"Ich liebe es, wenn andere punkten" Haller Basketballer will dem Team dienen

In der heutigen Partie Hall gegen Haiterbach geht es um Platz zwei in der Regionalliga II. Radovan Cavlin erklärt, warum die Flyers nur noch schwer auszurechnen sind und auch den Aufstieg schaffen können.

|
Da freut sich jemand! Radovan Cavlin muss nicht mehr so viel Verantwortung bei den Flyers tragen und lebt seitdem auf. Foto: Guido Seyerle

Mit KKK Haiterbach erwartet die TSG Hall am heutigen Samstag einen der Titelanwärter. Wie groß ist die Anspannung?

RADOVAN CAVLIN: KKK war lange Erster, dann gab es einen etwas schlechteren Start in die Rückrunde. Derzeit ist Haiterbach Vierter. Am Montag und Mittwoch haben wir uns ganz speziell auf diesen Gegner vorbereitet. Da spielen drei Ex-Profis mit. Deshalb mussten wir sehen, wo wir uns taktisch etwas verbessern.

Wie sehen Sie Ihre derzeitige Funktion im Team?

Ich gehöre neben Ralph Idler und Dragan Damjanovic zu den drei Topscorern im Team. Interessant ist, dass wir alle drei unter den Top Ten der Scorer-Liste der Regionalliga II platziert sind. Es gibt nicht viele Teams, die drei so überragende Spieler haben. Außerdem haben wir dadurch viel Erfahrung. (lächelt) Ich mache ja derzeit auch einige Erfahrungen, die über das Basketball hinausgehen, wie zum Beispiel mit meiner 21 Monate alten Tochter Leonora. Aber dadurch bekomme ich auch Energie.

Das sah in der vergangenen Saison anders aus. Damals waren Sie bis zur Winterpause Trainer und Spieler in einer Funktion.

Ich bin froh, dass ich nicht mehr alle Last alleine tragen muss. Es war eine große Erleichterung für mich, als Juri (Anm. der Red: Trainer Jurica Puljic) zu uns gekommen ist. Ich habe davor viel gearbeitet: Trainer Herren 1 und Herren 2, Spieler Herren 1 und das Management des Teams. (kurze Pause) Für den Gegner reicht es jetzt nicht mehr aus, wenn er sich nur auf mich konzentriert und mich ausschaltet. Das ist nun anders, und das sieht man auch an den guten Ergebnissen. In unserer Mannschaft steckt eine viel bessere Qualität als in der Vorsaison.

Hängt das auch mit Ihnen zusammen, dass Sie sich auf Ihre Funktion als Spieler konzentrieren können?

Im Jahr 2008 kam ich zu den Flyers, und dann folgten vier Spielzeiten, in denen ich der beste Scorer des Teams war. Jetzt spiele ich immer wieder auf anderen Positionen, teilweise auch als Pointguard. Wir stellen uns da auf den Gegner ein. Dass ich nicht mehr so viele Punkte mache, ist nicht so schlimm. Irgendwann kommt die Zeit, dass man für andere arbeitet. Ich liebe es, wenn ich schöne Assits, sprich Pässe, geben kann und die anderen punkten.

In der vergangenen Saison spielte die TSG lange gegen den Abstieg . . .

Wir haben gekämpft, um in der Regionalliga zu bleiben. (lächelt) Es gab wenig Zeit zum schlafen. Aber wenn man seinen Sport liebt, gibt es keine Sorgen; man will etwas Schönes erreichen.

Warum sind die Ergebnisse in diesem Jahr deutlich besser? Liegt das nur an neuen Spielern?

In der Vorsaison haben wir viele Spiele knapp verloren, vier sogar erst nach Verlängerung. Seit Idler und Damjanovic da sind, sind wir soviel besser, dass wir solche Spiele gewinnen. In der vergangenen Saison war der Nichtabstieg das Ziel, jetzt wollen wir unter die Top 5.

Und wie ist das Verhältnis zwischen Ihnen und Trainer Puljic?

Wir kennen uns seit 2006. Damals sah ich ihn auf den Try-Outs in Nördlingen. Juri war dort Spieler. Aber ich bin dann weitergezogen in den Norden zu einem Pro-B-Team.

Und zum Co-Trainer der Flyers, zu Sova Taletovic?

Den kenne ich seit einem Spiel Ludwigsburg gegen Crailsheim. Danach war er Trainer in Schwenningen in der Regionalliga. Gegen dieses Team spielen wir ja auch, seitdem es abgestiegen ist. Er ist ein toller Individual-Coach und macht die Statistiken. Vor dem Training rede ich oft mit Juri und Sova. Dann geht es auch um die Verzahnung mit der Jugend. Julian Gais und Trim Salihu stehen gerade auf dem Sprung in die Regionalliga.

Die beiden sind gerade 16 Jahre alt.

Ja, das ist wirklich ein großer Sprung. Sie zeigen sich gut im Training und machen Druck. Aufgrund dieser Leistungen kann man da in Zukunft etwas erwarten.

Schaffen derzeit mehr Jugendliche den Sprung in die erste Mannschaft?

Nicht unbedingt. Wenn man Hannes Pfisterer sieht, da hätte vor drei Jahren auch keiner dran gedacht, dass er einmal eine so wichtige Rolle spielen würde.

Wo steht die TSG am Saisonende?

Wir denken nur von Spiel zu Spiel. Die restlichen acht Partien der Saison sind für uns wie Play-Offs. Wenn wir Erster bis Dritter werden, dann ist das gut für uns. Im Kopf hat natürlich jeder die Top-Position.

Das heißt, der Aufstieg in die Regionalliga I ist ein Thema?

Wenn die Sponsoren und der Vorstand mitmachen, würden wir kein Problem sehen. Die Qualität im Team haben wir. Die Regionalliga 1 wäre okay, aber über die 2. Bundesliga ProB sprechen wir nicht. Man muss da ruhig bleiben.

Die Fragen stellte Guido Seyerle.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Drückjagd links und rechts der Schmerach

weiter lesen