TSV-Trainer Ralf Kettemann legt sich Aufstiegstrategie zurecht

Ilshofen ist am Wochenende in der Bezirksliga spielfrei. Trainer Ralf Kettemann gönnt sich und seinen Jungs eine Auszeit. Im Interview kurz vor dem Abflug nach New York erzählt er, wie die Spannung hochgehalten wird.

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Der Chef kümmert sich auch um die Ausstattung für das Training: Ralf Kettemann coacht den TSV Ilshofen im zweiten Jahr.  Foto: 

Herr Kettemann, eigentlich sollte unser Gespräch vor dem Training in Ilshofen stattfinden. Nun sind Sie spontan dabei, für einen Flug nach New York einzuchecken. Denken Sie an Ihren Kurzurlaub oder an Fußball?
RALF KETTEMANN: Meine Gedanken sind in Ilshofen. Aber die nächsten drei bis vier Tage will ich abschalten. Deshalb bietet sich New York an. Ein Freund, der Pilot ist, hat mich um 10 Uhr angerufen und gefragt, ob ich um 17 Uhr mitfliegen will. Dort herrscht gutes Wetter.

Sie fliegen in die Staaten, und Ilshofen demnächst hoch in die Landesliga?
Es werden noch sehr harte 90 Minuten. Aber es könnte natürlich auch schon morgen passieren. (kurze Pause) Doch ich glaube: Satteldorf ist zu gut, wird in Mulfingen gewinnen und dort alles reinlegen.

Kurz vor dem Saisonende hat Ihr Team Satteldorf überholt und ist Spitzenreiter. Haben Sie noch daran geglaubt?
Wir haben uns das lange vorgenommen. Aber als wir gegen Obersontheim verloren hatten, haben wir nicht mehr so richtig daran geglaubt. Danach haben wir nur noch auf uns geschaut. Jetzt haben wir zehn Mal in Folge gewonnen und liegen vier Punkte vorn. Satteldorf war davor aber auch konstant und hat zwölf Siege in Folge eingefahren. Wir hatten 15 Punkte Rückstand, aber auch vier Spiele weniger.

Wie haben Sie es geschafft, dass Ihr Team den Glauben an den Aufstieg nicht verloren hat?
Dieser Geist hat sich schon von Anfang der Runde so entwickelt. (Oh, Moment bitte, ich muss meinen Pass vorzeigen) Wir haben darauf hintrainiert. Aber es war nicht einfach, wir haben seit dem Winter 19 Spiele in drei Monaten absolviert. Das waren fünf englische Wochen. Da mussten wir jeden zweiten oder dritten Tag die Spannung hochfahren. Zusätzlich haben sich die Jungs hochgepuscht.

Mussten Sie als Trainer da noch eingreifen?
Kaum. Ich denke, auch deswegen sind wir vorne. Die Jungs zeigen eine sensationelle Trainingsbeteiligung. Nur so geht es auch.

Aber einfach war das nicht . . .
Ja. Das fängt schon mit dem Platz an. Wenn man die Auswärts- und Heimbilanz sieht: Wir hatten auswärts 16 Spiele und haben dabei 13 Siege eingefahren. In Triensbach, auf unserem Ausweichplatz, ist unser Gefühl gut. Aber in Ilshofen nicht so sehr. Wir mussten drei Heimniederlagen einstecken. Das ist ein komisches Gefühl. Dies wird dann anders werden, wenn unser neuer Kunstrasenplatz fertig ist.

Wie hat das Wechseltheater um Redouane Bouidia auf das Team gewirkt?
In der Mannschaft war deswegen keine Unruhe. Die Jungs haben gesagt: ,Okay, wir können da nichts dafür, wir arbeiten einfach weiter.

Was ist das Geheimnis des Ilshofener Erfolg - der Mix aus jungen und älteren Spielern?
Nur mit jungen Spielern schafft man es nicht. Deshalb ist der Mix auch hilfreich. Wir sind eine geile Truppe, die sich an jedem Spieltag puscht. In der Hinrunde hatten wir hauptsächlich junge Spieler. Da kommen welche aus der Kreisliga B und werden im zweiten Bezirksligajahr schon Stammspieler. Außerdem: Es hilft wahrscheinlich schon, dass ich bereits hochklassig gespielt habe.

Viele reden vom Aufstieg. Nehmen Sie dieses Wort in den Mund?
Ich mag es nicht, wenn man da rumdruckst. Wenn wir in unserer Lage sagen würden, wir wollen in die Relegation, dann wäre das nichts. Den Aufstieg müssen wir aber im letzten Spiel am 8. Juni ausblenden. Wir haben schon drüber geredet und einen Plan zurecht gelegt. In der kommenden Woche werden wir ganz normal trainieren. Sonst merken die Jungs: Ups, da ist etwas anders.

Wird bereits für die Landesliga geplant?
Das läuft schon etwas parallel. Aber man kann noch nicht viel sagen. Wahrscheinlich wird uns keiner verlassen. Zwei bis drei werden beruflich kürzer treten. Und wir müssen schauen, dass wir uns noch verstärken - auch wenn wir in der Liga bleiben. Wenn wir hochgehen, dann brauchen wir Qualität. Dazu suchen wir Jungs, die aus der Region kommen.

Was ist Ihr Traum?
Ich werde meine Trainerscheine nach und nach machen. (kurze Pause, im Hintergrund hört man einen Boarding-Gong) Wenn wir es packen, dann werden Sachen passen, die nie hätten passieren sollen. Dann wird Ilshofen abgebrannt. Dafür wird das gesamte Team sorgen.

Die Fragen stellte Guido Seyerle.

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