziell die Profis des FC Bayern wie von einer Last befreit aufspielten. Müller, Rudy, Kimmich, auch die Verteidiger Jerome Boateng und Mats Hummels, zuletzt den Turbulenzen im Verein spürbar angeschlagen, waren in Belfast bissig und einsatzfreudig. Die Nachricht, dass Jupp Heynckes als alter und neuer Trainer der Münchner anheuern wird, schien sie offensichtlich zu beflügeln.

Nach der Pause schalteten Löws Spieler spürbar zurück. Sie behielten jedoch die Kontrolle. Kimmich staubte kurz vor Schluss zum 3:0 ab. Josh Magennis konnte mit seinem Kopfballtor für die leidenschaftlich kämpfenden Gastgeber nur noch verkürzen.

Mit dem neunten Erfolg in der neunten Partie hat die deutsche Mannschaft die direkte Qualifikation für die WM 2018 perfekt gemacht. Die abschließende Heimspiel am Sonntag in Kaiserslautern wird der Bundestrainer voraussichtlich als Test für die Akteure aus der zweiten Reihe zu schätzen wissen. Sané ist einer der Kandidaten für die Startelf.

Mit einem Dreierpack ist Bayern-Star Robert Lewandowski zum alleinigen Rekord-Torschützen der polnischen Fußball-Nationalmannschaft aufgestiegen. Der 29-Jährige traf am DonnerstagaAbend beim klaren 6:1 (3:1) seines Teams in Armenien zum 2:0, 3:0 und 5:1 (18./25./64. Minute) und hat nun 50 Tore im Nationaltrikot auf dem Konto. Er überholte damit Wlodzimierz Lubanski (48). Mit 15 Treffern ist Lewandowski nun auch bester Torjäger in der laufenden WM-Qualifikation – vor Portugals Europameister Cristiano Ronaldo (14). Polens Fußballern fehlt als Tabellenführer der Gruppe E nur noch ein Punkt zur direkten Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2018 in Russland. dpa

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