Hochspannung bis zum Schluss

Das hätte auch ein Alfred Hitchcock, Altmeister spannender Unterhaltung, nicht besser hinbekommen: In einem Basketball-Krimi gewinnen die Haller Herren auch das vierte Spiel der Rückrunde und sind Dritter.

|

Bei den Heimspielen der Flyers sitzt unter den Zuschauern mit großer Regelmäßigkeit ein Haller Facharzt der Kardiologie. Wenn die TSGler weitere Begegnungen wie die am Samstag abliefern, dann dürfte es ratsam sein, dass dieser Doktor in Zukunft vorsorglich seinen Arztkoffer mitbringt.

Dabei hatte TSG-Headcoach Jurica Puljic vor Spielbeginn Haller Verhältnissen entsprechend für ein Novum gesorgt, indem er die beiden 16-jährigen Youngsters Trim Salihu und Julian Gais ins Team nahm. Der spätere Spielverlauf ließ aber noch keinen Einsatz der Nachwuchsriege zu.

Gleich zu Beginn des ersten Viertels wurde dem Flyers-Anhang deutlich, welch harte Nuss zu knacken war. So rannten die Einheimischen bis zum Ende des ersten Quarters beim Stand von 23:30 ständig einem Rückstand hinterher. Bereits in dieser Phase zeigte sich überdeutlich, dass der Ulmer Dreierspezialist Christian Große ein kaum zu lösendes Problem darstellt. Im zweiten Spielabschnitt lief es für die TSG um einiges besser, ohne jedoch den knappen Halbzeitstand von 46:47 verhindern zu können. Bezeichnend, dass die Haller vor allem durch Dreipunktewürfe zum Erfolg kamen.

Fast schon verwunderlich, dass die Einheimischen auch noch das dritte Viertel für sich entscheiden konnten. Durch etliche fein herausgespielte Aktionen schloss man dieses mit 75:68 ab und verkraftete dabei sogar ein technisches Foul (zwei Freiwürfe plus Einwurf für den Gegner) zu Lasten von Viktor Buchmiller.

Das normalerweise letzte, das vierte Viertel, ließ sich aus Haller Sicht recht zäh an. Als sei dann der Knoten endgültig geplatzt, verwandelte Ralph Idler, nachdem er bei einem Dreipunkteversuch gefoult worden war, alle drei Freiwürfe und brachte sein Team durch den Zwischenstand von 85:75 erstmals mit zehn Punkten in Führung. Doppeltes Pech für Hall, dass ausgerechnet er kurz darauf sein fünftes Foul kassierte und nur noch tatenlos zuschauen konnte. Mit dem Ausscheiden von Idler schmolz der Vorsprung Punkt für Punkt dahin. Wiederholt schaute der Ball bereits in den Korb hinein, ohne aber die Reuse zu passieren. Hier fehlten am Ende bei der Addition komplett die Punkte der Backup-Spieler, die sie ansonsten als verlässliche Zähler zum Endergebnis beisteuern.

Noch zehn Sekunden waren zu spielen, als beim Stand von 89:86 die Gäste Ballbesitz hatten. Jeder wusste, was nun angesagt war und trotzdem konnte man es nicht verhindern: Dreierspezialist Große kam in Ballbesitz und fast zeitgleich mit dem Schlusssignal erzwang er die Verlängerung.

Was sich in diesen fünf Minuten abspielte, war das wohl Spannendste, das in den letzten Jahren in Hall über die Bühne ging. Zwei Zähler (97:95) lagen die Flyers vorne, als Damjanovic ein angebliches Foul reklamierte und dafür prompt ein technisches kassierte. Als Vollstrecker trat Große an die Linie und der Ulmer, trotz ständiger Bewachung unter anderem mit insgesamt acht Dreiern erfolgreich, zeigte Nerven und verwandelte nur einen Wurf zum 96:97. Sieben Sekunden vor Schluss nahm Hall bei Ballbesitz Ulm eine Auszeit. Und dieses Mal war das Glück auf Haller Seite. Der finale Wurf eines Ulmer Spielers sprang vom Ring zurück.

TSG Hall: Hannes Pfisterer, Radovan Cavlin (16 Punkte, 1 Dreier), Ralph Idler (23,3), Domen Janezic, Viktor Buchmiller (16,2), Dragan Damjanovic (18, 2), Jozef La Rosa (24), Marko Krmpotic, Julian Gais, Trim Salihu

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Windpark Bühlertann ist am Netz

Bürgermeister Michael Dambacher mahnt auf der Eröffnungsfeier des Windparks Bühlertann-Fronrot mehr Berücksichtigung der kommunalen Belange durch das Land an. weiter lesen