Flyers demonstrieren gegen Kirchheim ihre Stärke

Die TSG Schwäbisch Hall schlägt den bisherigen Spitzenreiter mit 82:56 und sorgt vor dem Derby gegen die Merlins II für Spannung in der Liga.

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Kurz vor Ende des dritten Viertels wirft Niclas Sperber völlig frustriert seine Trainingsjacke weg, die im hohen Bogen hinter die Kirchheimer Bank fliegt. Der Frust bahnt sich bei dem Gästespieler seine Bahn. Der Tabellenführer der Regionalliga Baden-Württemberg wird nicht vorzeitig die Herbstmeisterschaft feiern können, das ist beim Stand von 64:40 für Hall bereits abzusehen. Im Gegenteil: Die TSG zerlegt die Gäste.

14, 15, 11 und 16 – das sind die Punkte, die Hall den Kirchheimern in den einzelnen Vierteln gewährt. Im Basketball sind das wenige, sehr wenige Punkte. „Zwar haben uns zwei wichtige Spieler gefehlt“, versucht Kirchheims Trainer Felix Jung das Ergebnis zu erklären und fügt dann hinzu: „Die Mannschaft ist jung und konnte mit dem Druck nicht umgehen.“

Hall dagegen konnte es am Samstagabend. Die TSG wusste um ihre Chance, mit einem Sieg zurück in der Spitzengruppe zu sein. Und dementsprechend konzentriert geht sie das Spiel an. Das ist nicht nur in der Anfangsphase zu spüren, in der vor allem Jozef La Rosa auf sich aufmerksam macht. Es sind vor allem die mutigen Entscheidungen in den besonderen Situationen, die das Haller Spiel auszeichnen. So stehen im ersten Viertel noch 0,4 Sekunden auf der Uhr, als Hall noch einmal in Ballbesitz gelangt. Ein schneller Pass auf Michael Heck und der 45-jährige Routinier versenkt den Dreier zum 20:14. Kurz ballt er die Faust, dann ist er sofort auf dem Weg zur Bank, da Head Coach Sova Taletovic die Viertelpause wie immer für eine kurze Ansprache nutzt.

Starke Haller Defense

Ein weiteres Beispiel für den Willen der Flyers ist Radovan Cavlin. Der Kapitän ist sichtbar nicht fit, doch er spielt dennoch. Zu Beginn der zweiten Halbzeit liefert er sich mit zwei Kirchheimern eine Slapstick-Einlage. Der Ball springt wie eine Flipperkugel zwischen den dreien hin und her. Typisch für diesen Abend ist, dass Cavlin den Ball letztlich kontrollieren kann und einen Haller Angriff einleitet.

Kirchheim hat nur einmal eine starke Phase, als es einen 14:22-Rückstand in ein 24:24 wandelt. Dann allerdings geingt den Hallern ein 9:0-Lauf, zur Pause steht ein 42:29 auf der elektronischen Anzeigetafel.

Was die TSG in dieser Saison auszeichnet ist weniger eine überragende Offensive. Die ist gut und stabil. Stark ist aber die Defense – und zwar dann, wenn sie es sein muss. Gegen den VfL Kirchheim ist sie die gesamten 40 Minuten konzentriert. Nur selten haben die Gäste freie Würfe, die Rebounds holen sich zum Großteil die Flyers. „Auch wenn sie nicht mit der stärksten Formation angereist waren: Man darf den VfL zu keiner Sekunde unterschätzen“, meint Sova Taletovic. „Und das hat meine Mannschaft getan und so dem Gegner keine Chance gelassen.“

Igor Salamun, der Dreh- und Angelpunkt des Flyers-Spiels, lässt sich auch nicht von einer engen Manndeckung in der zweiten Halbzeit aus der Ruhe bringen. Er verteilt nicht nur die Bälle, ihm gelingen auch erneut einige Dreier. Für das Spektakuläre ist Nebojsa Erkic zuständig. Zwar schafft er es einmal, einen Dunking nicht in den Korb zu befördern, doch lässt er danach gleich mehrere gelungene Dunkings folgen, die die rund 200 Zuschauer mit reichlich Applaus quittieren.

Angesichts der Tatsache, dass Cavlin angeschlagen war und Julian Gais komplett wegen einer Bänderverletzung fehlte, haben die Flyers ein beeindruckendes Spiel gezeigt. Die Mannschaft fühlt sich für das Gipeltreffen am kommenden Samstag gegen die Crailsheim Merlins II gerüstet.

TSG Schwäbisch Hall

– VfL Kirchheim/ Teck 82:56

TSG Hall: Daniel Rösch, Radovan Cavlin (4), Athanasios Stergatos, Igor Salamun (17, 5 Dreier), Trim Salihu (2), Michael Heck (5, 1), Nebojsa Erkic (27, 2), Marin Brzica (2), Jozef La Rosa (12), Ivica Markovic (13).

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