Flyers: Überragendes Schlussviertel reicht nicht

Flyers unterliegen in Haiterbach nach katastrophalen drei Vierteln mit 63:74

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Halls Kapitän Radovan Cavlin beim Korbwurf.  Foto: 

Im Grunde genommen lassen sich die beiden ersten Viertel deckungsgleich zusammenfassen. Angetrieben von Herdie Brandon Lawrence, der vor allem als Spielmacher eine überragende Vorstellung abgab, begannen die Hausherren in einem wahren Spielrausch. Wurde der Amerikaner von zwei TSGlern gedoppelt, so fand er laufend einen Mitspieler, der zumeist jenseits der Dreipunktelinie einlochte. Zehn Dreierwertungen bei lediglich fünf der Flyers sprechen eine eindeutige Sprache: Eine geordnete Flyers-Defense fand zu diesem Zeitpunkt nicht statt.

Aber das Maß aller Grausamkeiten, die ein Basketballspiel beinhalten kann, war noch längst nicht erschöpft: Ablauf der 24-Sekundenzeitnahme, Offensivfouls, Überschreitung der Fünfsekundenregel beim Einwurf und zahlreich vergebene Notwürfe: Das sind alles „Feinheiten“, die einen Trainer zum Verzweifeln bringen können. Der Haller Rückstand zur Pause in Höhe von 19:44 verlangte nach einer intensiven Halbzeitbesprechung, wobei sich das dritte Viertel zwar etwas besser anließ, aber keineswegs die große Wende brachte.

Zu Beginn des Schlussviertels beim Rückstand von 34:63 war niemand in der Halle, der noch an eine Wendung glaubte. Aber urplötzlich hatten es die Flyers mit der griechischen Mythologie. Wie der Phönix aus der Asche erhoben sich Spieler wie Radovan Cavlin und Nevojsa Erkic und leiteten mit einem sensationellen 18:0-Run eine für nicht möglich gehaltene Aufholjagd ein. 20 Sekunden waren noch zu spielen, als man bis auf 63:69 verkürzt hatte. Aus taktischen Gründen musste nun gefoult werden, was die Gastgeber zum 71:63 nutzten. Eigentlich wäre das der Endstand gewesen, denn bei nur noch zwei bis drei Sekunden Spielzeit ignorierten beide Teams den Ball und begannen sich zu verabschieden. Nur einer tanzte beim Gegner aus der Reihe, nahm den Ball ohne jegliche Gegenwehr auf und markierte mit der Schlusssirene das 74:63.

Kesselring provoziert

Aber nicht nur diese Szene verlangt nach einem Statement: Daumen hoch dem tollen Haiterbacher Publikum in der proppevollen Kuckuckshalle, gleiches gilt für den Haller Einsatz im Schlussviertel und den TSGlern Jozef La Rosa sowie Ivica Markovic, die unmittelbar nach dem Abpfiff gesondert in einem Auto nach Hall in die Spätschicht eilten. Wie dagegen das überwiegend provozierende Verhalten des Haiterbachers Sascha Kesselring zu bewerten ist, darüber wird der Staffelleiter entscheiden, wenn ihm die angekündigte Stellungnahme der Schiedsrichter vorliegt.

KKK Haiterbach –
TSG Schwäbisch Hall

74:63

Hall: Radovan Cavlin (16, 2 Dreier), Nebojsa Erkic (20,1), Michael Heck (2), Strahinja Jovicic (2), Jozef La Rosa (10,2), Ivica Markovic, Aleksandar Popovic (9), Igor Salamun (4), Athanasios Stergatos.

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