Flyers-Spieler La Rosa: „Wir sind maximal motiviert“

Jozef La Rosa freut sich aufs Derby und nennt den Grund, warum die Flyers in dieser Saison doch ganz vorne dabei sind.

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Seit mehr als viereinhalb Jahren spielt Jozef La Rosa, den alle „Jose“ nennen, bei den Schwäbisch Hall Flyers. Der 35-Jährige ist eine wichtige Stütze für die Haller Basketballer, steht aber nur selten im Rampenlicht. Er ist ein ruhiger Spieler, der aber, wenn es sein muss, auch laut werden kann. Auf das Derby gegen die Crailsheim Merlins freut sich der Slowake, denn eine volle Hagenbachhalle ist selten.

Herr La Rosa, wie kommen Sie zu Ihrem Nachnamen?

JOZEF LA ROSA: Mein Vater stammt aus Kuba. Allerdings bin ich bei meiner Mutter in Bratislava aufgewachsen. Ich spreche zwar Spanisch, aber das habe ich später gelernt.

An diesem Samstag steht das Derby gegen die zweite Mannschaft der Crailsheim Merlins an. Spüren Sie, dass diese Begegnung etwas Besonderes ist?

Natürlich. Die Halle wird wohl ziemlich voll sein. Wir wollen das Maximum für die Zuschauer geben und ihnen damit zeigen: Das ist für euch. Für uns ist es natürlich auch toll, in einer besonderen Atmosphäre spielen zu können. Dass Julian Gais und Michael Heck früher für Crailsheim gespielt haben, ist ja bekannt. Wir werden maximal motiviert sein, müssen aber sehr smart spielen, um unsere Chance zu nutzen.

Ihr Head Coach Sova Taletovic hat betont, dass die Flyers nur als Team gegen die starken Einzelspieler der Merlins bestehen können.

Das sehe ich auch so. Wir haben ein gutes Kollektiv, in dem jeder etwas sagen kann – und alle hören zu. Zudem weiß jeder, was der andere kann. Das hilft in solchen Partien auch.

Vor der Saison glaubten viele, dass die Flyers dieses Jahr nicht in der Spitzengruppe der Regionalliga Baden-Württemberg mitspielen können. Worin sehen Sie die Gründe, dass es nun doch so ist?

Dalibor (Cevriz, Anm. d. Red.) war nach Crailsheim gegangen. Deshalb war es klar, dass wir nicht so hoch gehandelt wurden, obwohl wir dreimal Dritter geworden sind. Das war jeweils ein gutes Resultat für uns. In dieser Runde kam nach dem zweiten oder dritten Spiel Nebojsa Erkic. Er ist für uns ein sehr wichtiger Spieler und er beherrscht auch die Defense-Arbeit. Aber eines dürfen wir nicht vergessen: In der Rückrunde haben wir nur gegen Haiterbach ein Heimspiel, gegen die anderen Topteams Kirchheim, Mannheim und Crailsheim müssen wir auswärts antreten.

Sie sind im Februar 2012 aus Karlsruhe zu den Flyers gekommen. Wie ist der Kontakt entstanden?

Wenn ich mich richtig erinnere, dann hat mich Rado (Cavlin, Mannschaftskapitän der Flyers, Anm. d. Red.) angerufen. Damals dachte ich, dass ich eineinhalb Spielzeiten bleiben werde oder eventuell dann noch eine Saison dranhänge.

Mittlerweile sind es viereinhalb Jahre…

Mir hat es hier in Schwäbisch Hall gefallen, auch weil ich eine Arbeitsstelle bekommen habe. Außerdem bin ich seit der vergangenen Runde der Coach von der U12.

Wie ist das für Sie, Nachwuchsbasketballer zu trainieren?

(lächelt) Es ist eine gute Schule für meine eigenen Spiele. Man braucht Geduld mit den Kindern. Manchmal denke ich auch erst zwei- oder dreimal darüber nach und sage erst dann etwas.

Im Gegensatz zu einigen ihrer Teamkollegen sind Sie nicht extrovertiert. War das schon immer so?

Ja, aber ich glaube, dass ich nicht immer ganz ruhig bin. Klar, so emotional wie Ivica (Markovic, Teamkollege bei den Flyers, Anm. d. Red.) bin ich nicht. Ich versuche, auch in hitziger Atmosphäre ruhig zu bleiben. In der Slowakei habe ich in der 1. Liga gespielt. Bei Play-off-Spielen kamen bis zu 3000 Zuschauer in die Halle. Da habe ich gelernt, ruhig zu bleiben und mich darauf zu konzentrieren, was die nächste Situation sein könnte.

Was hat Sie veranlasst, von der 1. Liga der Slowakei in die Regionalliga I nach Karlsruhe zu wechseln?

Damals gab es im slowakischen Basketball nur sehr wenig Geld. Das ist auch heute noch größtenteils so. Wir Spieler haben häufig mit ein oder auch zwei Monaten Verspätung unser Gehalt bekommen. Als das Angebot aus Karlsruhe kam, wollte ich auch mal etwas anderes erleben.

Wie stark ist der Kontakt nach Bratislava?

Meine Freundin lebt dort. Leider kann ich nicht besonders häufig in Bratislava sein. Meist ist es an Weihnachten und an Ostern. Zuletzt war ich im Oktober dort, weil meine Mutter ihren 60. Geburtstag gefeiert hat. Sonst ist das wegen der laufenden Saison kaum möglich. Aber ich habe vor, später nach Bratislava zurückzukehren und mir dort Arbeit zu suchen.

Da Sie weiterhin Kontakt zu Dalibor Cevriz haben – wird da im Vorfeld der Partie ein wenig gestichelt?

Ein bisschen. Ich vermute, dass es bei Igor Salamun (Spielmacher der Flyers, Anm. d. Red.)  deutlich mehr ist, denn er arbeitet in der gleichen Firma wie Dalibor. Auch Nebojsa ist dort beschäftigt. Es ist schon komisch, Dalibor in einem anderen Trikot zu sehen.

Geburtstag: 14. Dezember 1981
Geburtsort: Bratislava
Wohnort: Schwäbisch Hall
Familienstand: ledig
Beruf: Angestellter bei der Druckerei Schaupp
Hobbys: Basketball, Boxen, Fußball
Bisherige Stationen: Inter Bratislava, Spišska Nová Ves, Prievidza, Komál-no, Karlsruhe, seit Februar 2012 TSG Schwäbisch Hall
Größte sportliche Erfolge: slowakischer Pokalsieger, 3. Platz in der 1. slowakischen Liga

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