Sonja Burkert im Interview: "Bei mir war die Vorfreude sehr groß"

Sonja Burkert steht mit den Basketball-Damen der Haller Flyers kurz vor dem Aufstieg in die Oberliga. Die 20-Jährige ist die Top-Scorerin der TSG Schwäbisch Hall. Ein Nachbar brachte sie zum Basketball.

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Sonja Burkert freut sich bereits im Abschlusstraining auf das entscheindende Relegationsspiel in Jesingen.  Foto: 

Frau Burkert, das Relegationshinspiel hat der Landesligist Hall 73:55 gegen den Oberligisten Jesingen gewonnen. 18 Punkte sind ein ordentliches Polster. Wie erleichtert waren Sie nach diesem Erfolg?
SONJA BURKERT: Der Sieg war in erster Linie wichtig, weil wir unseren Heimvorteil genutzt haben. Das ist schon was anderes, als in fremder Halle zu spielen. Ich war überrascht, dass wir so gut gespielt haben, auch wenn wir noch einiges besser machen können.

Besonders die Freiwurfquote ist verbesserungswürdig, die TSG traf nur 9 von 16 Freiwürfen. Ihr Trainer Bernd Aunitz sagt: "Im Training verwandeln die Mädels alles. Es ist mir ein Rätsel." Geht es Ihnen ähnlich?
Schon. Es ist nun mal etwas anderes, wenn man im Spiel an der Linie steht und weiß, dass der Ball jetzt reingehen soll. Es sind Zuschauer in der Halle, man nimmt den Druck wahr.

Ist der Druck, Relegation zu spielen, für Sie höher als in einem normalen Liga-Spiel?
Ich habe bislang noch nie Relegation gespielt, allerdings schon mal an einem Final-Four-Turnier teilgenommen. Bei mir war die Vorfreude groß. In der kommenden Saison in der Oberliga zu spielen wäre super!

Nach dem deutlichen Sieg im Hinspiel stehen die Chancen dafür gut. Wie stark war der TSV Jesingen?
(überlegt) Es waren einige gute Spielerinnen dabei, aber insgesamt hatte ich von einer Oberliga-Mannschaft schon etwas mehr erwartet.

Dass das entscheidende Spiel bereits um 11 Uhr angepfiffen wird, ist ungewöhnlich. Stört Sie der frühe Termin?
Nein. Es macht mir nichts aus, früh aufzustehen.

Sie sind zu Beginn der Saison von Crailsheim nach Hall gewechselt. Was waren die Gründe dafür?
Bei den Merlins wurde die Damen-Mannschaft aufgelöst, da ein Großteil der Spielerinnen wegen des Studiums in andere Städte gezogen ist. Ich wollte aber weiterhin Basketball spielen - und das auch auf einem bestimmten Niveau.

Waren deshalb die Flyers die einzige ernsthafte Option?
Es gab auch eine Nachfrage eines Stuttgarter Vereins. Letztlich passte mir aber Hall besser. Wir hatten in der Landesliga gegen Hall gespielt. Ich wusste also, dass es dort eine gute Mannschaft gibt. Durch den Kontakt zu Bernd (Trainer Aunitz, Anm. d. Red.) wusste ich auch, dass dort Spielerinnen gesucht werden.

Zudem ist die Fahrstrecke überschaubar. Mit ihnen kamen gleich drei weitere ehemalige Merlins-Spielerinnen nach Hall.
Stimmt. Da wir alle weiterhin spielen wollten, haben wir uns darüber unterhalten. Es ist praktisch, dass Neyete Paulo, Anne Schmetzer und Julia Kreft auch zu den Flyers kamen. So können wir Fahrgemeinschaften bilden.

Was unterscheidet die Flyers von den Merlins?
Bei den Flyers ist es organisierter. Man fühlt, dass die Damen-Mannschaft auch wichtig ist. Ich fühle mich sehr wohl.

Bei den Flyers gibt es nach wie vor einige Spielerinnen der Generation 40 plus. Wie stellt sich da ein gemeinsamerer Mannschaftsgeist ein?
Klar ist das eine Umstellung für mich gewesen, denn bei den Merlins waren wir fast alle sehr jung. Doch unser Trainer schafft es, dass wir nicht nur auf dem Feld gut miteinander harmonieren. Beim Spiel bringen die älteren Spielerinnen ihre Erfahrung ein. Ich kann viel dazulernen. Im Training nimmt sich beispielsweise Denisa (Rascacea, Anm. d. Red.) viel Zeit für mich. So etwas stärkt auch den Zusammenhalt.

So wie Sie über den Basketball sprechen, gewinnt man den Eindruck, dass er mehr als nur ein Hobby für Sie ist.
Ja. Denn wenn es nur ein Hobby wäre, wäre der Erfolg für mich zweitrangig. Aber ich habe einen gewissen Ehrgeiz. Der Sport ist mir wichtig. Ich habe in der abgelaufenen Woche Abiturprüfungen geschrieben, bin aber dennoch ins Training gegangen.

Was zudem auffällt: Der Mannschaftsgedanke spielt bei Ihnen eine große Rolle.
Ich habe früher ebenfalls Tennis gespielt. Zwar gibt es dort auch Mannschaften, doch letztlich zählt nur die Einzelleistung. Das ist beim Basketball anders und das sagt mir mehr zu.

Wer hat Sie denn zum Basketball gebracht?
Ein Junge aus der Nachbarschaft. Er ist ins Nachbarhaus gezogen. Wir haben dann immer am Nachmittag gemeinsam gespielt. Das war eine harte Schule, aber ich war für das erste Vereinstraining abgehärtet (lacht).

Die Fragen stellte Hartmut Ruffer.

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