Routine setzt sich gegen Jugend durch

Die Flyers der TSG Schwäbisch Hall gewinnen nach einer intensiven Partie mit 83:78 gegen die BSG Ludwigsburg.

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Lang anhaltend ist der Applaus, den die rund 150 Zuschauer in der Hagenbachhalle nach Spielende den beiden Teams spenden. Sie gehen gut unterhalten nach Hause. Das Spiel der TSG Hall gegen die BSG Ludwigsburg war nicht nur das Duell eines erfahrenen Teams gegen starke Nachwuchskräfte, es war auch für Halls Mannschaftsführer Radovan Cavlin eine besondere Partie, wie er nach Spielende zugab. Ehe Cavlin vor nun mehr als zehn Jahren zur TSG kam und in Hall sportlich und privat sesshaft wurde, spielte er für Ludwigsburg. Vielleicht auch deswegen war er erneut ein Leistungsträger seines Teams, das im Fitnessbereich den Jünglingen aus Ludwigsburg unterlegen war.

Die Gäste, die noch nicht den Klassenerhalt sicher haben, begannen furios, führten schnell mit 5:0. Das weckte Erinnerungen an die Auswärtspartie der Flyers in Mannheim, als die SG die Haller im ersten Abschnitt regelrecht an die Wand spielte. Doch diesmal brauchten die Haller nicht lange, um in die Spur zu finden. Jose La Rosa, sonst nicht unbedingt als Distanzschütze bekannt, markierte mit einem Dreier die ersten Punkte, Igor Salamun ließ unmittelbar danach den zweiten folgen. Intensiv war das Spiel nicht nur auf dem Spielfeld.

Auch an der Seitenlinie wurde extrem mitgefiebert und noch mehr kommentiert. Flyers-Head-Coach Sova Taletovic war ständig in Bewegung, sein Mund auch. Er stand komplett unter Strom. Das HB-Männchen aus der Werbung früherer Zeiten wirkte dagegen vergleichsweise entspannt. Nach Spielschluss verriet Taletovic, dass er unbedingt sein Gegenüber Felix Czerny schlagen wollte – der BSG-Trainer feierte zwischen 2007 bis 2012 mit der Urspringschule die deutsche Meisterschaft in der NBBL und war auch beim FC Bayern Basketball tätig.

Technisches Foul gegen die TSG

Die hohe nervliche Anspannung machte auch vor den Spielern nicht Halt. Nebojs Erkic kassierte wegen eines Ellbogenschlags ein unsportliches Foul. Keine 60 Sekunden später entschieden die Unparteiischen auf ein technisches Foul gegen die Bank der Flyers. Sie war bereits ermahnt worden, etwas ruhiger zu sein, doch erst nach der Strafe beruhigten sich die Gemüter.

Drei Fouls binnen 60 Sekunden

Auf dem Spielfeld blieb Hall in Führung. Der höchste Abstand waren elf Punkte, dank eines Dreiers von Trim Salihu direkt nach der Pause (50:39). Das TSG-Eigengewächs blieb im Mittelpunkt. Danach entschieden die Unparteiischen innerhalb von 60 Sekunden dreimal auf Foulspiel Salihus, was Taletovic nicht nachvollziehen konnte. „Zweimal war das kein Foul“, war er sich sicher. So gelang der BSG Ludwigsburg ein 8:0-Lauf, begünstigt auch dadurch, dass Hall vermeintlich leichte Versuche nicht traf. Mit der Schlusssirene des dritten Viertels glichen die Gäste zum 59:59 aus.

Doch danach obsiegte die Routine. Der 45-jährige Michael Heck „zog“ einige Fouls. Da viele Freiwürfe ihren Weg in den Korb fanden, konnte sich Hall wieder absetzen (74:64). Nebojsa Erkic schloss ein Fastbreak mit einem krachenden Dunking ab. Näher als auf vier Punkte kamen die Gäste nicht mehr heran.

Die TSG Schwäbisch Hall bleibt damit im Vorderfeld der Tabelle. Die Meisterschaftsfrage hingegen scheint entschieden. Die zweite Mannschaft der Crailsheim Merlins gewann gegen die SG Mannheim und ist damit jetzt alleiniger Spitzenreiter.

Am kommenden Samstag empfängt Hall KKK Haiterbach.

TSG Schwäbisch Hall –
BSG Ludwigsburg

83:78

TSG Schwäbisch Hall: Trim Salihu (3, 1 Dreier), Jozef La Roso (14, 1), Igor Salamun (18, 3), Nebojsa Erkic (13, 1), Michael Heck (13), Radovan Cavlin (17), Ivica Markovic (5), Daniel Fisch, Athanasios Stergatos, Marin Brzica.

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